Dominikanische Republik - Insel der Glücklichen

dominikanische republik
Einer der weißen Traumstrände der Dominikanischen Republik
Foto: © Iakov Kalinin - iStockphoto.com

Karibik

Kreisende Hüften, edel restaurierte Plätze, lebensfrohe Menschen: In der Hauptstadt Santo Domingo ist die Seele der Karibik zu spüren.

Schweißperlen rinnen mir am Hals hinunter, sammeln sich im Dekolleté und hinterlassen dunkle Flecke auf meinem Shirt. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei gefühlten 100 Prozent. Immer. Tagsüber, nachts. Ich nippe an meiner eisgekühlten Piña colada.

Vor mir lässt eine Salsa-Sängerin mit rot geschminkten Lippen und hautengem Rock ihr Becken lasziv kreisen. Während die meisten Touristen regungslos an einem der weißen Traumstrände der Dominikanischen Republik garen, dürstet es die heißblütigen Einheimischen nach Bewegung.

Immer, egal wo. Auf dem Gemüsemarkt, in der Autowaschanlage - oder eben abends auf der romantisch beleuchteten Plaza de España mitten in der Zona Colonial von Santo Domingo. Die Hauptstadt tanzt. Merengue, Salsa.

"Wer nicht tanzt, ist ein schlechter Liebhaber." Mit diesen Worten zieht mich Carlos Batista auf die Tanzfläche und wirbelt mich herum. Laute Trommeln begleiten die Sängerin. Direkt vor dem Alcázar de Colón, einer Festung im Kolonialstil, die zwei Reihen Arkaden zieren. Ich bin ergriffen von der Fröhlichkeit dieser Menschen. Und tauche ein in ihr Leben voll ansteckender karibischer Gelassenheit.

Müde und mit einem Churro, dem fettig gebackenen Hefekringel, bewaffnet, schlendere ich am nächsten Morgen mit Reiseführer Carlos durch die Gassen seiner Heimatstadt.

Zurückversetzt in eine Zeit, als noch spanische Edelleute die Straßen bevölkerten. Vorbei an hübsch restaurierten Palästen und Herrenhäusern, blumengeschmückten Innenhöfen. Straßenverkäuferin Luisa sortiert die Kokosnüsse auf ihrem Stand, gekonnt schlägt sie die Früchte auf. Die Sonne brennt mir auf die Stirn. Ich probiere den frischen, süßlichen Saft der tropischen Nuss. Köstlich!

Wir stehen auf der ältesten gepflasterten Straße Amerikas, der Calle Las Damas. Hier flanierten im 16. Jahrhundert die Damen der ersten Kolonialstadt Amerikas.

Ein paar Ecken weiter weht mir ein erdiger Zigarrengeruch um die Nase. Am gemütlichen Parque Colón, direkt vor der Kathedrale, treffen wir Juan Santana. Der Tabaquero lächelt schüchtern. Auf einer alten Maschine rollt er gepresste, dunkelbraune Tabakblätter. Schon seit 22 Jahren dreht der charmante Juan einen der größten Exportschlager des Landes, feinste Cohiba-Zigarren. "Seit ich in der Stadt arbeite, geht es meiner Familie viel besser", erzählt der ehemalige Bauer.

Juan hat Glück gehabt. Die Arbeitslosigkeit ist hoch im Land, erklärt mir Carlos später. Viele verdienen sich ihr Geld auf der Straße, etwa mit dem Putzen von Schuhen. "Trotzdem sind Dominikaner die glücklicheren Menschen", sagt Auswanderer Georg voller Überzeugung.

Georg Rieck kam in den Neunzigern her. Der lustige Kölner baute einen Präsidentenpalast in der Calle Duarte zum Hotel um. Viel Arbeit. "Aber hier schaut keiner morgens griesgrämig drein wie zu Hause in der Straßenbahn." Ich verstehe, weshalb er die Domstadt kaum vermisst.

Doch eins hat "La Capital" mit Köln gemeinsam: Es wird gern getanzt, wie die Jecken zum Karneval. Am Abend ist wieder Merengue-Zeit. Laute karibische Rhythmen hüllen mich ein. Unter Palmendächern essen wir das Nationalgericht, scharf gewürzte rote Bohnen, Reis und Rindfleisch. Die "Bandera Dominicana" ist im Kultrestaurant "El Conuco" im Stadtteil Gazcue ein Muss.

Danach geht's Richtung Nordostküste: endlich Karibik-Feeling, wie ich es aus dem Prospekt kenne. Auf der Halbinsel Samaná puderweiche, weiße Strände, Wälder aus Kokospalmen, türkisfarbenes Meer.

Im Fischerdorf Las Terrenas ist die Zeit stehen geblieben: kleine, knallig bunte Gästehäuser, nette Boutiquen, alles ein bisschen verrückt, kreativ und doch authentisch. An der einsamen Playa Rincón esse ich frisch gegrillte Langusten. Ein Traum! Und am Abend zieht es mich wieder zu den wilden Merengue-Partys, diesmal in einer Autowaschanlage. Karibische Lebensfreude - wie ich es liebe.

Die Dominikanische Republik liegt auf der östlichen Hälfte der karibischen Insel Hispaniola zwischen Atlantik und dem Karibischen Meer.

Beste Reisezeit

November bis April - dann ist es angenehm warm und trocken.

Gut hinkommen

Direktflüge in die Hauptstadt Santo Domingo bietet z. B. Condor ab 760 Euro an. Tolle Pauschalreisen gibt's bei TUI: sieben Tage im Viereinhalb-Sterne-Hotel auf Samaná für 1.417 Euro, All-inclusive.

Tipp

Im August findet in Santo Domingo das "Festival del Merengue" statt.

Hauptschauplatz: am Malecón.

Mehr Informationen www.godominicanrepublic.com

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