Diese Frau schrieb ihren eigenen Nachruf selbst

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Emily Phillips berührt mit ihrem Nachruf Menschen weltweit.
Foto: Twitter / TODAYshow

Ein Nachruf der um die Welt geht

Emily Phillips wusste, dass sie bald sterben würde. Die Frau beschloss, ihren Nachruf selbst zu schreiben. Nun wurde er veröffentlicht.

Jeder Mensch weiß, dass sein Leben eines Tages endet. Doch nur die wenigsten möchten und können sich aktiv mit diesem Thema auseinander setzen. Der Tod scheint stets in weiter Ferne. So geht es auch Emily Phillips. Sie möchte nicht glauben, dass sie sterben wird. Doch sie muss und stellt sich ihrem Schicksal. Die krebskranke Frau schreibt ihren eigenen Nachruf selbst.

Jetzt wurden die rührenden Zeilen in der Florida Times-Union veröffentlicht. Die 68-Jährige ist Ende März an Krebs gestorben. Der Tag der Diagnose lag nur 29 Tage zurück. Der Nachruf ist humorvoll und traurig zugleich geschrieben, so dass auch fremde Leser nicht wissen, ob sie weinen oder lächeln sollen:

"Es schmerzt mich, das zugeben zu müssen, aber anscheinend bin ich gestorben. Jeder hat mir gesagt, dass das eines Tages passieren würde, aber das war einfach etwas, was nicht hören wollte, zu wenig Erfahrung dafür. Mal wieder sind die Dinge nicht so gekommen, wie ich es mir vorgestellt habe! Das ist die Geschichte meines Lebens, mein ganzes Leben lang.

Und wo wir gerade beim Thema sind (die Geschichte meines Lebens) ... am 9.Februar 1946 feierten meine Eltern und ältere Schwester meine Geburt und ich wurde allen als Emily Debrayda Fisher, der Tochter von Clyde und Mary Fisher aus Hazelwood vorgestellt. Ich kann nicht glauben, dass das in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts passiert ist aber es gibt Akten darüber im Gerichtshof, die diese Behauptung bekräftigen können. Gerade mal zwei Jahre später, als ein anderes Mädchen geboren wurde, wurde ich zur mittleren Schwester der berüchtigten drei Fisher Mädchen und die Welt änderte sich für immer.

Als Kind ging ich zur alten Hazelwood Grundschule, wo Lehrer wie Mrs. McCracken, Mrs. Davis und Mrs. Moody den Samen in mir pflanzten, der mich schließlich dazu brachte Lehrerin zu werden. Ich begann meine Karriere als Lehrerin stolz an der selben Schule im Januar 196, und von da an begann ich junge Kinder in den Nachbarstaaten Virginia, Georgie und Florida zu unterrichten, wo ich nach 25 Jahren in Rente ging.

So viele Dinge in meinem Leben schienen so unbedeutend zu dem Zeitpunkt, als sie passierten, aber gewannen immer mehr an Bedeutung, je älter ich wurde. Die Erinnerungen, die ich jetzt mit mir nehme, sind so kostbar und wertvoller als all das Gold und Silber in meinem Schmuckkästchen.

Erinnerungen... wo fange ich an? Nun, ich erinnere mich, wie Mutter eine Schürze trug; ich erinnere mich daran, wie Papa uns zum Square Dance rief; ich erinnere mich, wie mich meine ältere Schwester vom Dreirad schubste (in der Einfahrt der Cinders); ich erinnere mich, wie meine kleine Schwester schlafwandelnd aus dem Haus lief; ich erinnere mich an Großmutter Nonnie, die edle Kleider für mich nähte, als ich klein war; ich erinnere mich, wie Großmutter Mamateate Hühnerhälse umdrehte, so dass wir ein Sonntagsessen hatten. Ich erinnere mich, wie ich die Braut war, bei unserer Tom Thub Hochzeit und Skits für den 4-H Club in der vierten Klasse aufführte. Ich erinnere mich, dass ich morgens im Frühling kleine Rosenknospen abschnitt, noch feucht vom Tau und zur Schule trug und ich erinnere den Geruch von frisch gemähtem Gras. Ich erinnere mich an die Aufregung, als ich unsere Schulkapelle am Mardi Gras in New Orleans die King Street runterführte (ich war Tambourmajorette). Ich erinnere mich, wie ich Waynesville bei der Wahl zur Miss North Carolina darstellte und ja, ich wirbelte meinen Taktstock zu den Klängen von 'Dixie' durch die Gegend. Wie hätte es anders sein können.

Ich heiratete den Mann meiner Träume (groß, dunkel, gut aussehend) am 16. Dezember 1967 und von dem Tag an war ich stolz, Frau Charlie Philips, die großartige Diva des ganzen Haushalts. Unser Plan war es, zwei Kinder zu haben, ein Mädchen und einen Jungen. Unerklärlicherweise waren wir erfolgreich dabei, denn wir wurden mit unserer Tochter Bonnie und später unserem Sohn Scott gesegnet. Zu sehen, wie die beiden zu den Menschen heranwuchsen, die sie sein sollten, brachte unserem Leben eine wundervolle Bedeutung.

Das könnte ein guter Zeitpunkt sein, um Unstimmigkeiten auszubügeln.

Ich entschuldige mich, dass ich die süße Bonnie dazu gezwungen habe, No Frills Jeans zu tragen und Scott im Kindergarten rote Hemden anzuziehen. Anscheinend war beides erniedrigend für sie, aber beide waren in der Lage, über ihre Scham hinauszuwachsen und erfolgreiche Erwachsene zu werden. Ich möchte mich bei Mary Ann dafür entschuldigen, dass ich ihre Papierpuppen zerrissen habe und bei Betsy, dass ich einen Kerl gedatet habe, in den sie verliebt war.

Genau als ich dachte, ich sei zu alt, um mich noch einmal zu verlieben, wurde ich Großmutter und meine fünf Enkel-Engel stahlen nicht nur mein Herz, sondern gaben auch den Großteil meines Geldes aus.

Sydney Elizabeth, Jacob McKay und Emma Grace (allesamt Uprights) haben mein Leben mehr bereichert, als es Worte je ausdrücken könnten. Sydneys "noch einen, noch einen" wenn sie um Kekse bettelte; Wie Jake immer sagte "krank wie eine Katze" wenn ich sagte, jemand sei krank wie ein Hund; und wie Emma ihr wunderschönes langes Haar abschnitt und dann eine ihrer Augenbrauen abrasierte... Ja, das sind ein paar meiner Lieblingsdinge. Sie sind unersetzbare Schätze und werden mich begleiten, wo auch immer mich meine Reise hinbringt.

Ich beharrte immer darauf, dass meine größten Schätze mich Nana nannten. Das stimmt nicht ganz. Sehen Sie, meine jüngsten Enkel-Engel William Fisher Philips und Charlie Jackson Phillips nennen mich "Nana Banana." (Danke Chris und Scott, dass ihr so mutige Kinder habt.) Die beiden sind auch sehr gut darin darauf zu bestehen, dass ich sie in die Finger kriege, jedes Mal, wenn ich zu Besuch bin und da ich auf dem Gebiet ziemlich talentiert bin, war ich immer in der Lage, ihnen diesen Gefallen zu tun. (Ich halte sogar den Weltrekord fürs "In die Finger kriegen" und ich trage diesen Titel mit Stolz.)

Apropos Titel... Ich besaß ein paar zu meiner Zeit. Ich war eine hingebungsvolle Tochter, ein energiereicher Teenager, ein Absolvent der WCU (summa cum laude), eine liebende Ehefrau, eine tröstende Mutter, eine engagierte Lehrerin, eine echte und loyale Freundin und eine verwöhnende Großmutter. Und wenn ihr das nicht glaubt, fragt mich einfach. Oh, wartet, ich fürchte es ist zu spät für Fragen. Tut mir leid.

So..ich wurde also geboren; blinzelte und es war vorbei. Keine Gebäude, die nach mir benannt wurden; keine Monumente, die mir zu Ehren erbaut wurden. Aber ich hatte die Chance, jeden einzelnen meiner Freunde sowie alle meine Familienmitglieder zu kennen und zu lieben. Wie viel mehr kann ein Mensch gesegnet sein?

Am Ende erinnert euch.. tut euer Bestes, verfolgt euer Ziel und macht etwas Großartiges aus eurem Leben. Oh, und hört nie auf zu lächeln.

Wenn ihr wollt, könnt ihr mich im abendlichen Sonnenuntergang suchen oder bei den ersten Osterglocken im Frühling oder zwischen den flatternden und schwebenden Schmetterlingen. Ihr wisst, ich werde in irgendeiner Form da sein. Natürlich wird das einige beruhigen, während es andere ärgern wird, aber ihr wisst... das bin ich.

Und damit verlasse ich euch... bitte weint nicht, weil ich gegangen bin; seid lieber glücklich, dass ich da war. (Oder weint vielleicht ein bisschen. Schließlich bin ich ja gestorben). Heute bin ich glücklich und tanze. Vermutlich nackt.

Ich werde euch immer lieben. Emily"

Mit ihrem Nachruf schafft sie es, Menschen zu Tränen zu rühren, die sie nie kannte. In den lustigen, weisen und traurigen Zeilen erkennt man die Persönlichkeit dieser starken Frau und plötzlich scheint es, als wäre sie eine Vertraute. Auf diese Weise verbringt Emily Phillips das vermeintlich Unmögliche: Menschen beginnen noch nach ihrem Tod sie zu mögen.

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