Echt reizend

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Mehr Spaß beim Sex
Foto: Thinkstock

Kolumne: Sex to Go

Wecken Sie seinen Spieltrieb, wenn Sie dauerhaft Spaß im Bett haben wollen – denn: Wer gemeinsam experimentiert, hat besseren Sex!

Wir trafen Ann und Paul in einem Online-Rollenspiel. Ann hatte Elbenohren und Paul sah aus wie der grüne Hulk. Als Ann vorschlug, gemeinsam in den Jacuzzi zu steigen, nahmen die Dinge ihren Lauf. Und während wir in Wirklichkeit Penne arrabiata kochten, lasen wir auf dem Bildschirm des Laptops, was Ann und Paul sich alles mit uns vorstellten. Die Nudeln wurden dabei irgendwann zu Brei, während wir, wild knutschend gegen den Küchentisch gelehnt, zur Sache gingen. Sich mit Paaren im Internet erotische Abenteuer auszumalen, ist aufregender als Pornos und nicht so ernüchternd wie der tatsächliche Besuch im Swingerclub: Abenteuer light.

Mir gehen Erotik-Extremsportler auf die Nerven. Es muss doch nicht gleich Sex am Bungeeseil sein oder die S/M-Orgie am Rande der Körperverletzung. Ich finde es Quatsch, Lust mit einer Hochleistungsdisziplin zu verwechseln, bei der gewinnt, wer möglichst viel riskiert – sei es die Beziehung oder die eigene Gesundheit. Sex soll doch vor allem Spaß bringen und oft reicht es, kleine Nuancen zu verändern, um wieder das besondere Kribbeln zu spüren. Einfach mal ein bisschen herumspielen, ohne das Leben ganz auf den Kopf zu stellen, das befreit und macht Lust auf mehr. Zum Beispiel beim Essen.

Verführung im Dunkelrestaurant

Uns war vorher nicht klar gewesen, wie stockfinster es im Dunkelrestaurant sein würde. Das schärfte alle Sinne – die Zunge und auch den Tastsinn, wie ich bald darauf bemerkte, als ein besockter Fuß mein Schienbein hochglitt. „Ist das dein großer Zeh da zwischen meinen Beinen?“, konnte ich schlecht fragen, denn es war viel ruhiger als in einem normalen Lokal. Also rutschte ich nur weiter nach vorn auf die Kante und überließ mich dem tastenden Fuß …

Das Höschen in der Kaufhaus-Umkleide auszuziehen, sich im vollbesetzten Fahrstuhl über ein Sex-Toy zu unterhalten, in der Disco einen Lapdance hinzulegen, gegenseitig Gipsabdrücke vom Intimbereich zu machen oder einen Kuchen in Penisform zu backen: Unsinn macht Spaß. Das ist wie Wasserbomben werfen als Kind. Amüsant und geradezu lehrreich ist Shopping der besonderen Art: „Wie atmet man denn da durch? Und gibt es unten auch eine Öffnung?“, fragte ich mit einiger Überwindung, aber die Verkäuferin in der sehr speziellen Abteilung des Sex-Shops erklärte mir cool, dass es sowohl um die Mundpartie einen Schlitz gebe als auch zwischen den Beinen.

Spaßige Sex-Spiele

Während sie mir die Ganzkörperhülle aus Gummi vorführte, mittels derer sich lebendige Frauen als Sexdolls verkleiden können, versuchte ich, nicht allzu befremdet auszusehen. Denn das war der Deal: sich ein abgefahrenes Toy im Detail erklären zu lassen. Wer lacht oder nicht glaubwürdig guckt, hat verloren. Ich schickte meinen Liebsten aus Rache in die medizinische Abteilung, wo ihm erklärt wurde, wie man ein strohhalmähnliches Röhrchen namens Prinzenzepter möglichst risikofrei in die Harnröhre schiebt.

Anschließend waren wir beide froh, im weitesten Sinne auf Blümchensex zu stehen und kein spezielles Equipment oder einen Krankenwagen zu brauchen. Sind solche Spielchen albern? Ja! Sie sind kindisch und manchmal peinlich. Aber lustig und aufregend sind sie auch. Selten haben wir so viel gelacht wie bei diesen Aktionen. Und selten hatten wir so oft Sex wie an diesen Spieltagen. Und wer sich unbedingt abrackern oder Rekorde feiern möchte, bitte. Ich allerdings hab lieber meinen Spaß – von mir aus auch gerne mal grünhäutig mit Elbenohren.

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