Djerba - ein Paradies für Aktive

djerba ein paradies fuer aktive

Reise: Djerba

320 Sonnentage im Jahr, Sport satt, luxuriöse Spa-Tempel und ein Hauch von 1.001 Nacht. SHAPE-Autorin Tina Engler stürzte sich auf Nordafrikas beliebtester Badeinsel in zahlreiche Fitness-Abenteuer und ließ sich zur Belohnung so richtig verwöhnen.

Oase für Sportler und Erholungsuchende

Nichts wie weg hier! Zu viel Arbeit, zu wenig Bewegung und Zeit für mich. Das Reisebüro meines Vertrauens weiß Rat: „Djerba ist das reinste Paradies und gerade mal drei Flugstunden entfernt. In den Clubs sind viele Sportarten inklusive und Wellness ist viel günstiger als bei uns.“

Spontan buche ich einen Zehn-Tages-Trip und schon eine Woche später packe ich meine Koffer, um auf die tunesische und südlichste Insel im Mittelmeer zu fliegen. Als ich nachts auf Djerba lande, gießt es wie aus Eimern.

Der Taxifahrer, der mich in den rund 30 Kilometer entfernten „Club Aldiana“ bringt, ist begeistert. „Endlich Regen! Du bringst Glück über die Insel“, begrüßt er mich in einer Mixtur aus Französisch und Deutsch.

Klicken Sie sich in der Galerie durch das tunesische Paradies (19 Bilder)!

Aus seinen Boxen scheppern orientalische Klänge und über seinem Innenspiegel baumelt eine kleine, silberne Hand. „Gegen den bösen Blick“, erklärt er mir. Ich lächle freundlich und wünsche mir nur eins: Sonne!

Und siehe da – als ich am nächsten Morgen aus dem Fenster schaue, ist der Himmel strahlend blau und das Meer funkelt in den unterschiedlichsten Grüntönen.

Nach Djerba kommen die meisten Urlauber aber nicht nur wegen der 320 Sonnentage im Jahr, sondern auch wegen der feinsandigen Strände Sidi Mahrez und La Séguia, die über 17 Kilometer lang die Nordostküste säumen.

Geballte Ladung Fitness

Am Sidi Mahrez liegt auch der „Club Aldiana Atlantide“.

Der Strand fällt flach ins Meer ab und ist ein idealer Spot für Wassersportarten wie Kiten, Windsurfen und Segeln.

Das werde ich alles ausprobieren, aber jetzt knurrt mein Magen und das riesige Frühstücksbüffet lockt.

Ich suche mir einen Platz an einem der Achtertische auf der Terrasse. „Urlaub unter Freunden“, der Slogan des Clubs, ist auch Konzept – in lockerer Runde kommt man schnell ins Gespräch.

Meine Tischnachbarin, Jessica aus Köln, hat schon die „Gazette“ griffbereit. Der tägliche Newsletter verrät, was auf dem Programm steht.

Rund 65 (!) Fitnesskurse werden pro Woche angeboten, dazu noch Tennis , Golf, Wassersport, Beachvolleyball, Bogenschießen und Reiten.

Ich bin überfordert, und da ich mich nicht entscheiden kann, kommt mir der Vorschlag von Trainer Phil gerade recht: „Mädels, gleich gibt’s Bogenschießen, ein toller Sport, der die Konzentration schärft und die Armmuskeln definiert.“

Gute Argumente – ich bin überzeugt und mache mich zielstrebig auf den Weg zum Schießstand. Mit „Pfeile frei“ eröffnet Phil das Training und andere, schon geübte Bogenschützen schießen ihre Pfeile auf die in zehn Metern Entfernung aufgestellten Zielscheiben.

Feuer frei!

Bevor ich selbst losfeuern darf, erklärt mir Phil die Haltung. Pfeil einspannen, Arm strecken, Ziel anvisieren, Pfeil bis zur Spitze durchziehen, loslassen.

Klingt einfach, aber da mein Bogen 28 Pfund Zugkraft hat, sind die ersten Versuche mühsam und meine Pfeile fliegen wild durch die Gegend.

Doch nach einer halben Stunde habe ich den Bogen raus und mit rasanten 180 Stundenkilometern trifft mein Pfeil mitten ins Schwarze.

Ich bin ganz stolz – und nehme mir fest vor, mein Können morgen weiter zu verbessern. Beschwingt durch mein erstes Erfolgserlebnis suche ich gleich nach der nächsten Herausforderung .

Da bis auf Tauchen, Reiten und Golfen alles inklusive ist, probiere ich mich durch die unterschiedlichsten Kurse: Beim „Bodyfit mit T-Bow“ geht es schwungvoll zur Sache. Die Übungen auf dem kippeligen Bogen erfordern viel Balance und ich spüre jede Muskelfaser.

Im Anschluss strampele ich mir die Kalorien beim Indoorcycling ab, schnuppere beim Flexi-Bar-Training rein und versuche, zu südamerikanischen Rhythmen beim Zumba-Workout der Choreografie aus Tanz- und Aerobicschritten zu folgen.

Yoga bei Sonnenaufgang

Als ich entdecke, dass jeden Morgen am Strand der Yoga-Sonnengruß zelebriert wird, schließe ich mich spontan an. Und finde, dass sich zusammen mit anderen Frühaufstehern der Sonne entgegenzustrecken ein ganz tolles Gefühl gibt.

Danach bin ich hellwach und energiegeladen. Gut so, denn schließlich gibt es noch viel zu tun: An einem Tag nehme ich meine ersten Tennisstunden, an einem anderen mache ich einen Golf -Schnupperkurs und bekomme einen Blitz-Lehrgang im Hobie-Cat-Segeln – und wenn genügend Wind ist, übe ich Kitesurfen.

Ich teste mich durch weitere Fitnesskurse, finde mich täglich zum Beachvolleyball ein, mache Reitausflüge bei Sonnenuntergang und lasse mich auch mal von einem Kamel am Strand entlangschaukeln. Täglich rund fünf Stunden Sport und viel Sonne beim Faulenzen am Strand machen abends ganz schön müde.

Deshalb finden die nächtlichen Clubabende erst mal ohne mich statt. Nach sechs Tagen Nonstop-Sportprogramm will ich endlich die Insel erkunden.

Mit dem Taxi fahre ich für fünf Dinar, umgerechnet rund drei Euro, in die 60.000 Einwohner zählende Hauptstadt der Insel, Houmt Souk.

Facettenreicher Inselalltag

Die Farben Tunesiens ziehen auf der 20-minütigen Fahrt an mir vorbei: schneeweiße Häuser und Moscheen, ockerfarbene Erde, silbrig-glänzende Olivenbäume und das tiefe Grün der Dattelpalmen. Dazwischen blöken Esel, alles ist beschaulich und ruhig.

Auch in der Stadt ist keine Hektik zu spüren. Alte Männer sitzen vor den Cafés und rauchen ihre Shishas, orientalische Wasserpfeifen.

Händler versuchen, in den vielen Gässchen Kamelledertaschen, Gewürze , bunte Keramikschüsseln und Berberschmuck an die Touristen zu verkaufen. Natürlich fordern sie zunächst Wucherpreise, aber wer wie ich gerne handelt und feilscht, kann die Kosten um 80 Prozent drücken.

Auf dem Fischmarkt geht es besonders laut zu, denn die Fischer, die auf hohen Stühlen ihre Waren anpreisen, versuchen sich gegenseitig zu überschreien. Um noch ein wenig mehr vom Inselalltag mitzubekommen, mache ich mit dem Taxi einen Abstecher in den Süden, nach Guellala.

Obwohl der Ort nur 20 Kilometer vom Touristenzentrum entfernt liegt, steht hier die Zeit still. Eselskarren ziehen an mir vorbei, Frauen arbeiten auf den Feldern, ihre Riesenstrohhüte tief in die von der Sonne gegerbten Gesichter gezogen.

Heilkraft des Meeres

Der Fahrer bringt mich zu einem alten Seidenweber, der kunstvolle Stoffe webt und daraus Festtags-Kleider schneidert.

Sie sind wunderschön, aber da Mohammed an einem Stück über vier Wochen sitzt, kosten sie 600 Euro, und das gibt mein Reise-Budget nun wirklich nicht her.

Der gastfreundliche Berber lädt mich zum Abendessen ein, doch leider kann ich nicht bleiben, weil ich mit meinen neuen Urlaubsfreunden zum Abschiedfeiern verabredet bin. Es wird ein rauschendes Fest, das bis in die frühen Morgenstunden dauert.

Entsprechend verschlafen packe ich nach der kurzen Nacht meine Koffer und freue mich auf die nächsten drei Tage. Denn jetzt werde ich mich im 16 Kilometer nördlich gelegenen Luxushotel „SAS Radisson Resort & Thalasso“, das aussieht wie ein Palast aus 1.001 Nacht, nochmal so richtig verwöhnen lassen.

Bei den Behandlungen im angeschlossenen „Athénée Thalasso & Spa“ stehen die Heilkräfte des Meeres im Mittelpunkt. Meerluft, Meerwasser, Algen, Meersalz und -schlamm dienen in Form von Bädern, Massagen und Inhalationen dazu, den Körper zu entschlacken und die Haut zu straffen.

Bei vier Treatments pro Tag komme ich zwar kaum aus meinem Bademantel heraus, dafür fühle mich aber auf der Heimreise wie neugeboren!

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