Die Wahrheit über sein schreckliches Leiden

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So haben ihn seine Fans in Erinnerung: Rex Gildo in den 80ern, bevor die Krankheit ihm so zusetzte
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Rex Gildo - Wir haben ihm alle Unrecht getan!

Wir haben die Bilder noch vor uns: Mit unsicheren Schritten tanzt er über die Bühne. Vergisst den Text seiner beliebtesten Hits, verschluckt ganze Silben. Sein Blick irrt fahrig umher, sucht verzweifelt nach einem Halt in der Menge. Wir alle litten damals mit dem armen Menschen da oben am Mikrophon. Denn uns war klar: Dieser alternder Star ist am Ende, Opfer seiner zerstörerischen Alkoholsucht! Rex Gildo – ein Mann auf dem Weg in den Abgrund.

Doch jetzt, wenige Tage vor seinem 10. Todestag am 26. Oktober, haben sich gute Freunde zu Wort gemeldet, die uns deutlich machen: Wir haben ihm alle Unrecht getan!

In Wirklichkeit war Rex Gildo das Opfer einer schweren Krankheit.

Aber aus falsch verstandener Scham hat er nie darüber geredet! Menschen, die dem Schlagersänger nahe standen, erzählen uns nun, was was ihn zerbrechen ließ: Er litt an schwerer Multipler Sklerose .

Das beliebte Schlagerduo Cindy (61) und Bert (63) ging regelmäßig mit dem „Fiesta Mexicana“ -Star auf Tour. Seit Jahren. Und Cindy berichtet Erstaunliches:

„Ich weiß, dass er wegen seiner fürchterlichen Rückenschmerzen starke Schmerzmittel mit massiven Nebenwirkungen nahm.“

Der Sänger litt unter heftigen körperlichen Beschwerden, über die er sogar sagte: „Diese verdammten Rückenschmerzen bringen mich noch um!“

Eine tragische Vorahnung: Am 23. Oktober 1999 stürzte er aus dem Fenster seiner Münchener Wohnung.

Nach Meinung seiner Freunde von starken Schmerzmitteln „völlig umnebelt, er wusste nicht mehr, was er tat“.

War er denn wirklich nie betrunken? Wir haken nach. „Nein,“ versichert Cindy vehement „ich habe ihn nie betrunken gesehen!“

Auch andere Freunde wussten von seinem Leiden. Zu dem Münchener Promi-Wirt Roy Dubovy (61) flüchtete sich Rex in seinen dunkelsten Stunden. Übernachtete sogar in seinem Haus. Dann, wenn der Star wieder Streit mit seinem jugendlichen Freund Dave Klingeberg (36) gehabt hatte.

Und das kam häufig vor. Roy Dubovy: „Rex musste oft Schmerzmittel nehmen.“ Auch er vermutet, dass sich hinter den Rückenschmerzen eine viel schlimmere Krankheit verbarg. Denn selbst vor seinen engsten Freunden wollte Gildo stets sein Gesicht wahren – und nicht über seine Multiple Sklerose reden.

DAS NEUE BLATT forschte in der Familiengeschichte von Ludwig Franz Hirtreiter (so Gildos bürgerlicher Name) und fand heraus:

Nachdem Vater Hirtreiter Frau und Kinder früh verlassen hatte, erkrankte die geliebte Mutter des späteren Stars an „Multipler Sklerose“, verbrachte viele Jahre im Rollstuhl.

Für Rex Gildo war es ein ständiger Alptraum, wie seine Mutter zu enden. Zumal die Ärzte ihm gesagt hatten, dass man eine Vererbung des Leidens nicht ausschließen könne – und der Sänger im Laufe der Zeit merkte, dass sich die Symptome der Krankheit bei ihm immer deutlicher bemerkbar machten: Bewegungsunfähigkeit, Schwindel, Sprechstörungen, depressive Stimmungen.

Dazu kommt: Behandelt wird „MS“ mit starken Schmerzmitteln und Kortison.

Ein Medikament, das auch Rex Gildo einnahm, wie Schlagerkollege Bert uns bestätigte: „Er stand die letzten Jahre immer unter Kortison!“ Kortison aber, das ist bekannt, führt bei regelmäßiger Einnahme dazu, dass die Patienten aufgeschwemmt wirken – und aussehen wie Alkoholiker!

Die „Aussetzer“ auf der Bühne, der unsichere Gang – alles passt in das Krankheitsbild. Armer Rex Gildo: Was muss er gelitten haben ...

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