Erfolg für Tierschützer: Kein Ponykarussell mehr in Düsseldorf

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Erfolg für Tierschützer: In Düsseldorf wird es künftig kein Ponykarussell mehr geben.
Foto: Peta

Tierschutz: Kein Ponykarussell mehr in Düsseldorf | Münster will nicht nachziehen

Ponykarussells sind Tierquälerei, finden Tierschützer und auch immer mehr Besucher von Volksfesten. Düsseldorf hat nun als erste Stadt auf den Protest reagiert: dort wird es kein Ponykarussell mehr geben. Andere Städte wie Münster wollen leider noch nicht nachziehen.

Stundenlang im Kreis schlurfen, staubige Luft atmen, alle paar Minuten ein anderes Kind auf dem Rücken, das seine Beine in den Bauch des Tieres rammt – so sieht das Schicksal von Ponys aus, die auf Volksfesten in Ponykarussells laufen müssen. Ein glückliches Tierleben sieht anders aus.

Kein Wunder, dass sich seit Jahren immer mehr Protest gegen diese Form der Kinder-Unterhaltung regt. Bei vielen Festen in ganz Deutschland demonstrieren Tierschützer vor den Ponykarussells und verteilen Flugblätter an die Besucher, die über die Folgen des Karussell-Lebens für die Pferde informieren. Das stundenlange Im-Kreis-gehen und die nicht artgerechte Haltung verursachten physische und psychische Schäden.

Tierschützer sammeln Unterschriften gegen die Ponykarussells

Auf der Unterschriften-Plattform change.org wurden verschiedene Protestschreiben für deutsche Städte ins Leben gerufen, mit dabei sind unter anderem Düsseldorf, Kaiserslautern, München, Fuerth und Münster. Tausende Menschen aus ganz Deutschland haben schon ihre Unterschriften abgegeben – und nun ist endlich ein erster Erfolg zu verzeichnen!

Bei der Rheinkirmes in Düsseldorf wird es dieses Jahr kein Ponykarussell geben. Der Rheinischen Post sagte der Kirmes-Sprecher Wolfgang Osinski: „Das Publikum akzeptiert immer weniger, dass Tiere auf einer Großkirmes in dieser Weise eingesetzt werden. Daraus haben auch die Sebastianus-Schützen als Veranstalter die Konsequenzen gezogen.“

Wollen Sie auch keine Ponykarussells mehr sehen?

Alle Petitionen gegen Ponykarussells finden Sie zum Beispiel auf change.org, wenn Sie dort nach dem Stichwort "Ponykarussell" suchen. Hier geht es zum Beispiel zur Petition für Münster: Nie wieder Ponykarussell auf dem Münsteraner Send!

Die Stadt Münster will nicht auf Ponykarussells verzichten

Diese Petition braucht auch insofern noch Unterstützer, als die Stadt Münster bisher nicht beabsichtigt, auf Ponykarrussels zu verzichten. Wunderweib.de hat die Stadt exemplarisch um ein Statement zu den Ponykarussells gebeten und gefragt, wie die Chancen stehen, dass es künftig keine Ponykarrussells mehr in Münster geben wird. Dies ist die Antwort:

"Grundsätzlich kann immer darüber nachgedacht werden, ob hinsichtlich der Art der Geschäfte auf dem Send (*Anmerkung der Redaktion: Name des größten Festes in Münster) eine Veränderung oder Anpassung möglich oder gegebenenfalls auch erforderlich ist. Dies gilt auch für das Ponyreiten. Diesbezüglich ist aber bereits für den Herbstsend dieses Jahres eine Zusage an einen entsprechenden Beschicker ergangen. Ein Geschäft mit Ponyreiten wird somit erneut Bestandteil des Herbstsendes sein.

Die Stadt Münster als Veranstalterin des Sendes hat zur Kenntnis genommen, dass es in den letzten Jahren immer wieder, insbesondere aus den Reihen der Tierschützer/innen, eine ablehnende Haltung zum Ponyreiten auf dem Send gegeben hat und auch aktuell noch gibt.

Von den drei Sendveranstaltungen pro Jahr wurde in den letzten Jahren immer auf der Frühjahrs- und Herbstveranstaltung, also für zwei von drei Veranstaltungen im Jahr, auch jeweils ein Geschäft mit „Ponyreiten“ zugelassen. Wegen der zu erwartenden Temperaturen wurde zum Schutze der Tiere auf eine Zusage für den Sommersend in den letzten Jahren bewusst verzichtet.

Großer Wert wurde und wird auf die Berücksichtigung der hygienischen und tierschutzrechtlichen Belange gelegt. Vor jeder Sendveranstaltung mit Ponyreiten wird deshalb vor Ort eine tierärztliche Kontrolle durch das Amt für Gesundheit, Veterinär- und Lebensmittelangelegenheiten durchgeführt. Diese erfolgte bisher immer ohne jegliche Beanstandung.

Es sei angemerkt, dass das Ponyreiten in den letzten Jahren ausschließlich von seit vielen Jahren bekannten und bewährten Beschickern/innen auf dem Send betrieben wurde/wird. Bei der Wahl des Standortes auf dem Sendgelände wird zudem besonders darauf geachtet, dass das Ponyreiten nicht in unmittelbarer Nähe zu erhöht lärmträchtigen Fahrgeschäften erfolgt.

Über einen Verzicht des Ponyreitens wäre bereits in der Vergangenheit nachgedacht worden, wenn nicht zum einen schon allein durch die Frequentierung des Ponyreitens und zum andern durch Ansprachen und Rückmeldungen aus den Reihen der Sendbesucher/innen eine starke Nachfrage gerade auch nach diesem Geschäft gegeben wäre. Auch seitens des städtischen Veterinäramtes wird kein Grund gesehen, auf das Ponyreiten zu verzichten."

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