Florian David Fitz: „Ich bin ein spontaner Romantiker!“

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Florian David Fitz
Foto: Bodo Rickassel

Star-Interview mit Florian David Fitz

Wenn er dreht, plant Florian David Fitz zwanghaft genau. Doch in der Liebe überlässt er die Regie gerne dem Zufall. Wir haben den Star zum Interview getroffen.

Als ich Florian David Fitz im „Bayerischen Hof“ in München treffe, betritt er die Interview-Suite ganz lässig in grauem Shirt, kurzer Hose – und barfuß. „Haben Sie sich extra für mich so chic gemacht?“, fragt er verschmitzt, mustert mein Streifenkleid und schlüpft in seine weißen Leinenschuhe. Währenddessen tollt Loki, sein Jack Russell Terrier, durch den Raum.

Beim Blick auf die Stylistin, die den 38-Jährigen für die Fotos abpudern soll, winkt er ab: „Das geht auch ohne!“ Warum er sich vor allem seine Narbe auf der Nase nur ungern überschminken lässt und welches das peinlichste Kauspielzeug war, das Loki jemals apportiert hat, verrät er mir im Gespräch ...

JOY: In Ihrer neuen Tragikomödie „Da geht noch was“ ecken Sie permanent mit Ihrem Vater an. Was für ein Verhältnis haben Sie privat zu Ihren Eltern?

Florian David Fitz: Meine Mutter ist zehn Jahre jünger als mein Vater, deshalb hatte ich als Kind ein engeres Verhältnis zu ihr, da sie altersmäßig einfach näher an mir dran war. Die Beziehung zu meinem Vater ist mittlerweile aber auch sehr gut. Als ich noch klein war, haben wir uns eine ganze Zeit lang nicht so optimal verstanden.Und woran lag das?

Daran, dass ich Autoritäten extrem hinterfrage – was für einen nicht eben unautoritären Menschen ziemlich anstrengend ist.

Wie wichtig ist Ihnen Familie?

Sehr wichtig. Ich habe ein für Außenstehende ziemlich enges Verhältnis zu meinen Eltern und meiner Schwester. Die wohnen alle in München. Meine Schwester und mein Schwager haben hier das Hotel meiner Eltern übernommen – und das ist ein entscheidender Grund, warum auch ich in München lebe.

Wollen Sie auch mal Familie und Kinder?

Klar, das wäre schön, ja!

Im Film leben Sie kurzzeitig in einer sehr ungewöhnlichen Konstellation mit Papa und Sohn. Haben Sie privat auch WG-Erfahrung?

Ja, nach dem Abi bin ich nach Amerika gegangen, um Schauspiel zu studieren. Dort habe ich in einem Wohnheim in Boston gewohnt und hatte dort quasi die Extremvariante einer WG. Drei Jungs in einem Zimmer ...

Und dieses Dreiergespann hat funktioniert?

Es lief erstaunlich gut. Im Wohnheim habe ich auch zum ersten Mal angefangen aufzuräumen, um mich von den Müllbergen um mich herum abzugrenzen. Später bin ich dann in einem Vorort mit einem Kumpel und einer Frau zusammengezogen .

War es dort ordentlicher?

Nein, das nicht. Einmal hatte ich den Sommer in Deutschland verbracht und als ich zurück in unsere Wohnung kam und den Küchenschrank aufgemacht habe, war da quasi eine Loveparade für Maden im Gange.

Wann verlieren Sie die Geduld?

Im Straßenverkehr! Am Steuer werden ja viele aufbrausend und kläffen wie Hunde an der Leine. Da bin ich leider keine Ausnahme.

Ihre Narbe auf der Nase stammt aber nicht von einer Prügelei?

Nein, ich bin zu Hause immer unser Treppengeländer auf dem Hintern runtergerutscht und habe mich dann an einer Tür abgefangen. Die war aus Sicherheitsglas und hat mich jahrelang gehalten. Aber mit 15 war ich dann wohl zu schwer! Meine Eltern wollten an diesem Tag ihr Hochzeitsjubiläum feiern und uns zum Essen einladen.

Doch ich habe die Feier gesprengt! Ich musste sie bei der Arbeit im Hotel anrufen und beichten, dass es zu Hause gerade sehr blutig aussieht ...

Wurden Sie genäht?

Ja. Immerhin hing die Nase auf der Oberlippe. Man sieht heute noch, dass sie mal gebrochen war. Ich finde es aber irgendwie albern, wenn die Narbe für Filmaufnahmen überschminkt wird.

Apropos Hochzeitsjubiläum. Wie sähe bei Ihnen das ideale Setting für einen Heiratsantrag aus?

Ich bin nicht der Typ, der so was planen würde. Romantik ergibt sich, alles, was inszeniert wird, ist zu künstlich.

Sind Sie generell ein spontaner Typ?

Ich plane viel, aber keine emotionalen Ereignisse. Ich kann planen: Morgen mache ich einen Ausflug, aber zu sagen: Morgen heirate ich und es wird der schönste Tag meines Lebens – das wird schwierig. Ich mag auch Silvester nicht .

Alle setzen sich unter Druck, weil es die tollste Nacht des Jahres werden muss. Deshalb bringen sich oft Menschen an Weihnachten oder Silvester um. Erwartungen sind ein Killer! Ich versuche, den Druck rauszunehmen! Noch dreihundert Jahre Meditation und ich schaffe es auch (lacht).

Im Film setzen Sie sich unter Druck, um die Leidenschaft in Ihrer Ehe wiederzubeleben. Doch beim Candle-Light-Dinner fangen Ihre Haare Feuer. Ist Ihnen mal eine ähnliche Panne passiert? In romantischer Hinsicht?

Nein, ich hatte noch keinen Penisbruch wie Dieter Bohlen. Aber die Szene, in der der Hund meiner Filmmutter deren Dildo unterm Schrank findet und auf ihm herumkaut, die ist tatsächlich so ähnlich in meinem Umfeld passiert. Allerdings nicht meiner Mutter!

Werden Sie oft von Fans angesprochen, wenn Sie mit Ihrem Hund Gassi gehen?

Eher fotografiert. Bei Radtouren sitzt er meistens in meinem Fahrradkorb. Wenn wir an Reisebussen mit Japanern vorbeifahren, fangen die alle wie verrückt an zu knipsen.

Nächstes Jahr im November werden Sie 40. Feiern Sie groß?

Runde Geburtstage muss man eigentlich zelebrieren . Die letzten Jahre habe ich immer für ein Wochenende eine Hütte in den Bergen gemietet, das war jedes Mal grandios. Meinen Freunden gebe ich immer schon im Sommer Bescheid, damit alle Zeit haben.

Was wünschen Sie sich von Ihrem nächsten Jahrzehnt?

Aktuell bin ich in der Phase, in der ich mir gerade eine Karriere aufgebaut habe . Ich fühle mich, als würde ich auf einem Surfbrett stehen, und jetzt muss ich gucken, wie ich es reiten kann. Und ich sollte mich auch darauf gefasst machen, mal ins Wasser zu fallen. Denn das gehört zum Surfen dazu. Ich weiß gerade gar nicht, wie ich auf diese Surf-Metapher komme, ich kann nicht mal wellenreiten (lacht).

Sie sind Schauspieler, Drehbuchschreiber und Regisseur. Was sind Ihre nächsten Projekte?

Ich habe kürzlich „Lügen“ beendet, einen Film ohne Drehbuch . Sehr spannende Erfahrung. Aktuell schreibe ich für den Film „Baby Talk“ einen Roman in ein Drehbuch um. Es geht um einen Typen, der mit Kindern nichts anfangen kann, aber plötzlich ein Baby hat, das mit ihm spricht – und er denkt, er wird wahnsinnig. Noch dazu ist auch die Kinoversion von „Doctor’s Diary“ geplant.

Sind Sie eigentlich ein strenger Regisseur?

Du bist ja abhängig von deinen Leuten und willst, dass sie eine gute Leistung und was Eigenes mit zum Projekt bringen. Aber: Ich bin schon grenzwertig zwanghaft, was Genauigkeit angeht. Agieren Sie als Schauspieler anders, wenn Sie vorher Regie geführt haben? Das ist wie im Straßenverkehr: Wenn ich im Auto sitze, habe ich überhaupt kein Verständnis für die Radfahrer – und umgekehrt (lacht ).

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