Er kann sich nicht an seinen Ehering gewöhnen

elstner hoch
Britta und Frank Elstner heirateten erst nach 25 Jahren wilder Ehe
Foto: GettyImages

Frank Elstner

Was seine Frau wohl dazu sagt?

Fünfundzwanzig Jahre war Frank Elstner (67) mit seiner Britta (45) ohne Trauschein glücklich. Dann läuteten am 22. August doch noch die Hochzeitsglocken. Wenn ein Paar schon so lange zusammen ist, könnte man meinen, dass sich durch eine Heirat nichts ändert. Doch der Moderator und Produzent sagt: „Es ist schon anders. Vor allem, weil ich mich erst mal an diesen Ring gewöhnen musste und ich in den ersten Tagen ständig danach suchen musste.“

Na so was: Er kann sich nicht an seinen Ehering gewöhnen! Will er ihn vielleicht insgeheim gar nicht tragen? Der „Wetten, dass..?“-Erfinder wehrt ab: „Nein, nein, keine Sorge!“ Seine Erklärung: „Ich mache ja viel Sport, und immer, wenn ich dusche, ziehe ich den Ring ab. Und da habe ich ihn jetzt schon zweimal liegen lassen.“ Nur gut, dass ihm das gute Stücknoch nicht in den Abfluss gerutscht ist … Denn dann der TV-Star wohl nicht nur mit seiner Frau, sondern auch mit den gemeinsamen Töchtern Lena (16) und Enya (12) Ärger bekommen.

Die beiden Mädchen sind heilfroh, dass ihre Mami jetzt endlich auch Elstner heißt – und dass ihre Eltern die gleichen Ringe tragen.

Lesen Sie ab hier das Interview mit Frank Elstner ungekürzt:

Und sonst hat sich nichts verändert?

Elstner: Es ist schon ein anderes Gefühl. Wenn man nach 25 Jahren sagt, komm' jetzt machen wir das mal so, dass du genau so heißt wie ich, dann ist das ja eine Freude für alle Beteiligten. Meine Kinder freuen sich ja auch, dass die Mama nun den gleichen Namen hat wie sie selber.

Waren Ihre Töchter von der Entscheidung überrascht?

Elstner: Nein, die haben sich einfach nur gefreut.

Vielleicht haben sie gedacht, das wurde aber auch mal Zeit!

Elstner: Das weiß ich nicht. Davon haben sie uns zumindest nichts gesagt.

Haben Sie Ihrer Frau eigentlich einen romantischen Antrag gemacht oder haben Sie gesagt: "Schatz, ich finde, wir sollten jetzt mal heiraten!"

Elstner: Ha ha… Also wir haben diese Hochzeit bewusst im kleinsten Kreis gehalten. Nur zwei Trauzeugen, zwei Töchter, meine Frau und ich. Und deswegen werde ich auch keinem größeren Kreis erzählen, wie ich um ihre Hand angehalten habe, was ich gesagt habe, was ich ihr geschenkt habe. Sonst hätten wir ja einen großen Kreis gewählt.

Dann kommen wir doch jetzt einfach zum Beruflichen. Ihre Tage bei "Verstehen Sie Spaß" sind gezählt. Werden Sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehen?

Elstner: Wenn Sie so wollen, kann man, wenn man irgendwo geht, immer ein weinendes und ein lachendes Auge erklären. Lachend, weil wir sieben Jahre sehr viel Erfolg mit der Sendung hatten. Weinend, weil es ein fantastisches Team ist, das mich vielleicht auch ein bisschen vermissen wird und das ich auch vermisse. Wobei sich mein Vermissen in Grenzen hält, weil ich das gleiche Team ja in meinen anderen Sendungen sehe. Das sind ja die gleichen Leute, mit denen ich z.B. jeden Samstag "Menschen der Woche" mache. Dann mache ich nächstes Jahr wieder "Das unheimliche Quiz der Tiere" oder "Die große Show der Naturwunder" mit Ranga Yogeshwar.

Man wird Sie also nicht weniger im TV sehen?

Elstner: Nein. Ich werde nur dadurch, dass ich Co-Produzent bei "Verstehen Sie Spaß" war, etwas weniger zu tun haben. Und diese frisch gewonnene Zeit investiere ich in die Familie.

Sie sollen aber auch schon an einem neuen großen Unterhaltungsformat basteln.

Elstner: Ich bastele immer an neuen Formaten. Aber ich habe mir vorgenommen, vor März nächsten Jahres überhaupt nichts über neue Formate zu erzählen. Aber so viel kann ich schon verraten: Ich werde es nicht selber moderieren.

Haben Sie sich schon mal gesagt: Ich bin jetzt 67, da wird es Zeit, einfach mal die Füße hochzulegen und den Fernsehzirkus hinter sich zu lassen?

Elstner: Ach, das werde ich stundenweise immer sagen. Das habe ich auch schon mit 50 getan. Aber ich habe mir meine Zeit schon so eingeteilt, dass ich immer auch meine freie Zeit hatte. Da bin ich schon sehr egoistisch.

Sich irgendwann ganz zur Ruhe zu setzen, daran denken Sie aber nicht?

Elstner: Nein, das wäre gegen mein Naturell. Mir macht es Spaß, nachzudenken, mir macht es Spaß, Fragen zu stellen. Ich bin neugierig. Und so lange andere Leute noch neugierig sind auf das, was mir eingefallen ist, werde ich da mitmischen. Ganz klar. Wissen Sie, ich habe meine großen Sendungen alle nach sechs Jahren abgegeben. Das war bei den "Montagsmalern" so, bei "Spiel ohne Grenzen" und auch bei "Wetten, dass…?". Und ich glaube, es ist bei "Verstehen Sie Spaß?" gut, dass ich so rechtzeitig aussteige. Denn mein Nachfolger Guido Cantz ist ein dynamischer junger Kerl, der sehr viel Humor hat und das ganz bestimmt prima machen wird. Das tut auch dem Team gut. Sie wissen doch: neue Besen kehren gut!

Manche Leute sind der Meinung, früher gab es viel bessere Unterhaltungsshows im Fernsehen. Können Sie das bestätigen?

Elstner: Das sehe ich gar nicht so. Alleine "Die große Show der Naturwunder" halte ich für eine fantastische Sendung, bei der man viel lernt und viel lachen kann. Das ist ein ideales ARD-Format. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir da mitarbeiten können. Und ich glaube auch, dass der Ranga und ich eine ganz wunderbare Paarung sind. Von mir kommt die Unterhaltungserfahrung und von ihm die wissenschaftliche Kompetenz. Die Sendung bekommt ja auch sehr gute Kritiken. Deswegen kann ich in dieser Beziehung nicht in ihr gleiches Horn blasen…

Aber man hat den Eindruck, es gibt zu wenig gute Sendungen. Die Sendung, die Sie ansprechen, kommt ja auch nicht so oft.

Elstner: Vielleicht kommt sie ja nächstes Jahr öfter…

Sie gehören also nicht zu den Leuten, die der Meinung sind, früher war alles besser?

Elstner: Nein, auf keinen Fall. So viele Programme wie jetzt hat es ja überhaupt noch nie gegeben. Ich bin mit drei Fernseh-Programmen groß geworden. Früher war es mit Sicherheit nicht besser. Ganz im Gegenteil. Man muss halt heute mit der Fernbedienung etwas besser umgehen.

Aber mehr Quantität heißt nicht automatisch mehr Qualität.

Elstner: Das stimmt. Aber denken Sie mal an die vielen Sender, die tolle Programme haben. Man kann doch heute alles sehen, was man sehen möchte. Egal ob Dokumentation oder Unterhaltungssendung. Ich glaube, wir sind in Deutschland einfach zu kritisch.

Wie meinen Sie das?

Elstner: Wir sehen immer das Schlechte und so selten das Gute.

Man sagt ja auch, die Deutschen seien so neidisch. Trifft das aus Ihrer Sicht zu?

Elstner: Ich glaube ja. Beim Fernsehen oder Theater ist es jedenfalls so, dass man die Fehler sofort sieht und das Positive sehr oft übersieht.

Sie haben für Ihre Arbeit schon sehr viele Preise und Auszeichnungen bekommen. Wo bringen Sie die eigentlich alle unter?

Elstner: Wenn man so viele Büros hat wie ich oder so viele Orte, an denen man sich aufhält, dann verteilt sich das.

Von Montag bis Freitag sind Sie im Büro, am Samstag moderieren Sie die Talk-Show "Menschen der Woche". Und nebenbei machen Sie auch noch regelmäßig Sport. Wann kümmern Sie sich eigentlich um Ihre Familie?

Elstner: Am Sonntag. (lacht)

Das ist nicht gerade üppig.

Elstner: Das täuscht. Also, erstmal gibt's mich ja morgens und auch abends. Ich gehe auch brav nach Hause, wenn ich im Büro fertig bin. Ich glaube nicht, dass ich meine Kinder weniger sehe als jeder andere Mann, der einen anständigen Job hat.

Sie haben eine sehr gut funktionierende Patchwork-Familie mit fünf Kindern von vier Frauen. Wie haben Sie es geschafft, dass sich alle so gut verstehen?

Elstner: Da gibt's nur ein einziges Patentrezept und das heißt, ich habe einfach Glück gehabt. Mein Verdienst ist das nicht.

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