Down-Syndrom: Eine Mutter kämpft gegen Vorurteile

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Das ist Louise. Ihre Mutter hat genug von den Vorurteilen über das Down-Syndrom.
Foto: Facebook / Caroline Boudet

Das ist Louise: Ein Baby. Nicht das Down-Syndrom-Baby.

Ständig wird sie auf das Down-Syndrom ihrer Tochter angesprochen. Jetzt hat sie genug von den Vorurteilen: Der eindrucksvolle Post einer Mutter geht um die Welt.

Ein Baby ist ein Baby. Ob es eine Behinderung hat ist zunächst einmal genauso egal, wie ob es blond oder brünett wird. Das Baby lebt. Und es hat wie jedes andere Kind das Recht, so akzeptiert zu werden wie es ist. Trotzdem ist die Gesellschaft in manchen Fällen leider noch viel zu weit von der Toleranz entfernt, die sich Mütter für ihre Kinder wünschen. Caroline Boudet ist eine von ihnen. Sie hat genug von Vorurteilen.

Die Französin ist stolze Mutter eines kleinen Mädchens namens Louise. Diese ist gerade einmal vier Monate alt, die Zeit reichte jedoch offensichtlich dafür aus, Caroline mit unzähligen Fragen und Vorurteilen zu bombardieren. Denn Louise hat das Down-Syndrom. Jetzt teilt die Mutter ein Bild ihrer Tochter auf Facebook , unter dem sie über ihre Erfahrungen spricht und ein für alle Mal mit Vorurteilen aufräumen möchte. Ihre ausdrucksstarken Worte gehen nun um die Welt.

„ [WORTE HABEN BEDEUTUNG]

Das ist mein kleines Mädchen, Louise. Sie ist 4 Monate alt, hat zwei Beine, zwei Arme und ein extra Chromosom. Bitte, wenn du eine Louise triffst, frag ihre Mutter nicht ‚Wie kommt es, dass du während der Schwangerschaft nichts davon wusstest?‘. Entweder sie wussten es und die Eltern haben sich dazu entschieden ‚das Baby zu behalten‘. Oder man wusste es eben nicht und es war überraschend genug für sie, um jetzt wieder und wieder darüber zu sprechen. Denk daran, dass Mütter die Tendenz haben, sich für alles schuldig zu fühlen; und so ein überraschendes zusätzliches Chromosom...Rate mal.

Sag ihrer Mutter nicht ‚Es ist dein Baby, egal was ist‘. Nein. Es ist mein Baby. Punkt. Denn: "egalwasist" ist ein hässlicher Name, ich nenne sie lieber Louise.

Sag ihrer Mutter nicht ‚Da sie ein Down-Syndrom-Baby ist wird sie...etc.‘. Nein. Sie ist ein 4 Monate altes Baby, das das Down-Syndrom hat. Es ist nicht was sie IST, sondern was sie HAT. Du würdest ja auch nicht sagen ‚Sie ist ein Krebs-Baby‘.

Sag nicht ‚sie werden dies tun oder das tun‘. ‚Sie‘ haben alle ihre eigenen Merkmale, ihren eigenen Charakter, ihren eigenen Geschmack, ihr eigenes Leben. ‚Sie‘ unterscheiden sich genauso voneinander, wie du dich von deinem Nachbarn.

Ich weiß, dass man, wenn man es nicht selbst erlebt, nicht darüber nachdenkt, aber Worte haben Bedeutung. Sie können dich trösten und sie können dich verletzten. Also denkeinfachdarüber nach, vor allem wenn du Arzt oder eine Krankenschwester bist.

Ich mache meinen Status normalerweise nicht ‚öffentlich‘ auf Facebook, diesen hier aber schon. Ihr könnt ihn lesen und teilen wie ihr möchtet. Weil es jedes Jahr (in Frankreich) 500 neue ‚Mütter von Louise‘ gibt, deren Tag ruiniert wird mit solchen Worten. Ich weiß, dass es nicht verletzend gemeint ist. Aber ihr müsst wissen, dass es das ist."

[MERCI A TOUS]Il y a 5 mois jour pour jour, Louise venait au monde, pas vraiment comme je l'avais imaginée.Il y a deux...

Posted by Caroline Boudet on Montag, 22. Juni 2015

Der Post wurde bereits über 36.000 Mal geteilt und hat die Grenzen Frankreichs schon lange überschritten. Caroline spricht Müttern weltweit aus der Seele. Wenn ein Kind zur Welt kommt, ob es das Down-Syndrom hat oder nicht, haben die frisch gebackenen Eltern bereits genug um die Ohren. Vorurteile können sie in diesem Moment nicht gebrauchen. Ein Baby ist ein Baby und es wird geliebt, wie es ist, ob mit Down-Syndrom oder ohne, blond oder brünett.

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