Eine Strafgebühr für kleine Familien

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Mit leereren Händen würden bald Eltern dastehen, die nur ein Kind haben
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Das "Starterpaket" für Familien und seine Folgen

Eigentlich soll dieser Vorschlag Familien helfen und so dafür sorgen, dass es wieder mehr Babys in Deutschland gibt. Dabei hat sich aber jemand kräftig verrechnet …

Der Unterschied zwischen "gut gemeint" und "gut gemacht" war selten so groß wie bei diesem Vorschlag der Jungen Union (JU). Politiker, Mütter und Familien sind wütend. Grund für die Rage: Der Vorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak, hat eine Idee in die Welt geschleudert, die wirklich nur auf den ersten Blick besteht.

In der "Süddeutschen Zeitung" forderte er eine "Starterprämie" für Familien von 1.000 Euro für jedes neu geborene Kind. Die Entscheidung für Kinder soll so einfacher gemacht werden, indem der Staat für erste Anschaffungen etc. aufkommt.

Dieser Teil der Idee könnte ja noch diskussionswürdig sein. Aber irgendwie muss so eine Prämie auch bezahlt werden. Und da fängt der Irrsinn endgültig an.

Um die Ausgaben wieder reinzukriegen, fordert Ziemiak eine Sonderabgabe:

  • Wer keine Kinder hat, soll ein Prozent seines Bruttoeinkommens zahlen.
  • Selbst wer ein Kind hat, soll ein halbes Prozent seines Einkommens abgeben.
  • Nur Familien mit zwei oder mehr Kindern wären nach Vorstellung der JU von der Sonderabgabe befreit.

Die Irrsinns-Folgen:

  • Paare, die eigentlich Kinder möchten, aber bei denen es nicht klappt, würden zusätzlich bestraft.
  • Bei kleinen Familien mit einem Kind wären die 1.000 Euro ein mieses Geschäft, wenn sie über die Jahre durch die Sonderabgabe weniger Einkommen auf dem Konto haben.

Glücklicherweise regen sich auch andere Politiker so sehr über die absurde Idee auf, dass sie bald wieder vom Tisch sein dürfte. Christian Bäumler von der CDU komentiert im „Handelsblatt“, dass eine solche Sonderabgabe stigmatisierend und mittelterlich sei. Von "hanebüchenem Unsinn" sprach die SPD-Politikerin Carola Reinmann gegenüber der "Rheinischen Post"“.

Was von der Diskussion bleibt: Eine sinnvolle Familienförderung wäre wahnsinnig wichtig für uns alle. Aber da müssen erstmal neue Vorschläge her.

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