Ein Eis als Kündigungsgrund

bananensplit kuendigung
Ein solcher Bananensplit führe zur Kündigung.
Foto: Getty Images

Das Eis des Anstoßes: Kündigung wegen sexueller Belästigung

Es sollte ein lustiger Abend unter Kolleginnen werden. Danach werden vier von ihnen fristlos entlassen. Der Kündigungsgrund: ein Eisbecher.

Menschen verlieren immer mal wieder wegen Kleinigkeiten ihren Job. Doch diese Kündigung ist so absurd, dass sie nun in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erregt. Der offizielle Kündigungsgrund: Sexuelle Belästigung.

Doch in Wahrheit handelt es sich bei der Belästigung keinesfalls um unerwünschte körperliche Annäherungen oder anzügliche Bemerkungen. Vielmehr war es ein Spaß unter Freundinnen, die nach diesem Vorfall wohl als Feindinnen auseinander gingen. Die sexuelle Belästigung ereignete sich an einem lustigen Abend, an dem vier Pflegerinnen des Alters- und Pflegeheims Schlossacker Binningen gemeinsam mit ihrer Chefin in einem American Diner feierten.

Die Kolleginnen haben unübersehbar ihren Spaß. Zu später Stunde beschließt der Kellner, für noch mehr Erheiterung zu sorgen. Er überrascht die Damen mit dem hauseigenen Bananensplit. Eine große Banane wird mit zwei Eiskugeln garniert, die Spitze ziert ein Klecks frischer Sahne. Der originelle Eisbecher erfüllt seinen Zweck: Die Stimmung ist auf dem Höhepunkt, als der Bananensplit serviert wird.

Die Mädels machen sich einen Spaß aus dem eindeutigen Eisbecher: Sie posieren abwechselnd mit der Banane am Mund vor der Kamera, auch ihre Chefin willigt für ein paar Fotos ein. Diese Entscheidung sollte nicht nur sie, sondern auch ihre Mitarbeiter später bereuen.

Denn zu Ende des Abends schämt sich die Chefin für die Fotos. Sie fordert ihre Mitarbeiter auf, die Aufnahmen zu löschen, die ihrem Wunsch nachgehen und ihr die Bestätigung zeigen. Doch das reichte ihr nicht.

Die Chefin bereut ihr Verhalten. Doch büßen müssen ihre Pflegerinnen. Sie meldet den Vorfall bei der Heimleitung, diese handelt sofort: Die vier Mitarbeiter werden allesamt wegen sexueller Belästigung gekündigt. Der Basler Zeitung erklärte die Chefin, sie habe sich geschämt: „Es ist mir erst im Nachhinein bewusst geworden, dass ich nicht nur einfach in eine Banane gebissen habe. Aber als ich bemerkte, wie ich da vorgeführt wurde, ist mir alles hochgekommen. Ich konnte nicht mehr mitmachen.“

Ein Bananensplit als Kündigungsgrund, kann das wirklich sein? Tatsächlich blieb es dabei: Die Mitarbeiterinnen wurden entlassen, als Entschädigung erhielten sie im Nachhinein gute Arbeitszeugnisse. Ein schwacher Trost.

Was Sie selbst tun können, wenn sie tatsächlich unter sexueller Belästigung leiden, erfahren Sie hier .

Kategorien: