Esst mehr Nüsse!

Gesundheit Aktuell

Zwei Nüsse knabbern wir im Schnitt jeden Tag. Viel zu wenig, sagen Ernährungsexperten und empfehlen mindestens 25 Gramm - das sind etwa 24 kleine Haselnüsse oder sieben Walnüsse. Das macht kaum einer: Denn die fettreichen Kerne gelten als Dickmacher. Was dermaßen viele Kalorien hat, kann so gesund sein, wie es will - es zählt für die meisten Menschen als kleine Sünde. Dabei ist das Gegenteil richtig: Mandeln und Co. können beim Schlankbleiben sogar helfen.

Das gilt natürlich nur für kleine Mengen und auch nur für den puren Knabberspaß - ohne Zuckerguss, Schokolade, Kuchen oder andere Leckereien drumherum. Denn Nüsse haben einen niedrigen glykämischen Index, das heißt, sie enthalten nur wenige leicht verwertbare Kohlenhydrate und treiben den Blutzuckerspiegel nicht in die Höhe. Das ist gut für den Stoffwechsel und verhindert Heißhungerattacken. Nüsse machen lange satt - das spart unterm Strich Kalorien.

Obendrein sind die einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren in Nüssen ein optimaler Gefäßschutz. Sie halten den Cholesterinspiegel im Gleichgewicht und verhindern so wirksam Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Weitere Pluspunkte: enorm viel Eiweiß, Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe.

Eine brandneue amerikanische Studie hat gerade gezeigt, dass Walnüsse das Risiko für Diabetes 2 senken. Die Testpersonen - rund 140.000 Frauen - aßen über viele Jahre rund 60 Gramm Walnüsse in der Woche. Diese Nuss-Art besitzt eine einzigartige Fettsäuren-Zusammensetzung: Vor allem enthält nur sie Alpha-Linolensäure, die nachweislich vor Alterszucker schützt.

Geröstete Nüsse stimulieren das Immunsystem besonders gut.

In Europa wird zurzeit eine groß angelegte Untersuchung zum Thema Darmkrebs und Nüsse ausgewertet, an der mehr als 500.000 Menschen in zehn Ländern teilnahmen. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend: Frauen, die täglich ein paar Nüsse knabberten, hatten im Vergleich zu Nuss-Verächtern ein 30 Prozent niedrigeres Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Die Wissenschaftler vermuten, dass dafür die gesunden Fettsäuren und Ballaststoffe verantwortlich sind.

Am Institut für Ernährungswissenschaften in Jena stehen besonders geröstete Nüsse im Fokus. Bei der Erhitzung bilden sich nämlich offenbar sogenannte Phenolsäuren, die Viren und Bakterien abtöten und das Immunsystem stimulieren. Womöglich schützen sie auch vor anderen Krebsarten. Noch ein Grund mehr, öfter zu knabbern.

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