ErziehungDiesen Satz sollten Mütter nie über ihre Kinder sagen

Diesen Satz sollten Mütter nie über ihre Kinder sagen
Darf man über sein Kind alles sagen? Bei weitem nicht.
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Wer sagt "Mein Kind würde das ja nie machen", erwartet, dass sein Kind unfehlbar ist. Ein fataler Fehler, wie Psychologen sagen.

Wenn Eltern beobachten, wie fremde Kinder in Restaurants nörgeln, in der Stadt schreien oder - mehr oder weniger ausversehen - irgendwas kaputt machen, neigen sie zu einem gemeinsamen Gedanken: "Zum Glück würde das mein Kind niemals machen!"

Doch Psychologen und Familientherapeuten sind sich einig: Diesen Satz sollten Eltern möglichst schnell aus ihrem Kopf verbannen.

In einem "Mein Kind würde das ja nie tun" schwingt so einiges an Nachrichten mit. Etwa

  • Mein Kind ist artig.
  • Mein Kind macht solche Fehler nicht.
  • Mein Kind kann sich kontrollieren.
  • Mein Kind verhält sich wie ein kleiner Erwachsener.

Wer seinem Kind aber eine gewisse Perfektion zuspricht, nimmt ihm (unterbewusst) das Recht, Dinge spielerisch auszuprobieren - und gegebenfalls zu scheitern. Lernen zu scheitern ist allerdings essentiell für die gesunde Entwicklung eines Kindes. Es muss auch lernen, mit Enttäuschungen umzugehen und Niederlagen einzustecken.

 

Eltern sagen den Satz, um sich selbst zu beruhigen

Eltern, die diesen Satz sagen, tun es in erster Linie für sich, um sich zu beruhigen. Das ist verständlich wenn man sich anschaut, womit Eltern Tag für Tag zurechtkommen müssen. Schaffen sie es "trotzdem", ihr Kind vernünftig zu erziehen, sodass die Kinder möglichst wenige "dumme Sachen" machen, können sie stolz auf sich sein. Jedoch sicher können sich Eltern nie sein, ob ihr Kind nicht auch mal auf eine - vielleicht noch blödere! - Idee kommt.

Indem Eltern sagen "Mein Kind würde so etwas nie tun", bestärken sie sich selbst darin, dass sie auf dem richtigen Weg sind, gute Eltern zu sein - und das trotz alltäglicher Probleme und Zweifel an den eigenen Fähigkeiten als Eltern.

Psychologen warnen, dass dieser Satz aber weder den Kindern noch den Eltern hilfreich ist. Durch den einen Satz wird das Risiko nicht geringer, dass das eigene Kind vielleicht auch mal etwas tut, was bei anderen beobachtenden Eltern die "Mein Kind würde es nie tun"-Reaktion auslöst. Und eigentlich wissen alle Eltern, dass auch ihr Kind die Fähigkeit zu jeglichen Dummheiten hat.

Kinder wollen (und müssen!) ihre Grenzen austesten. Und sie wollen wissen was passiert wenn: Wenn die Tasse auf die Kacheln fällt, wenn der Regenwurm zerquetscht wird, wenn man an der Tischdecke zieht oder einfach mal losrennt - ganz egal wohin.

Psychologen verorten diese Neugier in der Kategorie "angeborene Entdeckerfreude." Denn Kinder - aber auch Erwachsene - lernen am besten aus eigenen Erfahrungen, aus eigenen Fehlern, aus dem eigenen Scheitern. Ein Kind kann nicht lernen, wie man aufsteht, wenn es nie hinfällt. Deswegen warnen Experten alle Eltern davor, ihr Kind optimieren zu wollen; es vor allen Fehlern fern zu halten; es nie stolpern zu lassen.

Wer sich also das nächste Mal dabei ertappt zu denken, sein Kind würde etwas niemals tun, sollte den Satz etwas umändern in: "Das hätte meinem Kind auch passieren können!" und vielleicht noch: "Was kann ich tun, um zu helfen?"

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(ww7)

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