Fit im Kopf

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Gedächtnistraining

Warum Sie Ihre Morgentoilette öfter mal mit der linken Hand besorgen sollten und weshalb es Sie intelligenter machen kann, Bilder verkehrt herum aufzuhängen, lesen Sie hier

Das Leben ist ein Ausdauersport. Für Verstand und Körper gilt daher gleichermaßen: Kurzfristige Anstrengung bringt nur wenig, stattdessen muss das regelmäßige Basistraining stimmen

Wissen ist in. Was gibt es zurzeit nicht alles für Gedächtnisspiele und Logikrätsel, mit denen man sich beschäftigen kann. Sie alle sind sinnvoll und machen Spaß. Wichtiger für ein gut funktionierendes Gehirn ist allerdings die tägliche Pflege. Schon bei 30-Jährigen beginnen die grauen Gehirnzellen schlapp zu machen, die Verbindungen zwischen den neuronalen Nervenzellen werden einfach dünner, haben Forscher herausgefunden. Die geistige Leistung lasse früh nach, wenn man sie nicht ständig fordert! Als täglicher Jungbrunnen fürs Gehirn sind deshalb gesunde Ernährung, Bewegung und Entspannung immens wichtig - ein Leben lang. Wer in die neue Sportart "Brain Fitness" einsteigen möchte, sollte also erst einmal für die gesunde Grundlage sorgen.

"Körperliche Aktivität trainiert das Gehirn besser als geistige."

"Gehirnjogging" lautet das erste Schlagwort. Damit ist nicht das Lösen von Rätseln gemeint, sondern ganz im Gegenteil reales Joggen. Denn Sport ist die einzige Methode, mit der die Leistung des Gehirns nachweislich beeinflusst werden kann. "Körperliche Aktivität trainiert das Gehirn besser als geistige", sagt Wildor Hollmann, Mediziner an der Sporthochschule Köln.

Körperliche Bewegung führt dazu, dass im Kopf neue Nervenzellen sowie Verbindungen zwischen den Zellen entstehen, die der Übertragung von Reizen dienen. Die Folge: Die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung des Gehirns nehmen zu - die wichtigsten Voraussetzung für das Denken überhaupt. Drei Mal die Woche eine halbe Stunde schwitzen bewirkt bereits eine Menge. Vor allem Ausdauersportarten wie Schwimmen, Rad fahren, Joggen oder Tanzen werden von Experten empfohlen.

Ebenfalls wichtig sind soziale Kontakte. Wer sich mit anderen Menschen austauscht, diskutiert und auf sie eingeht, schärft seine Wahrnehmung. Und ebenso die Kunst, auf unerwartete Situationen schnell und sicher zu reagieren. Besonders genial lässt sich das durch Mannschaftssportarten trainieren: Beim Handball oder Tennis etwa, muss man blitzschnell das Vorhaben der Mitspieler erkennen und darauf reagieren können. Doch auch politische Diskussionen fordern den Geist.

"Musik regt die Reizverarbeitung und das Gefühlsleben umfassend an."

Kreativität gehört zu den wichtigsten, mentalen Fähigkeiten. Einerseits trainiert man sie durch künstlerische Beschäftigungen wie Malen und Basteln. Vor allem aber durch Musik. Dabei ist es egal, ob man nur zuhört oder selbst ein Instrument spielt. "Musik regt die Reizverarbeitung und das Gefühlsleben umfassend an", erklärt der Musikpädagoge Thomas Techau.

Andererseits kann nur neue Ideen haben, wer von normalen Denkstrukturen abweicht. Der Neurobiologe Lawrence Katz erfand deshalb "Neurobics", das sind Übungen, mit denen man erlernen kann, quer zu denken. Laut Katz sollte man beispielsweise die morgendliche Toilette öfter mal mit der linken Hand ausführen oder Bilder eine Zeit lang verkehrt herum aufhängen.

Zum Gehirntraining gehören aber auch Ruhe und Nichtstun. Jeder weiß, dass man konzentrierter liest oder rechnet, wenn die Flimmerkiste abgeschaltet ist und absolute Stille herrscht. Ähnlich ist es, wenn man ohne Nebengeräusche entspannt ins Tagebuch schreibt oder Fotoalben durchblättert - das übt die Konzentration, ohne anstrengend zu sein. An schwierigen Tagen, an denen wichtige Meetings oder Klausuren anstehen, ist Entspannung besonders wichtig. Kein Verstand kann länger als 90 Minuten auf Hochtouren arbeiten. Genau dieser Zeitspanne sollte eine Frischluftpause von mindestens 15 Minuten folgen. Dann kann man weiterpowern. Und nicht vergessen: Schlaf regeneriert die Gehirnzellen.

Bei der Ernährung wiederum lautet das Motto: Blut mit leichter Kost im Kopf halten und nicht mit schweren Sachen in den Bauch locken. Optimal für das Gehirn ist die klassische Mittelmeerküche mit viel Obst, Gemüse, und Fisch. Letzterer enthält Omega-Drei-Fettsäuren, die vermutlich die Bildung von Gehirnzellen fördern. Als Nahrungsergänzung schwören viele Brainjogger auf die Ginkgo Biloba Essenz aus dem Drogeriemarkt. Die meisten Hirnforscher raten aber vor allem, täglich zwei Liter Wasser zu trinken. Denn nur wer genug trinkt, sichert die optimale Durchblutung des Gehirns.

Ist man dann in Topform, kann man sich in aller Frische in Logicals und Gedächtnisspiele stürzen. Zum Beispiel auf der Internetseite www.happyneuron.de.

Oder mit diesen Büchern:

Günther Beyer: Brain Fitness. Das neue Gedächtnistraining. Moderne Verlagsges. 2007, 19,90 €.

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Gregor Staub: Mega Memory. Optimales Gedächtnistraining für Privatleben, Schule und Beruf. Moderne Verlagsges. 2007, 8,90 €.

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Marvin H. Albert: Gehirnjogging für kluge Köpfe. Moewig 2007, 3,95 €.

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Petra Binder: Ratgeber Kopftraining. So bringen Sie Ihr Gehirn in Schwung, Kneipp, 14,90 €.

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