Ein bisschen krank: Kommt jetzt die "Teilzeit-Krankschreibung"?

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Viele lassen sich wegen Rückenproblemen für lange Zeit krank schreiben. Aber könnten sie nicht "zumindest ein bisschen" arbeiten..?
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Teilzeit-Krankmeldung: Kann man stundenweise krank sein?

 

Weil die Kosten für das Krankengeld so drastisch gestiegen sind, überlegt man, eine Teilzeit-Krankschreibung einzuführen. Aber kann man nur stundenweise krank sein?

Die Deutschen werden immer häufiger immer länger krank. Rückenprobleme und Depressionen nehmen zu (bzw die Dunkelziffer bei letzterem sinkt) und nicht selten wird man bei diesen Erkrankungen länger als sechs Wochen krankgeschrieben. Ab sechs Wochen Krankschreibung zahlt für gewöhnlich die Krankenkasse ein Krankengeld.

Und da immer mehr Menschen immer länger krank werden, steigen auch die Ausgaben für dieses Krankengeld. Seit 2006 jährlich um etwa 8,1 Prozent. In den letzten zehn Jahren haben sich die Ausgaben der Krankenkassen für das Krankengeld nahezu verdoppelt.

Um dieser extremen Steigerung Herr zu werden, hat sich jetzt ein Sachverständigenrat Gesundheit etwas überlegt. Einer ihrer Lösungs-Vorschläge: Ein Teilkrankengeld.

Das bedeutet, dass auf der Krankschreibung in Zukunft nicht mehr nur "arbeitunfähig" stehen könnte, sondern dass sie unterteilt werden kann, zum Beispiel in 75-, 50- oder 25-Prozent-Schritten. Dass wir also statt komplett zu Hause zu bleiben, erst mal nur einen halben Tag arbeiten gehen.

Solche Weidereingliederungsmaßnahmen gab es auch schon vorher nach einer Krankschreibung, die länger als sechs Wochen andauerte. Jetzt könnte es sie auch schon nach einem kürzeren Zeitraum geben.

Also statt der heutigen "Alles-oder-Nichts", "Schwarz-oder-weiß"-Regelung (krank oder gesund, nichts dazwischen), gäbe es eine Zwischenmöglichkeit.

Wenn wir dann "ein bisschen" arbeiten, werden die Krankenkassen entlastet, da unser Arbeitgeber wieder verpflichtet ist, uns für "das bisschen" auch zu bezahlen.

Gut für diejenigen, denen langsam aber sicher zu Hause die Decke auf den Kopf fällt und die sich fit genug fühlen, wieder zu arbeiten - aber sich eben noch nicht die vollen acht Stunden zutrauen, sondern lieber erst mal nur zwei oder vier Stunden.

Doch eine Angst kommt auch: Könnten wir, wenn wir krank sind, unter Druck gesetzt werden, eher in Teilzeit zu gehen, statt uns zu Hause komplett auszukurieren? Sitzen wir bald mit Rückenschmerzen im Büro, weil unsere Krankenkasse zu "geizig" war?

Ferdinand M. Gerlach vom Sachverständigen-Team erklärte gegenüber der Tagesschau, dass die Teilzeitlösung keine Pflicht sein solle, sondern immer nur mit dem Einverständnis des Arbeitnehmers verschrieben werden sollte.

Wir sind gespannt, ob es wirklich zur Teilzeitkrankschreibung kommt.

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