Entscheidungshilfe: Wann hilft der Rat von Freunden - und wann nicht

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"Klar, mach das doch!" Stimmen gleich zwei Freunde unserer Entscheidung zu, hebt das natürlich die Laune.
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"Und, was meint Ihr dazu?"

Entscheidungshilfe gefällig? Wir fragen andere oft sogar dann um Rat, wenn wir uns längst entschieden haben. Warum das so ist. Und was passiert, wenn uns die Antwort nicht gefällt.

Soll ich - oder soll ich nicht? Viele kleine und große Entscheidungen im Leben kann uns niemand abnehmen. Trotzdem fragen wir gern Freunde oder den Partner um Rat, wenn wir uns nicht sicher sind, was wir tun sollen. Das Verrückte: Selbst wenn wir uns innerlich eigentlich schon festgelegt haben, gehen wir noch auf Stimmenfang. Wozu überhaupt?

Findest du auch, ne!?

"Wir suchen uns bei Entscheidungen gern Verbündete. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich um eine ,Kleinigkeit' wie ein neues Kleid handelt. Oder um eine größere Sache wie einen Umzug oder einen Jobwechsel", sagt Sozialpsychologe Fritz Strack. Vor allem schwierige Entscheidungen verteilen wir so zumindest gefühlt auf mehrere Schultern.

Haben wir unsere Wahl innerlich schon getroffen, wollen wir jedoch nicht wirklich Rat, sondern suchen vor allem emotionale Bestätigung. "Manchmal geht's sogar nur darum, jemandem die eigene Meinung mitzuteilen. Die Reaktion des anderen ist dann komplett zweitrangig", erklärt Strack.

Wen wir um Rat fragen

Je nachdem, ob wir tatsächlich eine Entscheidungshilfe brauchen oder nur jemanden, der uns den Rücken stärkt, wählen wir auch denjenigen aus, den wir ansprechen. "Ist man unsicher, ob man mit seiner Entscheidung richtig liegt, sucht man nach einem ,Experten' im Bekanntenkreis. Ist man nur auf der Suche nach Zustimmung, fragt man bewusst eher Personen, von denen man glaubt, dass sie ähnlich ticken wie man selbst", sagt der Sozialpsychologe.

Frauen fragen öfter um Rat

Generell suchen Frauen häufiger Rat als Männer. "Das liegt daran, dass wir uns grundsätzlich mehr in Frage stellen bzw. mit anderen vergleichen. Und uns daher oft unsicher fühlen", weiß Persönlichkeitspsychologin Astrid Schütz. Eine US-Studie hat ergeben, dass Frauen in den meisten Fällen erst mal die beste Freundin fragen . Schließlich ist die Wahrscheinlichkeit dann besonders hoch, dass man ein freundliches "Ja, du hast recht!" zu hören bekommt.

Da wir Frauen aber meist mehrere Vertrauenspersonen in unserem Umfeld haben, ist uns oft eine einzige Meinung bei der Entscheidungshilfe nicht genug. Wir holen gern zusätzlich noch die Empfehlung der Eltern oder auch mal einer uns nahestehenden Kollegin ein. Männern hingegen reicht es in der Regel, einen vertrauenswürdigen Rat zu bekommen. "Dabei befolgen sie häufig den Tipp ihrer Partnerin - und belassen es meist auch dabei, wenn die Argumente der Liebsten logisch klingen", erklärt Schütz.

"Meinst du wirklich?"

Was aber, wenn uns die Antwort auf unsere Frage nicht gefällt? Dann bitten wir entweder solange weitere Menschen um Rat, bis wir genug Zustimmung gesammelt haben. Oder wir werfen unsere alte Ansicht doch noch über den Haufen. "Das entscheiden wir aus dem Bauch heraus. Je näher uns die ,Zweifelschürer' stehen, desto häufiger und leichter lassen wir uns zum Umdenken bewegen", so Schütz.

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