Erotik: Der fremde Mann mit der Maske

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Eine leidenschaftliche Nacht mit Masken kann eine wunderbare Erfahrung sein.
Foto: Thinkstock

Simon und Maja sind seit vielen Jahren verheiratet. In Venedig lernen sie sich von einer ganz anderen Seite kennen ...

Eine leidenschaftliche Nacht im romantischen Venedig ist ein fantastisches Geschenk zum Hochzeitstag. Schöne Masken und heiße Küsse versprechen Erotik pur. Maja berichtet von ihrer wunderbaren Reise zum Maskenball.

"Ich sehe in den Spiegel - faszinierend, wie geheimnisvoll diese Maske an mir aussieht. Es ist eine venezianische Maske, ich habe sie gestern in einem kleinen Geschäft in der Nähe vom Markusplatz gekauft. Mein Mann Simon und ich feiern heute unseren zehnten Hochzeitstag in Venedig, in der herrlichen Stadt der Liebe.

Hier haben wir auch unsere Hochzeitsreise verbracht. Jede Nacht haben wir uns geliebt. Tagsüber sind wir Hand in Hand durch die Gassen geschlendert, haben an jeder Ecke angehalten, um uns zu küssen. Simon und ich waren frisch verliebt, als wir vor den Altar getreten sind. Wir kannten uns gerade sechs Monate. Und wussten: Wir sind füreinander bestimmt.

Das vergangene Jahrzehnt hat unserer Liebe nicht viel ausmachen können, aber natürlich haben wir jetzt nicht mehr diese wahnsinnigen Schmetterlinge im Bauch, das wirkt sich auch auf die Erotik aus.

Wir haben gerade ein Haus gebaut, unsere Zwillinge, zwei Jungs, sind jetzt acht, sie halten uns ordentlich auf Trab. Da bleibt der Sex manchmal schon auf der Strecke. Was uns vielleicht von anderen Ehepaaren unterscheidet: Wir haben gemeinsame Träume. Zum Beispiel: noch einmal gemeinsam Venedig zu erleben, den Zauber der Hochzeitsreise zu wiederholen.

Simon kam auf die Idee, unseren zehnten Hochzeitstag in Venedig zu feiern. Auf eine ungewöhnliche Art und Weise. "Wir sind uns zutiefst vertraut, und ich liebe das", sagte er. "Doch wie wäre es, wenn wir uns in Venedig neu begegnen, neu entdecken?" Ich sah ihn fragend an. "Wir gehen auf einen Maskenball, getrennt voneinander. Ob wir uns sofort erkennen? Wenn wir uns begegnen, ob wir dann aufgeregt sind, wie wenn ein Fremder vor uns steht?" Ich war Feuer und Flamme für diese Idee, ich bin verspielt und experimentierfreudig, das teile ich, wie vieles, mit Simon.

Nun stehe ich heute hier vor diesem Spiegel. Die Maske zeigt nicht viel von mir, nur meine blitzenden Augen. Dazu trage ich ein goldenes Gewand mit zauberhaftem Dekolleté . Ich bin gespannt, wie Simon aussehen wird. Er hat sich im Hotelzimmer umgezogen, ist bereits mit dem Vaporetto vorgefahren. Ich folge ihm in einer Viertelstunde. Als ich auf dem Boot bin und durch die Kanäle schippere, komme ich schon in eine Stimmung, die mich aus meinem Alltag hebt. Mein Kleid, diese andere Welt, diese Prachtbauten, das besondere Abendlicht, all das bringt mich in Stimmung. Ich fühle mich wie in einem Film.

Als ich vor der Villa stehe, in der der Maskenball gefeiert wird, klopft mein Herz bis zum Hals. Ich hole die Maske aus meiner Tasche, setze sie auf, betrete den Saal, er ist voller Menschen. Es dauert keine fünf Minuten, und ich sehe Simon. Ich erkenne ihn an seinen Bewegungen und Gesten. Er wirkt männlich, geheimnisvoll. Ich merke, wie seine Augen mich suchen, mich finden. Wir gehen langsam aufeinander zu. Er steht vor mir. Zwischen uns knistert die Luft.

"Darf ich bitten?", fragt Simon. Er nimmt meine Hand, führt sie an seine Lippen, haucht einen zarten Kuss darauf. Er zieht mich an sich, ich rieche ihn. Ich kann ihn so gut riechen, ich lege meine Wange an seine, wir wiegen uns langsam zum Takt der Musik.

"Ich habe dich sofort erkannt, Liebste", flüstert mir Simon ins Ohr. "War eigentlich klar", sage ich leise und lache. "Wir kennen uns eben wirklich." Aber dieser Moment versetzt mich in eine andere Zeit. Ich sehe Simon, und ich sehe jemanden, der mir fremd ist, angenehm fremd, den ich entdecken möchte, den ich begehre. Ich kann es nicht abwarten, bis wir nachher im Hotel sind. Bis wir die Masken ablegen. Simon nimmt meine Hand, zieht mich sanft an sich heran. "Lass uns gehen, meine Schöne", sagt er. Hand in Hand, wie vor zehn Jahren, bummeln wir eng umschlungen durch die Gassen, sitzen eng umschlungen im Vaporetto, das uns zum Hotel bringt. Dann lieben wir uns leidenschaftlich , bis der Morgen graut.

Wie gut er zu mir passt, denke ich, früher und heute und für immer."

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