Endlich! Kosmetik ohne Tierversuche

kosmetik ohne tierversuche frau hase
Kuscheln, statt leiden.
Foto: Corbis

Vegane Kosmetik

Lange Zeit mussten Tiere für unsere Schönheit leiden. Hasen mit entzündeten Augen und Mäusen mit offenen Wunden - diese Bilder gehören seit März 2013 endlich der Vergangenheit an!

Kosmetik ohne Tierversuche - laut EU-Gesetz dürfen europaweit keine Kosmetika mehr verkauft werden, die durch Tierversuche entstanden sind. Vorausgegangen war ein Jahrzehnte langer Kampf von Tierschützern gegen die Kosmetikindustrie.

Der Weg zur Kosmetik ohne Tierversuche

Bereits seit den 80er Jahren sind in Deutschland Versuche an Tieren für dekorative Kosmetika verboten! Ende der 90er wurden dann auch Versuche für pflegende Produkte verboten. Die EU folgte - schon seit 2009 ist es verboten Kosmetika zu verkaufen, deren Inhaltsstoffe an Tieren getestet wurden, unabhängig wo in dieser Welt das Labor mit den Versuchstieren steht. Seit diesem Jahr ist nun auch das testen und einführen von Rohstoffen , die ausschließlich für Kosmetik verwendet werden, verboten. Mit diesem Gesetz scheint nun auch jedes Schlupfloch gestopft! Wirklich jedes Schlupfloch?

Doch wie sicher ist das? Kaufe ich von nun an sicher Kosmetik ohne Tierversuche?

Wie bei jeder Regel, gibt es auch hier die berühmte Ausnahme von der Regel! Und diese ist auch hier schnell gefunden. Viele Kosmetika fallen offiziell gar nicht unter die EU-Kosmetika-Richtlinie. Denn ausgeschlossen sind jene kosmetischen Inhaltsstoffe, die unter das Chemikalien-Recht (REACH) fallen. Und dieses Gesetz sieht sogar ausdrücklich die "toxikologische Prüfung zur Sicherstellung menschlichen Gesundheit" vor. Und das ist der Punkt: 90% aller chemischen Inhaltsstoffe fallen unter das Chemikalien-Gesetz! Auch fallen Medizinische-Kosmetika nicht unter diese neue Richtlinie der EU.

Und - tierliebe Menschen aufgepasst - kosmetische Produkte mit tierischen Inhaltsstoffen sind ebenfalls nicht selten. So ist Karmin/E120, die häufig verwendete rote Farbe im Lippenstift , nichts anderes als weibliche Schildläuse. Hyaluron kann biotechnisch hergestellt werden, muss es aber nicht! So wurden nach einem Bericht vom Jahr 2011 in Schweden zehntausende Hähne gezüchtet, nur um aus ihren Kämmen Hyaluronsäure zu gewinnen! Zum Glück verwenden die meisten Hersteller mittlerweile die biochemische Variante, weil es bei der Säure aus dem Hahnenkämmen häufiger zu allergischen Reaktionen kam.

Letzte Zahlen belegen, dass im Jahr 2011 drei Millionen Tiere deutschlandweit für Experimente gequält wurden. Zahl - trotz des neuen Tierschutz-Gesetzes- voraussichtlich weiter steigend. Dass es auch für medizinische Tierversuche längst aussagekräftigere Alternativmethoden gibt, wird von den Verantwortlichen meist verschwiegen. Denn alternative Testmethoden sind schlicht weg teurer.

Was kann ich tun um sicher zu gehen?

Es gibt einige Kosmetikhersteller, die sich bereits vor der neuen Gesetzeslage klar gegen Tierversuche positioniert haben. Der Tierschutzverbund hat diesbezüglich eine Liste für Kosmetik ohne Tierversuche erstellt. An einigen Logos kann man ebenfalls Kosmetik ohne Tierversuche erkennen. Vier mögliche Siegel führen uns den Weg dorthin: der kleine Hoppelhase, die Vegan-Blume (auch frei von tierischen Inhaltsstoffen), das sitzenden Häschen mit der schützenden Hand und das Logo mit dem Schriftzug "Kontrollierte Natur-Kosmetik". Die meisten dieser naturkosmetischen Cremes, Shampoos und Lippenstifte finden man in den bekannten Drogerie-Märkten.

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