Eisenmangel: Wie fülle ich die Speicher wieder auf?

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Foto: © Yupik PR

Experten-Interview

Konzentrationsschwäche, anhaltende Müdigkeit und auch äußere Anzeichen wie Blässe, Haarausfall oder eingerissene Mundwinkel – das können typische Symptome für einen Eisenmangel sein. Wichtig ist es dann, direkt einen Arzt aufzusuchen und den Eisenstatus bestimmen zu lassen. Besteht ein Mangel, kann er eine geeignete Therapie empfehlen. Aber: Welches ist eigentlich die richtige Therapie für mich?

Dazu haben wir den Eisen-Experten Herr Dr. Dr. Nielsen von der Eisenstoffwechselambulanz der Uniklinik Hamburg-Eppendorf interviewt.

1. Herr Dr. Nielsen, wie kommt es zu einem Eisenmangel?

Ein Eisenmangel entsteht durch eine länger bestehende negative Eisenbilanz, das heißt eine zu geringe Nahrungseisenzufuhr, die den individuell bestehenden Eisenbedarf nicht decken kann. Männer haben meist eine Speichereisenreserve von etwa 800 mg, die einige Zeit aushelfen kann. Frauen dagegen meist nur eine Reserve von etwa 100 mg oder ganz fehlende Eisenspeicher.

2. Wer ist besonders gefährdet?

Das größte Risiko haben Frauen im gebärfähigen Alter aufgrund der regelmäßigen Menstruation, Kinder im Wachstumsalter und Ausdauersportler.

Weniger häufig aber durchaus bedeutsam ist die Personengruppe mit geringer Versorgung mit bioverfügbarem Nahrungseisen, z.B. Menschen mit Mangelernährung und Vegetarier .

Medizinisch bedeutsame Einzelfälle, bei denen Eisenmangel als Symptom auftritt, sind z.B. Patienten mit definierten Eisenabsorptionsstörungen sowie gastrointestinalen oder gynäkologischen Blutverlusten.

3. Wie behandelt man einen Eisenmangel am besten?

Mit einer kontrollierten Eisenzufuhr. Dies kann durch eine orale Eisenmedikation mit einem wirksamen und gut verträglichen Eisenpräparat geschehen. Bei einer Eisenmangelanämie sollte man mindestens zwei bis drei Monate lang 100 mg zweiwertiges Eisen am Tag nüchtern einnehmen. Wichtig ist dabei, den Anstieg der Ferritin- und Hämoglobinwerte und somit die Wirkung zu dokumentieren, um Patienten mit chronischen Blutverlusten zu erkennen und dann die individuelle Ursache behandeln zu können.

Sogenannte Nahrungsergänzungsmittel sind nur niedrig mit Eisen dosiert, von fraglicher Qualität und meist nur unzureichend wirksam.

Intravenöse Eisenpräparate haben grundsätzlich ein Risiko für teilweise schwere allergische Reaktionen, sind nicht einfach zu dosieren und meist teuer. Sie sind eher für die spezielle Therapie gedacht und sollten Mittel der zweiten Wahl bleiben.

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