Entscheidung vor Gericht: Hartz-IV-Empfänger bekommen vom Amt keinen Zuschuss für eine künstliche Befruchtung

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Hartz-IV-Empfänger müssen den Teil der Kosten für eine künstliche Befruchtung, der nicht von der Krankenkasse übernommen wird, selbst tragen.
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Das Geld muss angespart werden

Ein Hartz IV beziehendes Ehepaar aus Berlin verklagte das Job-Center Marzahn-Hellersdorf. Der Grund: Das Amt sollte die künstliche Befruchtung mitfinanzieren. Jetzt hat das Gericht entschieden.

Laut einer aktuellen Entscheidung des Berliner Sozialgerichts müssen Job-Center nicht die Kosten für eine künstliche Befruchtung für Hartz-IV-Empfänger übernehmen. Der Betrag, der nicht von der Krankenkasse übernommen wird, müsste von den jeweiligen Paaren selbst angespart werden. Der Grund: Eine künstliche Befruchtung gehört nicht zum Regelbedarf von Hartz-IV-Empfängern.

Der Fall wurde jetzt vor dem Berliner Sozialgericht verhandelt, da ein Ehepaar aus Berlin-Hellersdorf bereits seit 2012 gegen das Job-Center Marzahn-Hellersdorf klagte. Weil sie selbst nicht die Restkosten für eine künstliche Befruchtung tragen können, sollte das Amt an dieser Stelle einspringen. Das Ehepaar Knick bezieht seit 2010 Hartz-IV und wünscht sich sehnlichst ein Kind. Auf natürlichem Weg können Sandra und Maik Knick allerdings keine Kinder bekommen. Der Ausweg: eine künstliche Befruchtung .

50 Prozent der Behandlungskosten für eine künstliche Befruchtung würde die Krankenkasse übernehmen. Dies trifft allerdings nur zu, bis die Frau das 40. Lebensjahr erreicht. Sandra Knick hätte jetzt noch drei Jahre Zeit, um zusammen mit ihrem Mann für die gewünschte Behandlung zu sparen. Das Amt ist zu keiner Zahlung verpflichtet.

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