Ein ganz normaler Alltagsgegenstand verändert ihr Leben dramatisch

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Unterschätzte Gefahr: Tampons können einen toxischen Schock auslösen.
Foto: Getty Images

TSS durch Tampons: Unterschätzte Gefahr

Erst fühlt sie sich nur matt. Am Ende landet sie mit einem Herzinfarkt im Krankenhaus und ihr Bein muss amputiert werden. Dabei benutzte sie vorher nur etwas, was du auch nimmst, ohne groß nachzudenken.

Es ist ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand, der für die meisten Frauen einmal im Monat ein treuer Begleiter ist: Ein Tampon. Doch gerade dieses Produkt, das Millionen Menschen ihr Leben lang bedenkenlos benutzten, kostete einer Frau nun ein Körperteil. Vor drei Jahren musste dem Model Lauren Wasser aufgrund eines toxischen Schocks ihr Bein amputiert werden. Ausgelöst wurde das Kreislauf- und Organversagen durch einen einfachen Tampon. Heute erzählt sie ihre Geschichte und geht vor Gericht gegen den Tamponhersteller vor.

Lauren Wasser führte ein Leben, von dem viele Mädchen träumen. Mit zwei Monaten zierte sie bereits neben ihrer Mutter eine Seite der italienischen Vogue, der Start einer erfolgreichen Model-Karriere. Die 24-Jährige war zufrieden mit ihrem Leben. Ihr Job lief gut, sie hatte viele Freunde, war gesund. Deswegen dachte sich Lauren auch nichts dabei, als sie sich eines Tages merkwürdig schlapp fühlte.

 

Es würde wohl eine Grippe sein, die ihr zusammen mit ihrer Periode zu schaffen machte. Lauren raffte sich auf, ging in die Drogerie, um Tampons zu kaufen – Kotex Natural Balance – ihre Standardmarke, die sie schon benutzte seit ihre Mutter ihr vor Jahren den Umgang mit Tampons erklärte. Nach diesem Tag würde Lauren sie nie wieder benutzen.

Lauren wechselt ihren Tampon alle paar Stunden, morgens, mittags und abends. Doch als sie nachts auf einer Party vorbeischaut, wird sie sofort wieder nachhause geschickt. Ihren Freunden fällt auf, wie unnatürlich blass sie ist, so sieht auch Lauren ein, dass es wohl das Beste wäre, einfach zu schlafen.

Als sie das nächste Mal aufwacht, steht die Polizei vor der Tür. Laurens Mutter hatte verzweifelt versucht, ihre Tochter zu erreichen. Wie lange sie geschlafen hat, weiß das Model nicht mehr, nur, dass es noch nicht genug war. Erschöpft beruhigt sie Polizisten und Familie, um sich gleich wieder hinzulegen. Am nächsten Tag steht die Polizei wieder vor der Tür. Doch diesmal öffnet Laura nicht.

Das Model wird mit hohem Fieber ins Krankenhaus gebracht. Ihr Körper ist voller Bakterien, die Organe versagen, Lauren erleidet einen Herzinfarkt, ausgelöst durch einen toxischen Schock. Die Ärzte kämpfen um ihr Leben, bis einer von ihnen den Infektionsherd entdeckt. Lauren trägt noch immer einen Tampon in sich.

Sie wird in ein künstliches Koma versetzt. Als das Mädchen das nächste Mal aufwacht, hört sie, wie über eine Amputation geredet wird. Dann realisiert sie, dass es sich um ihr eigenes Bein handelt. Es stecken unzählige Schläuche in ihrem Körper. Lauren versteht nicht, was mit ihr passiert. Ihr ganzer Körper brennt, die Infektion breitet sich weiter aus. Die Ärzte müssen handeln.

Das Model verliert ihr rechtes Bein, weil sie einen Tampon benutzte. Noch während Lauren im Krankenhaus liegt, startet ihre Mutter einen Rechtsstreit mit dem Tampon-Hersteller. Doch der weist die Vorwürfe zurück: Auf jeder Tampon-Packung wird vor den Risiken eines toxischen Schocks gewarnt. Trotzdem kämpft Lauren Wasser jetzt dafür, das Bewusstsein für die unterschätzte Gefahr zu stärken.

Was ist das TSS?

Das toxischeSchocksyndrom, kurz TSS, führt zu einem schweren Organ- und Kreislaufversagen, das durch Bakterien hervorgerufen wird. Tampons können einen toxischen Schock begünstigen. In den 70er Jahren kam es zu mehreren Todesfällen, nachdem Hersteller ein synthetisches Material einsetzten, das Tampons noch saugfähiger machen sollten. Experten entdeckten einen Zusammenhang zwischen den Tampons und TSS. Tampons stellen einen idealen Nährboden für zahlreiche Bakterien dar, unter ihnen den Erreger Staphylococcus. Gelangen die Bakterien über die Schleimhaut in den Blutkreislauf, können sie einen toxischen Schock hervorrufen.

 

Wie verringere ich das Risiko?

Grundsätzlich sollten Tampons regelmäßig und möglichst oft gewechselt werden. Empfohlen wird eine Tragedauer zwischen vier und allerhöchstens acht Stunden. Je länger der Tampon benutzt wird, desto leichter können sich Bakterien vermehren und in den Organismus eindringen. Beim Kauf sollte zudem darauf geachtet werden, zu Produkten mit geringerer Saugfähigkeit zu greifen. Diese Tampons müssen zwar häufiger gewechselt werden, verringern allerdings das Risiko für TSS. Am besten eignen sich Tampons aus Baumwolle, statt synthetischem Material. Bei richtigem Gebrauch tritt das toxische Schocksyndrom nur selten auf. Trotzdem sollte man die Risiken kennen und sich die Warnhinweise auf der Tampon-Packung beachten.

 

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