Faktor-V-Leiden-Mutation: Habe ich ein erhöhtes Thrombose-Risiko?

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Die meisten wissen nicht, dass sie unter der Gerinnungsstörung leiden
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Erblich bedingtes Risiko für Thrombose

Die Faktor-V-Leiden-Mutation ist erblich bedingt und kommt in Deutschland recht häufig vor. Es erhöht das Risiko für Thrombose, besonders, wenn du die Antibabypille nimmst.

Die Faktor-V-Leiden-Mutation ist eine Gerinnungsstörung. Das gerinnungshemmende Eiweiß APC kann bei den Betroffenen nicht ausreichend auf den Organismus einwirken, so dass das Blut dünnflüssiger ist. Das dünne Blut führt dazu, dass das Thromboserisiko um das achtfache erhöht ist, bei Frauen, die die Antibabypille nehmen, sogar um das 33-fache!

Höheres Thromboserisiko

Das Risiko für Thrombosen ist bei der reinen Form der Faktor-V-Leiden-Mutation am höchsten und kann auf das 50- bis 100-fache ansteigen. Diese homozygote Form ist aber zum Glück seltener als die heterozygote Form, bei der das Risiko um das fünf- bis zehnfache ansteigt.

Die Faktor-V-Leiden-Mutation tritt relativ häufig auf: Es betrifft ungefähr sechs Prozent der Bevölkerung. Die meisten der Betroffenen wissen nicht, dass sie die Gerinnungsstörung in sich tragen. Wenn jedoch eine Thrombose auftritt, liegt in ungefähr 40 % der Fälle auch die Faktor-V-Leiden-Mutation vor.

Woran erkenne ich, dass ich von der Gerinnungsstörung betroffen bin?

Normalerweise treten keine Symptome auf und die Betroffenen merken nichts von ihrer Gerinnungsstörung, solange sie keine Thrombose bekommen. Aber eine familiäre Häufigkeit für Thrombosen oder Fehlgeburten könnten Hinweise darauf sein, dass man die Gerinnungsstörung in sich trägt. Ein Arzt kann durch einen Gerinnungstest und eine molekulargenetische Untersuchung feststellen, ob du von der Faktor-V-Leiden-Mutation betroffen bist.

Wenn du eine Thrombose hattest oder wenn du familiär vorbelastet bist, solltest du dich untersuchen lassen. Wenn du die Antibabypille nimmst, kann dich dein Frauenarzt über die Risiken aufklären und dich beraten, ob der Test angebracht ist. Auf jeden Fall gilt: Bei Verdacht auf Thrombose solltest du sofort zum Arzt gehen! Die folgenden Symptome können auf Thrombose hindeuten:

  • Blaufärbung der Haut
  • Schmerzen beim Zusammendrücken der Waden
  • hervortretene, sichtbare Venen auf der Haut
  • glänzende, pralle Haut mit Spannungsgefühl
  • Erhöhung der Herzfrequenz
  • Fieber

Gibt es eine Therapie?

Die genetische Erkrankung kann nicht behandelt werden, aber Betroffen können Vorbeugemaßnahmen treffen, um Thrombose vorzubeugen. Dazu gehört ausreichend Bewegung, Vermeidung von Übergewicht, hochlagern der Beine, Nikotin vermeiden, das Tragen von Kompressionsstrümpfen oder auf ärztlichen Rat auch Medikamente, die die Gerinnung verhindern.

Gut zu wissen: Der Begriff Faktor-V-Leiden-Mutation ist etwas unglücklich gewählt, da es so klingt, als wenn die Betroffenen darunter leiden würden. Mit Leiden ist aber die niederländische Stadt gemeint, in der die Gerinnungsstörung entdeckt wurde.

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