Empörung über Silvester-Feuerwerk von Aldi – haben wir wirklich keine anderen Sorgen!?

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Für dieses Feuerwerk-Set mit dem Namen "Paris" wird Aldi Süd gerade heftig kritisiert.
Foto: Aldi Süd / Wunderweib.de

Darf Feuerwerk trotz Terror noch "Paris" heißen?

Aldi Süd hat ein Feuerwerk-Set mit dem Namen Paris in den Verkauf gebracht. Dafür gibt es harte Kritik. Der Name sei nach den Terroranschlägen unangemessen.

Bei Aldi Süd wird das Knallzeug für Silvester gerade ganz groß geworben. Römische Lichter, Brillant-Fontänen und Knallfrösche - es gibt Feuerwerk in allen Formen und Farben. Eines der Feuerwerk-Familien-Sets hat Aldi „Paris“ getauft – und darüber wird sich nun aufgeregt.

Viele Menschen diskutieren im Netz, seriöse Medien wie der SWR und die Welt springen auf. Der SWR schreibt auf Twitter:

Private Kritiker schreiben:

Bombige Feuerwerks-Körper nach einer Stadt benennen, in der vor wenigen Wochen mehr als 140 Menschen bei brutalen Terroranschlägen getötet wurden?

Das kann man geschmacklos, peinlich und unangemessen finden. Oder man kann es sachlich betrachten und sich fragen, ob sich hier nicht allzu künstlich aufgeregt wird.

Aldi wundert sich über die Kritik

Aldi selbst zeigt sich überrascht von der Aufregung und verweist darauf, dass die Produktion der Feuerwerks-Ware schon im Februar 2015 gestartet sei - lange bevor die französische Hauptstadt Paris von den furchtbaren Terroranschlägen des IS erschüttert wurde. Zudem würden traditionell schon seit 2004 die Feuerwerk-Arrangements nach großen Städten benannt. Andere Angebote tragen zum Beispiel die Namen der Städte Sydney, Berlin, Las Vegas und Lissabon.

Wir wollen Paris nicht mit Terror verbinden

Auch in der Redaktion von Wunderweib.de wundern wir uns. Feuerwerks-Körper nach bekannten Städten zu benennen, die gemeinhin mit Lebensfreude und Facettenreichtum assoziiert werden, ist völlig legitim. Und das Feuerwerk-Set mit dem Namen "Paris" zu verkaufen, obwohl die Stadt kürzlich von Anschlägen erschüttert wurde, ist unglücklich - aber kein Grund, sich derart aufzuregen.

Eigentlich ist es doch gut, dass in der Produkt-Abteilung von Aldi Süd kein Mensch saß, der sagte: "Paris, das ist doch die Stadt mit den vielen Terroranschlägen, die können wir nicht mehr als Symbol für Silvester-Freude nehmen."

Ein solches Denken wäre ein erster und schrecklicher Gewinn für die Menschen, die unsere friedlichen Städte in dauernde Angst und quälendes Misstrauen stürzen wollen.

Paris ist die Stadt der Lichter und der Liebe - und das soll sie auch bleiben.

Paris weiterhin mit positiven Momenten und Gedanken zu verbinden ist nichts, wofür man sich schämen muss. Es ist keine Schändung des Andenkens an die Opfer der jüngsten Terroranschläge. Solch ein Produktname trotz des Terrors ist ein Ja zum Leben und der Lebensfreude - zu allem Schönen und Guten, das wir mit bekannten und beliebten Städten wie Paris verbinden. Dieses Denken wollen wir uns nicht nehmen lassen. Auch die Pariser selbst wollen nicht, dass ihre Stadt als die Stadt des Terrors betrachtet wird. Genau darum sind sie nach den Anschlägen auf die Straßen gegangen, haben Blumen auf ihre Straßen gelegt und tausende Lichter angezündet.

Lasst uns damit aufhören, uns zu Handlangern der Terroristen zu machen. Lasst uns unsere Welt nicht danach ausrichten, wo gerade zuletzt ihr Hass-Werk unsere Leben erschüttert hat.

Lasst uns stattdessen das Leben feiern und so der Menschen gedenken, die viel zu früh ihr Leben verloren haben.

Lasst uns vielleicht eher darüber nachdenken, ob es wirklich sein muss, dass jedes Jahr so viel Geld in buntem Licht in die Luft geblasen wird, während der Krach dazu Kinder, Tiere und auch manchen Erwachsenen in Angst und Schrecken versetzt, und während viele Menschen durch fehlgeleitet Feuerwerks-Raketen teilweise tödlich verletzt werden.

Vielleicht tun es auch ein paar weniger Feuerwerke - abgefeuert durch Profis, die genau wissen, was sie tun. So könnten wir alle Silvester viel unbeschwerter feiern - und bräuchten auch keine Angst davor haben, dass wir eine Bombe nicht hören, weil um uns herum ein Feuerwerk knallt , wie kürzlich der Bundestagsabgeordente Hans-Christian Ströbele geäußert hat.

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