Erhöhter Fleisch-Konsum belastet die Umwelt

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Steigender Fleisch-Konsum belastet die Umwelt
Foto: Thinkstock

Der Fleischatlas 2013

Ein Steak in Ehren kann kaum jemand verwehren. Doch übermäßiger Fleisch-Konsum belastet unsere Umwelt mehr und mehr, zeigt der Fleischatlas 2013. Wir haben die Ergebnisse des Reports und verraten, wie Sie sich umweltfreundlich ernähren können – ohne komplett auf Fleisch verzichten zu müssen.

Ein leckeres Schnitzel oder knackige Würstchen: Dass tierische Produkte bei uns Deutschen nicht nur gelegentlich, sondern besonders oft auf dem Teller landen, zeigt der Fleischatlas 2013, den die Heinrich-Böll-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) und der Monatszeitung „Le Monde diplomatique“ erstellt hat. Dieser Report weißt vor allem auf die Umweltbelastung des weltweiten Fleisch -Konsums hin.

Die besten Gründe Flexitarier zu werden, erfahren Sie in der Galerie (5 Bilder).

Mehr als 300 Millionen Tonnen Fleisch wurden im Jahr 2012 produziert, besagt eine Hochrechnung der Welternährungsorganisation FAO, die im Fleischatlas 2013 zu finden ist. Das bedeutet: Weltweit verzehrt jeder Mensch im Jahr fast 43 Kilo Fleisch. In Deutschland liegt der durchschnittliche Verzehr sogar bei rund 60 Kilo pro Person. Übertragen auf unser gesamtes Leben bedeutet das: Jeder Deutsche isst etwa vier Rinder, vier Schafe, zwölf Gänse, 37 Enten, 46 Schweine, 46 Puten und 945 Hühner. Damit verspeisen wir heute vier Mal so viel Fleisch wie noch vor 60 Jahren, besagt der Fleischatlas, der im Januar 2013 veröffentlicht wurde. 

Vegetarisch leben in Deutschland dagegen nur etwa 1,5 Millionen Menschen. Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung sind das nur rund ein Prozent der Männer und zwei Prozent der Frauen. Bei 85 Prozent der Deutschen kommt täglich oder fast jeden Tag ein Fleischgericht auf den Tisch. Dabei sind die größten Steak-Liebhaber männlich und zwischen 19 und 24 Jahren.

Umweltbelastung durch Fleisch-Konsum

Nur wer sich regelmäßig Wurst & Co. schmecken lässt, sollte dabei unbedingt einen Blick über den Tellerrand werfen: Um ein einziges Kilo Rindfleisch zu produzieren, werden beispielsweise 15.000 Liter Wasser benötigt. Um Weideplätze für die Tiere zu schaffen oder Futter anzubauen, werden Wälder großflächig abgeholzt. Das geht oftmals auf Kosten von Kleinbauern, die zum Beispiel dem Soja-Anbau weichen müssen.

Weitere Nebeneffekte: Durch die Verwendung von synthetischem Dünger und im Verdauungstrakt von Wiederkäuern entstehen gefährliche Treibhausgase. Außerdem verseuchen Chemikalien das Grundwasser und Pflanzenarten sterben aus. Und die Tierquälerei durch Massenhaltung und -verarbeitung darf auch nicht vergessen werden.

Fleisch in geringen Mengen

Wer sich bewusst ernährt, könnte aktiven Klimaschutz betreiben. Dafür müssen wir nicht gleich zum strengen Vegetarier werden. Das Stichwort lautet: Flexitarier ! Diese „Teilzeit-Vegetarier“ essen an mindestens drei Tagen pro Woche kein Fleisch. Sebastian Zösch, Geschäftsführer des Vegetarierbundes Deutschland, nennt ein Beispiel für den positiven Effekt dieser Ernährungsweise: Pro Flexitarier können in der Fleischindustrie eine halbe Million Liter Wasser im Jahr gespart werden. Eine kleine Veränderung unserer Essgewohnheiten kann also bereits eine große Wirkung auf die Umwelt haben.

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