Eine einzigartige Fotografie und seine bezaubernde Geschichte

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Sierra Sharry mit dem sechsmonatigem Taos auf dem Arm - und dem verstorbenen Vater, der über ihn wacht
Foto: Facebook (Kayli Rene Photography)

Wie ein Foto einen Menschen zum Leben erweckt

Sierra Sharry war im achten Monat schwanger, als ihr Freund Lane Smith bei einem Bootunfall auf tragische Weise starb. „Der 13. Juli 2014 war der schlimmste Tag meines Lebens. Seitdem fühlte ich mich so leer“, sagt Sierra. Dann liess sie sich fotografieren.

Es war ein warmer Sonntag, der diese eisige Kälte in der 20-Jährigen erzeugt hat. „Ich habe diesen Mann über alles geliebt. Mit dem Tod von Lane habe ich meinen besten Freund verloren. Den Vater, meines ungeborenen Kindes.“ Nur wenige Wochen nach dem Tod von Lane, kam Taos zur Welt.

Ein halbes Jahr später ließ sich Sierra mit ihrem kleinen Sohn Taos fotografieren. Nur der verstorbene Vater des lächelnden Babys fehlte. Bis Sierra zusammen mit der Fotografin Kayli Rene auf die Idee kam, den Verstorbenen auf dem Foto zu verewigen. „Ich wollte ein Familienfoto für meinen Sohn machen, dass ihm zeigt, dass auch wenn er ohne Vater aufwächst, er dennoch auf ihn, herunterschaut und auf ihn Acht gibt“, begründet Sierra ihre Entscheidung. „Ich wollte, dass unsere kleine Familie wenigstens auf einem Foto vereint ist.“

Lane Smith (l.) und Söhnchen Taos (r.) haben sich nie kennen gelernt

Also machte sich die Fotografin an die Bildbearbeitung – und erweckte Lane auf dem Foto wieder zum Leben. „Als ich das Foto zum ersten Mal sah, habe ich sofort angefangen zu weinen“, sagt Sharry. „Ich hätte niemals gedacht, dass ich uns je alle zusammen sehen würde.“ Sharry postete Anfang April das Foto bei Facebook, für das die Oklahomerin innerhalb weniger Tage hunderttausende Likes erntete. Tausende Menschen sprechen der alleinerziehenden Mutter nun Mut zu, sprechen ihr Beileid aus – und machen es ihr gleich. „Ich bin so unglaublich dankbar für diese Anteilnahme“, sagt Sharry. Ihr Sohn wird es vermutlich auch bald sein – für die Begegnung mit seinem Vater, den er nie kennenlernen durfte.

Sierra und Lane im April 2014 - drei Monate vor seinem Tod

„Ich weiß, dass Lane auf uns hinunterschaut. Und ich weiß, dass er auf unseren kleinen Taos aufpasst und mächtig stolz auf ihn ist“, sagt Sharry. „Genauso, wie ich stolz darauf bin, die Mutter von Lanes‘ Sohn zu sein.“

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