Diese Situationen kennst du nur, wenn du Weihnachten bei deinen Eltern feierst

weihnachten zuhause
In unserer Vorstellung sieht Weihnachten Zuhause so aus, in der Realität geht es nicht immer so harmonisch zu
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Oh du fröhliche

Alle Jahre wieder machen wir uns an Weihnachten auf den Weg zu unseren Eltern, mit gemischten Gefühlen, denn es ist, als würden wir in die Vergangenheit reisen.

Kaum haben wir die Schwelle unseres Elternhauses überschritten, fühlen wir uns wieder wie ein Teenager! Pickel, Zahnspange und Babyspeck sind weg, doch auch wenn wir jetzt eigentlich erwachsen sind, gelten Zuhause immer noch die gleichen Regeln wie früher.

Kind, kannst du dir mal meinen Computer angucken?!

Kaum sind wir durch die Tür, werden wir schon mit technischen Fragen zu Computer, iPad und Smartphone bombardiert. Das Quizduell, die Lieblingsapp meiner Mutter braucht ein Update, mein Vater ist empört, weil fremde Frauen ihn bei Skype anschreiben und irgendwas stimmt mit dem Drucker nicht! Wer zur Generation "Ihr müsst das ja wissen" gehört, kann alles lösen, auch wenn er nicht Informatik studiert hat!

Alles läuft nach Schema F

Alle Jahre wieder: Es gibt immer das Gleiche zu essen! Es ist immer superlecker, aber ein bisschen Abwechslung wäre schon nicht schlecht. Um Punkt 17 Uhr geht es zum Weihnachtsgottesdienst in die Kirche, danach Bescherung und dann Futtern, bis der Rock zwickt. Dank reichlich Alkohol, sind wir spätestens um zehn Uhr nicht nur alle leicht angetrunken, die Zunge löst sich leider auch ...

Wer ist das Lieblingskind?

Ich liebe meinen älteren Bruder über alles, doch wir funktionieren im Erwachsenenleben besser, wenn ein gewisser Sicherheitsabstand zwischen uns liegt. Denn zusammen unter dem Dach unseres Elternhauses sind wir wieder Teenager, die Futterneid haben, Petzen und sich in allem überbieten müssen. Erst zu fortgeschrittener Stunde, liegen wir uns in den Armen und versichern uns rühr- und weinselig wie sehr wir einander doch vermissen und lieb haben!

"Du willst noch ausgehen?!"

Alle Freunde von früher sind in der Gegend, bei ihren Eltern, sie machen vermutlich gerade das Gleiche durch wie ich. Wir sollten uns treffen, darüber reden, in unserer alten Lieblingskneipe. Doch wenn man wie ich auf dem Dorf aufgewachsen ist, dann scheitert dieser Plan schon am Fortbewegungsmittel. Der letzte Bus fährt um 22 Uhr, Autofahren wäre nicht mehr verantwortungsbewusst und die Taxidichte lässt auch zu wünschen übrig. Und dann die vorwurfsvolle Frage: "Du willst noch ausgehen? Aber es ist doch heilig Abend!" Enttäuschte Gesichter. Ich seh es ein, mein Klassentreffen muss bis morgen warten!

Und damit verdienst du dein Geld?

Obwohl meine Eltern das kleine Einmaleins des Internets beherrschen, ist es für sie schwer vorstellbar, was ich den lieben langen Tag bei der Arbeit so treibe. "Du schreibst also im Internet? Aha! Und dann kommt das bei Facebook ..." So oder so ähnlich könnte ein Gespräch mit meiner Mutter aussehen, die immer noch nicht fassen kann, dass ich neulich ihre längst verschollene Schulfreundin bei Facebook gefunden habe, obwohl ich einfach nur ihren Namen im Suchfeld eingegeben habe. "Also Recherchieren kannst Du!" Danke Mama!

Kindheit, ich komme!

Und wenn wir dann am nächsten Morgen mit einem dicken Kopf in unserem Kinderzimmer aufwachen, fühlt es sich an, als hätten wir uns in einer Zeitkapsel zurück in die Vergangenheit gebeamt. Doch zum Glück haben wir uns nicht letzte Nacht vor dem Schwarm der Schule zum Löffel gemacht, sondern im Kreise unserer Lieben ein lustiges und etwas skurriles Weihnachtsfest gefeiert.

Nach den Weihnachtsfeiertagen fahren wir dann mit gefühlt fünf Kilo mehr auf den Rippen und dem beschwingten Gefühl nach Hause, dass sich manche Dinge nie ändern - und das ist auch gut so!

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