Experiment: Polizist gibt sich als Rollstuhlfahrer aus

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Die erste Begegnung des Polizisten als vermeintlicher Rollstuhlfahrer ist überraschend.
Foto: Screenshot / vpdonline

Undercover: Polizist als Rollstuhlfahrer unterwegs

Um Überfälle auf Behinderte zu stoppen, gibt sich ein Polizist selbst als Rollstuhlfahrer aus. Doch das Experiment nimmt eine überraschende Wendung.

Mark Hosley arbeitet als Polizist in Kanada. Als auf dem Revier vermehrt Überfälle auf Behinderte gemeldet werden, nimmt er sich der Sachen persönlich an. Hosley startet ein unkonventionelles Experiment: Er gibt sich selbst als Rollstuhlfahrer aus.

Über die Hälfte der Verbrechen werden aus der Downtown Eastside, einem Stadtteil mit besonders hoher Kriminalitäts- und Obdachlosenrate, gemeldet. Aus diesem Grund beschließt Hosley, sich den Bezirk selbst einmal aus einer anderen Perspektive anzuschauen. Im Rollstuhl bahnt er sich seinen Weg durch die Straßen.

Doch was er erlebt, ist fern ab jeglicher Kriminalität. Denn das Experiment nimmt eine Wendung: Der Polizist wird nicht überfallen. Im Gegenteil: Der vermeintliche Rollstuhlfahrer wird mit einer Warmherzigkeit aufgenommen, die er nicht erwartet hatte.

Als das erste Mal ein Mann direkt auf ihn zusteuert, ist der Polizist in Acht. Er rechnet mit dem Schlimmsten. Der Bewohner beugt sich zu ihm herunter, automatisch wandern Hosleys Hände zu seinen Wertgegenständen. Doch der Mann möchte nicht klauen. Er möchte sich die Erlaubnis holen, für den Rollstuhlfahrer zu beten.

Noch verblüfft von seinem ersten Erlebnis wird Hosley bereits erneut angesprochen. Geld schaut aus seiner Tasche hervor. Das hat auch ein Passant wahrgenommen. Er nähert sich dem Undercover-Polizisten. Dann folgt die nächste Überraschung: Der Mann warnt ihn davor, sein Geld nicht zu verlieren. Hosley ist sprachlos von der Hilfsbereitschaft, die er von fremden Menschen auf offener Straße erfährt.

Ganze fünf Tage verbringt Hosley im Rollstuhl. Er startete das Experiment mit Misstrauen, in Erwartung auf Kriminalität und Ungerechtigkeit. Stattdessen lernt er innerhalb weniger Tage wieder das Gute in den Menschen zu sehen, was als Polizist schnell in Vergessenheit geraten kann, wenn man vermehrt mit dem Schlechten konfrontiert wird.

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