"Einfach mal machen" oder wie eine Zahnbürste Flüchtlingen hilft

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Ein bisschen Auszeit von der Flucht: Flüchtlingskinder beim Baden in der Elbe
Foto: Georg E. Moeller/Facebook

Meine sozialen Netzwerke sind voll von Aufrufen zu spenden und Dinge zu tun, um Flüchtlingen zu helfen. Jeden Tag lese ich Sätze wie: "Es werden noch Zahnbürsten gebraucht" oder "wer macht die Aufsicht auf dem Spielplatz an der Flüchtlingsunterkunft?" Und natürlich spende ich und versuche zu helfen. Aber was bringt einem Menschen, der vor Krieg, Armut und unfassbar großem Leid geflohen ist, wenn ich ihm eine Zahnbürste gebe? Die Antwort ist so einfach, aber auch genauso wichtig: ein Stück Menschlichkeit.

Dieser Hass schockt mich

Nicht nur mir, sondern auch vielen meiner Freunde geht es so: Wir sind geschockt von dem Hass und Unverständnis, die Flüchtlingen in vielen Teilen Deutschlands entgegen gebracht wird. Zwei bewaffnete Männer überfallen eine Unterkunft in Parchim, in Heidenau wird das gleiche Flüchtlingsheim Nacht für Nacht angegriffen.

Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es wohl sein muss aus einem Land zu fliehen, weil dort Krieg herrscht und in Deutschland anzukommen und ebenfalls so viel Angst zu haben. Viele Menschen aus Kriegsgebieten - wie zum Beispiel in Syrien - sind traumatisiert, weil Bomben auf ihre Häuser fielen. Was ihnen in manchen Teilen in Deutschland passiert, muss wie ein schreckliches Déjà-vu sein.

Und genau deshalb ist auch eine Zahnbürste wichtig. So banal dieser Gegenstand auch ist, er bedeutet etwas. Und zwar, dass es in Deutschland Menschen gibt, die anders denken. Die nicht nachts los ziehen und Flüchtlingsheime in Brand angreifen. Diese Menschen versuchen - und sei es noch so eine winzige Kleinigkeit - etwas Gutes zu tun.

"Einfach mal machen"

Und manchmal ist es eben auch so leicht: Das zeigt das Beispiel von Georg E. Moeller aus Hamburg: Er lud 10 Flüchtlingskinder zu einem Grillen an der Elbe ein. Einfach so und ohne großen Aufwand: "Einfach machen, haben Stefanie und ich gesagt, wir machen das einfach. Und dann: Einfach mal rausfahren, dort um die Ecke, wo Hamburg zärtlich ist zu seinen Menschen, wo Seelen baumeln können und doofe Gedanken den Fluss runter treiben, wie Altholz."

Und genauso können wir das auch EINFACH MACHEN: Nicht jeder muss ein Grillfest organisieren oder Zahnbürsten spenden. Es reicht schon einen Menschen, der aus seinem eigenen Land geflohen ist, willkommen zu heißen. Und wenn es auf die einfachste Art der Welt geschieht mit einem simplen, freundlichen "Hallo, wie geht's dir?" kannst du damit auch ganz viel bewegen.

Ein großes Dankeschön an Georg E. Moeller. Das hast du gut gemacht!

Einfach machen, haben Stefanie und ich gesagt, wir machen das einfach. Wir reden mit den Menschen die dort in den...

Posted by Georg E. Moeller on Sonntag, 23. August 2015

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