Diese 7 Ernährungsmythen glauben selbst schlaue Menschen

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Ernährungsberater Rob Hobson räumt mit "schlauen" Ernährungsmythen auf

Auch beim Thema Ernährung glauben viele Menschen, Sie haben die Weisheit mit Löffeln gegessen - und haben doch so gar keine Ahnung. 7 Ernährungsmythen, die endgültig vom Tisch gehören!

Kohlenhydrate sind schlecht, wer nach 19 Uhr isst, wird dick, wer zu viele Eier isst, hat schlechte Cholesterin-Werte...

Der Ernährungsberater Rob Hobson wird immer wieder mit Ernährungsmythen konfrontiert, die sich besonders hartnäckig verbreiten - vor allem, weil sie selbst Menschen glauben und weiterverbreiten, die eigentlich schlau sind. Gegenüber der Gesundheitsseite "Healthista" macht er sich Luft.

Diese 7 Ernährungsmythen, die "selbst schlaue Menschen glauben", möchte er sofort ausräumen:

1. Kohlenhydrate machen dick

Das kann man nicht so verallgemeinern. Kohlenhydrate mit einem niedrigen glykämischen Index, so wie Hafer, Natur- und Wildreis, Vollkorn-Nudeln etc. machen nicht dick und liefern viele wichtige Nährstoffe wie Ballaststoffe und B-Vitamine, die der Körper braucht, um sie in Energie umzuwandeln.

Der glykämische Index (GI) bestimmt, wie schnell und stark der Blutzuckerspiegel nach Aufnahme des Lebensmittels ansteigt. Ist er hoch, blockiert unser Körper automatisch die Fettverbrennung. Darum sollten wir nur Lebensmittel mit niedrigem GI essen (hier finden Sie eine Liste).

2. Alles, was wir nach 19 Uhr essen, setzt an

Wir reden zwar immer wieder von der inneren Uhr unseres Körpers, aber so genau geht die auch nicht, dass sie ab Punkt 19 Uhr alle Lebensmittel in Fett umwandelt.

Außerdem mag unser Stoffwechsel langsamer arbeiten, wenn wir schlafen, trotzdem wird sämtliches Essen auch weiterhin verarbeitet.

Wie viel Fett wir ansetzen hängt damit zusammen, wie viele Kalorien wir im Laufe des gesamten Tages aufnehmen in Relation dazu, wie viel wir uns bewegen.

Der Tipp, abends nicht mehr so viel zu essen, hat also eher was mit der verminderten Kalorienaufnahme zu tun und weniger damit, dass wir speziell abends eher zunehmen.

3. Brot bläht

Vielleicht, aber mal abgesehen von Gluten-Unverträglichkeit, nur bei Menschen, die emfpindlich oder allergisch auf Weizen reagieren - und das sind nur sehr wenige.

Diese Aussage kann mal also auch nicht verallgemeinern.

4. Viele kleine Mahlzeiten zu essen regt den Stoffwechsel an und hilft so beim Abnehmen

Es stimmt, dass der Stoffwechsel während des Essens ein wenig stärker arbeitet, aber nicht so stark, dass man dadurch signifikant abnehmen würde.

Die einzige Möglichkeit, die Stoffwechseltätigkeit wirklich nachhaltig zu steigern, ist viel Bewegung. Außerdem haben Menschen, die einen höheren Muskel- als Fettanteil im Körper haben, tendenziell einen aktiveren Stoffwechsel.

5. Man muss Milchprodukte in seine Diät einbauen, um genug Calcium zu bekommen

Calcium ist wirklich wichtig, um gesunde Knochen zu haben, aber das bedeutet nicht, dass man allein auf Milchprodukte zugreifen muss.

Gerade Menschen mit einer Intoleranz oder Veganer wissen (oder sind froh zu erfahren), dass es auch calciumreiche Alternativen gibt, wie Grünkohl, Mandeln, Tofu und viele mehr.

6. Lebensmittel, die viel Cholesterin enthalten (so wie Eier), erhöhen auch den Cholesterinspiegel im Blut

Untersuchungen haben ergeben, dass Lebensmittel mit einem hohen Cholesterinwert nur einen geringen Einfluss auf unsere Blutwerte haben.

Trotzdem sollten Menschen mit Hypercholesterinämie (einen zu hohen Cholesterinspiegel im Blut) diese Lebensmittel nur maximal drei mal pro Woche essen.

Eier sind ein guter Nährstofflieferant und sollen sogar beim Abnehmen helfen, wenn man Sie zum Frühstück ist.

7. Eine Rohkostdiät ist gut für die Gesundheit, da man damit viele Enzyme aufnimmt, die eine gesunde Verdauung braucht

Es stimmt schon, dass Rohkost sehr nahrhaft und gut ist, aber viele der angepriesenen Eigenschaften sind übertrieben.

Bestimmte Antioxidantien wie Lycopin (in rotem Gemüse wie Tomaten enthalten) und Beta-Carotin werden erst beim Kochen freigesetzt.

Viele der Enzyme, die Rohkost-Fans in rohen Lebensmitteln anpreisen, sind für das Überleben der Pflanzen nötig - aber für die Gesundheit des Menschen sind sie nicht so wichtig.

Es stimmt zwar, dass bestimmte Enzyme in den Nahrungsmitteln beim Kochen zerstört werden. Allerdings sind diese Enzyme Proteine und werden schon im Magen von der Magensäure zerstört, bevor der Körper sie aufnehmen kann.

Trotzdem ist Rohkost immer noch eine gesunde Ernährung. Sie wird nur von vielen übertrieben angepriesen.