Diese Bilder zeigen, wie eine Schlafstörung sich wirklich anfühlt

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Die Fotografin Jenna Martin leidet unter Schlaflosigkeit und hat ihre Krankheit in surrealistischen Bildern eingefangen.
Foto: jennamartinphotography.com

Die Fotoserie "To Dream a Dream" von Jenna Martin zeigt, wie ein Mensch mit Schlafstörungen sich wirklich fühlt: immer am Rande des Abgrunds.

Einfach ins Bett gehen und schlafen? Für Jenna Martin keine Option. Sie leidet seit Jahren unter Schlaflosigkeit. „Ich kriege vielleicht drei Stunden Schlaf pro Nacht. In schlechten Phasen kann es passieren, dass ich fünf Tage lang nicht schlafe“, berichtet die Fotografin.

Es gibt nichts, was sie gegen die Schlaflosigkeit tun kann. Medikamente, vor dem Schlafengehen nichts essen, nicht fernsehen, keinen Kaffee trinken – sie hat schon alles ausprobiert. Nichts hat geholfen. "Ich bin jetzt 30 Jahre alt und ich habe das schon immer. Meine Mutter hat mir berichtet, dass ich schon als Baby ewig wach lag. Nur jetzt im Moment, wo ich schwanger bin, kann ich ohne Probleme einschlafen." Die Verzweiflung der schlaflosen Nächte hat Jenna Martin jetzt in surreale Bilder verwandelt.

Die Fotos der Serie „To Dream a Dream“ zeigen, wie sich Menschen mit einer Schlafstörung wirklich fühlen: ständig am Rande des Abgrunds.

Jenna Martin lebt mit ihrem Ehemann Chris auf einem kleinen Bauernhof in Montana. Sie hat psychiatrische Rehabilitation studiert. Doch schon kurz nach ihrem Abschluss entdeckte sie endgültig die Fotografie für sich und begann, ihre surrealistischen Bilder zu schaffen.

„Wenn ich besonders wenig schlafen kann, verwischen für mich die Realität und meine Träume. Das reale Leben wird sehr glasig, während meine Träume mir sehr lebhaft erscheinen. Alles verschwimmt, ich sehe die Dinge wie eine dritte Person und kann irgendwann nicht mehr sagen, ob ich wach bin oder träume.“

„Schlaflosigkeit ist eine seltsame Störung. Es ist wie eine Zwangsstörung, die jeder nur beiläufig erwähnt, als sie es keine große Sache. Es ist zum Verrücktwerden. Menschen, die die Schlaflosigkeit nicht kennen, gehen davon aus, dass der Körper sich daran gewöhnen könnte....

... aber der Körper gewöhnt sich nie wirklich daran. Du bist immer müde. Schlaf wird zur Obsession. Du würdest alles tun, um schlafen zu können. Schlaf ist alles, woran du noch denken kannst.“

Rund einer Drittel aller Deutschen leidet unter Schlafstörungen, berichtet die Apotheken Umschau: "Sie wollen einfach nur einmal wieder richtig schlafen: Nicht zu wenig und nicht zu viel, gleich einschlafen, ohne Unterbrechungen durchschlafen, ausgeruht morgens aufwachen, konzentriert, aktiv und gut gelaunt ihren Tag gestalten."

Die Experten empfehlen, einen Arzt aufzuschen, wenn sich für akut auftretende Schlafprobleme keine greifbaren Auslöser wie Stress oder ein Infekt finden lassen. "Dann ist es wichtig, anderen möglichen Ursachen nachzugehen, vor allem, wenn die Schlafstörungen länger anhalten. Wenn Sie seit über einem Monat drei Nächte oder mehr in der Woche keinen durchgehenden, erholsamen Schlaf finden und sich tagsüber müde und kraftlos oder auch nervös und gereizt fühlen, sprechen Mediziner in der Regel von chronischer Schlafstörung. Auch wenn Sie selbst den Eindruck haben, gut zu schlafen, aber unter starker Tagesmüdigkeit leiden, ist das häufig ein Hinweis auf eine gestörte Nachtruhe."

Die Ursachen für Schlaflosigkeit können sehr vielseitig sein. Steckt die Schilddrüse dahinter? Eine andere Erkrankung? Stört die Straßenlampe vor dem Schlafzimmerfenster? Oder braucht es eine neue Matratze? Die Ursache zu suchen, ist mindestens einen Versuch wert. Lassen Sie sich von einem Arzt helfen.

Mehr Bilder von Jenna Martin gibt es auf ihrer Internetseite: jennamartinphotography.com

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