Expertin Yvonne Willicks im Interview

yvonne willicks interview

Foto: WDR/ Solis TV

"Meine TV-Karriere war nicht geplant."

Putzt Yvonne Willicks privat eigentlich gerne? Und bezeichnet sie sich selbst auch als Haushalts-Expertin? Wir haben sie gefragt.

Obwohl Yvonne Willicks bereits seit zehn Jahren im Fernsehen als Expertin rund um das Thema Haushalt auftritt, war diese Karriere damals alles andere, als geplant. Ihre Ausbildung zur Hauswirtschaftsmeisterin machte Yvonne Willicks nach der Geburt ihrer drei Kinder zunächst nebenberuflich. Dazu besuchte sie Abendkurse. Nachdem sie ihre Prüfung erfolgreich abgelegt hatte, wechselte Yvonne Willicks in den Bereich der Erwachsenenbildung und wurde selbst Ausbilderin für Hauswirtschaft.

In den Medien gilt Yvonne Willicks heute als 'Haushalts-Expertin'? Doch sieht sie sich auch selber so? Im Interview verriet sie uns:

"Ich bezeichne mich eigentlich selbst nicht als 'Haushalts-Expertin'. Der Begriff ist etwas zu kurz gegriffen. Viele denken bei dem Begriff 'Haushalt' nur ans Putzen. Dabei geht es um sehr viel mehr, wie zum Beispiel das Haushalten mit Geld oder den Verbraucherschutz. Ich sehe mich darum viel mehr als 'Verbraucher-Journalistin."

Wenn sich jemand wie Sie beruflich dem Thema 'Haushalt' so intensiv widmet, stellt sich natürlich zwangsläufig die Frage: Putzen Sie privat gerne?

"Nein, ich bin kein Putzteufel. Auch ich putze nicht wirklich gerne. Aber es ist auch keine besondere Last für mich. Ich versuche einfach, so effektiv wie möglich zu putzen, damit ich nicht zu viel Zeit dafür aufwenden muss."

Gibt es eine Hausarbeit, die sie nicht mögen?

"Wenn ich eine auswählen müsste, dann wäre es wohl, die Geschirrspülmaschine auszuräumen. Das musste ich mir gewissermaßen anerziehen. Dazu habe ich mich einfach gefragt: 'Wie würdest du die Arbeit verrichten, wenn du dafür bezahlt werden würdest?' Außerdem hilft es zu wissen, wie wenig Zeit es tatsächlich in Anspruch nimmt, unliebsame Hausarbeiten zu verrichten. Durch meine Ausbildung zur Hauswirtschaftsmeisterin weiß ich beispielsweise, dass es nicht länger als drei Minuten dauern muss, den Geschirrspüler auszuräumen."

Braucht eine Expertin wie Sie denn auch einmal Unterstützung von einer Haushaltshilfe?

"Früher, als meine drei Kinder noch klein waren, hatten wir eine Haushaltshilfe. Jetzt, wo fast alle Kinder aus dem Haus sind, aber nicht mehr."

Worauf muss man Ihrer Meinung nach achten, wenn man eine Haushaltshilfe einstellen möchte?

"Wichtig ist, dass die jeweiligen Standards ganz genau abgesprochen werden. Sauberkeit kann schließlich für jeden etwas anderes bedeuten. Außerdem sollte überprüft werden, ob der/die Bewerber/Bewerberin mit den unterschiedlichen Materialien im Haushalt und deren Pflege und Reinigung vertraut ist."

Ein weiterer Tipp von Yvonne Willicks für alle, die überlegen, eine Haushaltshilfe einzustellen:

"Besonders wichtig ist, dass die Haushaltshilfe wirklich angestellt ist und so auch entsprechend versichert ist. Schließlich passieren die meisten Unfälle erwiesenermaßen im Haushalt. Untergrenze der Bezahlung ist natürlich der neue gesetzliche Mindestlohn von 8,50 €. In der Regel sind aber 10-11 € pro Stunde üblich."

Was raten Sie Müttern, die versuchen Familie, Haushalt und Beruf unter einen Hut zu bringen?

"Ohne eine gute Alltagsorganisation geht es nicht. Ein Familienkalender kann sehr gut helfen. Um den Haushalt besser zu organisieren, kann hier eingetragen werden, wann sich wer um welche Arbeit im Haushalt kümmert. Wichtig ist aber auch, seine Ansprüche nicht zu hoch anzusetzen. Wenn ab und zu einmal Dinge liegen bleiben, sollte man es entspannt sehen."

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