Diese Fragen habe ich mir vor meinem Tattoo gestellt

tattoo frage
Ein Tattoo - sei es noch so klein - sollte wohl überlegt sein
Foto: Privat

Ein Tattoo ist eine Herzensangelegenheit. Immer. Und ohne Kompromiss. Und jedes noch so kleine Motiv sollte überlegt sein oder zumindest mit einem liebevollen Schmunzeln bedacht werden, wenn man an es denkt.

Menschen, die mit einem ewig langen Monolog über die tiefsinnige Bedeutung ihres Tattoos beginnen, mag ich nicht. Vor allem ist das häufig auch viel zu persönlich. Aber einer netten Anekdote, die zu dem Tattoo passt, lausche ich immer gern.

Für mich persönlich gab es eigentlich nicht viele entscheidende Fragen, die ich mir gestellt habe. Denn - auch wenn viele Menschen das verneinen würden - zu einem Tattoo gehört auch immer ein bisschen Impulsivität und ein bestimmtes Gefühl.

Mein erstes Tattoo zum Beispiel war so eine "Jugendsünde", die mich aber bis heute an eine tolle Zeit erinnert und mir ein ganz warmes Gefühl im Herzen macht. Das kleine Herz an meinem Knöchel wurde gestochen, als ich nach drei Monaten Reise im australischen Melbourne die Heimreise ins winterliche Deutschland antreten musste. Aus lauter Abschiedsschmerz entschied ich mich für ein "Erinnerungstattoo". Und obwohl das Tattoo alles andere als perfekt ist, hänge ich heute noch total daran.

Schwachsinn werden jetzt sicher viele denken. Aber das ist bei einem Tattoo ja sowieso ziemlich egal, weil die Hauptsache immer ist, dass du es gut findest. Ein Tattoo ist immer individuell. Genau so sind auch die Fragen individuell. Diese Fragen habe ich mir vor meinen Tattoos gestellt:

Lasse ich das Tattoo für MICH machen oder damit ANDERE es sehen?

Ein Tattoo braucht keine Botschaft, die du anderen mitteilen kannst, sondern ein Tattoo sollte dich mit einer Person, einem Ort oder einer Zeit verbinden. Deshalb habe ich mir die Frage gestellt:

Welche Bedeutung (und sei sie noch so unbedeutend) hat dieses Tattoo für mich?

Und natürlich ist es klar, dass ein Tattoo auch immer ein bisschen Schmuck auf der Haut ist, der von anderen gesehen werden soll. Aber wenn du ein Tattoo nur als Accessoire siehst, solltest du dir vielleicht noch einmal Gedanken machen. Obwohl das natürlich auch ein legitimer Grund für ein Tattoo sein kann.

Viele Tattoos verbinden auch mit traurigen oder schmerzhaften Erinnerungen. Für mich käme ein solches Tattoo niemals infrage, denn die Frage:

Möchte ich immer wieder an diese traurige Sitaution erinnert werden oder möchte ich, dass Menschen mich auf mein Tattoo und auch auf die Erfahrung ansprechen,

würde ich klar mit Nein beantworten.

Und eine Frage, die vielleicht auch andere Frauen bewegt, habe ich mir auch gestellt:

Wie sieht diese Hautstelle wohl in 30 Jahren aus?

Klar, auch alte Haut kann mit Tattoos toll aussehen, aber es gibt Stellen, die im Alter das Tattoo mehr verzerren, als es ästhetisch aussehen zu lassen. Vor allem alles auf dem Bauch läuft Gefahr nach einer Schwangerschaft verzogen zu sein. Wenn du das nicht möchtest, sollest du dir vielleicht eine andere Stelle aussuchen.

Und zu guter Letzt: Niemand sollte sich schämen müssen, wenn man sich vor einem Tattoo die Frage stellt:

Wie wird ein Tattoo eigentlich entfernt?

Denn wer kennt denn das nicht, dass man sehr überzeugt von einer Entscheidung ist, aber diese nach etlichen Jahren doch bereut. Kein Mensch ist so fokussiert, dass man sich nicht noch mal umentscheiden könnte. Auch bei einem Tattoo.

Vielleicht startest du ja auch mit einem kleinen Motiv und lässt dich von einem dieser Mini-Motive inspirieren.

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