Eierstockkrebs früh erkennen!

eierstockkrebs
Rund 7500 Frauen erkranken jedes Jahr an Eierstockkrebs.
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Tumore im Unterleib

Eierstockkrebs und Gebärmutterhalskrebs: Unterleibstumore zählen zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. Je eher erkannt, desto besser behandelbar.

Der weibliche Unterleib ist leider ein Gebiet, in dem sich häufig Krebsgeschwüre bilden. Rund 11.900 Frauen erkranken jedes Jahr in Deutschland neu an Gebärmutterkörperkrebs, rund 7500 an Eierstockkrebs und 4600 an Gebärmutterhalskrebs. Zum Vergleich: An Brustkrebs erkranken 75.000 Frauen in Deutschland pro Jahr. Dennoch zählen Unterleibstumore prozentual zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. Die Prognosen sind sehr unterschiedlich.

Eierstockkrebs

Dr. Andreas Nugent, Frauenarzt in der Tagesklinik Altonaer Straße in Hamburg: "Eierstockkrebs ist ein sehr aggressiver Tumor. Das Problem ist auch, dass er meist erst spät erkannt wird. Es gibt keine Früherkennung, und die betroffenen Frauen haben anfangs meist keine Beschwerden. Erst spät treten Symptome wie Anschwellen des Bauches, Völlegefühl und Zyklusstörungen auf."

Behandlung: Hat sich der Eierstockkrebs noch nicht allzu weit ausgebreitet, wird operiert. Dabei müssen der betroffenen Frau beide Eierstöcke, die Eileiter, die Gebärmutter, das Bauchnetz und die Lymphknoten im Becken und Bauch entfernt werden. Im Anschluss an die Operation folgt fast immer eine Chemotherapie. Eine Therapie mit Antikörpern kommt ebenfalls in Frage.

Heilungschancen: Hat der Tumor bereits Metastasen gebildet (zum Beispiel in der Bauchhöhle), sinken die Chancen drastisch. Eine auf die Eierstöcke begrenzte Erkrankung hat eine sehr gute Prognose.

Gebärmutterhalskrebs

Erste Symptome können ungewöhnliche Blutungen oder übel riechender Ausfluss aus der Scheide sein. Bei Frauen vor den Wechseljahren weisen Blutungen zwischen den Menstruationen oder ungewöhnlich heftige Monatsblutungen auf eine Krebserkrankung hin. "Diese frühen Symptome sind für die b

Behandlung: Gebärmutterkörperkrebs wird fast immer operiert. Dabei müssen die Gebärmutter, die Eileiter und die Eierstöcke vollständig entfernt werden. Je nach Ausbreitung des Tumors folgt eine Strahlentherapie. Im fortgeschrittenen Stadium kommen auch eine Chemo- oder Hormontherapie in Frage.

Heilungschancen: Da der Gebärmutterkörperkrebs meist früh erkannt wird, kann die Patientin oft geheilt werden.

Gebärmutterhalskrebs

Bei fast allen Frauen, die an Gebärmutterhalskrebs erkranken, liegt eine chronische Infektion mit humanen Papillomaviren (HP-Viren oder HPV) vor. Die HP-Viren werden hauptsächlich beim Geschlechtsverkehr übertragen. Meist merkt man nichts von dieser Infektion und der Körper wird selbst mit den Viren fertig. In seltenen Fällen jedoch wird die Infektion chronisch, und dadurch steigt das Risiko, dass Zellen entarten. Das ist ein langsamer Prozess - bei der jährlichen Krebsfrüherkennung werden Zellveränderungen entdeckt. Junge Mädchen können sich gegen HPV impfen lassen.

Behandlung: Bei einer jungen Frau mit Kinderwunsch kann der Arzt über die Scheide eine kegelförmige Ausschneidung des Gebärmutterhalses (Konisation) vornehmen oder den Gebärmutterhals entfernen. Bei abgeschlossener Familienplanung oder im fortgeschrittenen Krebsstadium sollten sowohl Gebärmutterhals als auch Gebärmutter und die Lymphknoten des Beckens entfernt werden. Hinzu kommt eine Strahlentherapie und/oder Chemotherapie.

Heilungschancen: Gebärmutterhalskrebs wird oft vollständig geheilt, weil er in der Regel sehr früh erkannt wird.

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