Flugzeugabsturz: Germanwings-Maschine über Frankreich abgestürzt

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Foto: Getty Images

Der Airbus A320 sollte von Barcelona nach Düsseldorf fliegen

150 Menschen waren mit Germanwings in einem Airbus A320 unterwegs von Barcelona nach Düsseldorf. Berichten zufolge ist die Maschine in Frankreich abgestürzt.

Wie konnte das passieren?

Der Flug 4U9525 sollte um 9:35 Uhr in Barcelona starten, verspätete sich aber leicht, so dass das Flugzeug des Typs Airbus A320 erst um 10:01 Uhr startete. An Bord waren 144 Passagiere, zwei Piloten und vier Flugbegleiter. Um 11:55 Uhr sollte das Flugzeug in Düsseldorf landen, kam da aber nicht an.

Das Flugzeug soll gegen 11.15 Uhr von den Radarschirmen verschwunden sein, zu dem Zeitpunkt hatte die Maschine eine Höhe von 2.072 Metern und eine Geschwindigkeit von etwa 900 bis 1200 Metern pro Minute.

Es ist in der Region von Barcelonnette in den südlichen Alpen in Frankreich abgestürzt, wie zuerst die französische Zeitung "La Provence" veröffentlichte. Die Trümmer sind nach Angaben der französischen Innenministeriums im Umkreis von zwei Kilometern verteilt.

Der Absturzort im Gebirge von Estrop (in etwa 2000 Metern Höhe) ist "für Fahrzeuge nciht zugänglich", sagte Verkehrs-Staatssekretär Vidalies. Er ist schwer zu erreichen, das Gebiet ist verschneit und vergletschert. Zudem werden Schneefälle erwartet. Trotz der schwierigen Bergungsabedingungen versuchen zur Zeit 400 Einsatzkräfte, zum Unfallort zu gelangen.

Die Blackbox der abgestürzten Maschine wurde schon gefunden.

Der Fernsehsender "Europe1" berichtet inzwischen, dass zwei Helikopter und Polizeiwagen auf dem Weg zur Unglücksstelle sind. Sie berichten, Trümmerteile gefunden zu haben. Die Maschine war laut Flightradar24.com anscheinend bis kurz vor dem Absturz im Sinkflug, nicht im Sturzflug. Eventuell haben die Piloten versucht, die Maschine auf einem kleinen Sportflughafen in Barcelonette zu landen.

Germanwings hat inzwischen per Twitter Stellung genommen: "Wir sind mit unseren Gedanken und Gebeten bei den Angehörigen und Freunden der Passagiere und Besatzungsmitglieder.

"Die die französische Regierung mitteilte, sind alle Pasagiere sowie Crew-Mitglieder bei dem Unglück ums Leben gekommen. "Es gibt keinen Überlebenden", sagte Verkehrs-Staatssekretär Alain Vidalies.

An Bord waren 72 Deutsche und 45 Spanier.

Die ersten geborgenen Verstorbenen werden per Hubschrauber zu einer Schule in Seyne-les-Alpes geflogen, berichtet CNN und beruft sich auf französische Behörden.

Schulklasse ist an Bord gewesen

16 Schüler und zwei Lehrerinnen des Joseph-König-Gymnasiums in Haltern (NRW) waren nach neusten Angaben der Behörden an Bord. Sie waren nach einem Schüleraustausch auf dem Rückweg nach Deutschland gewesen.

Was für ein schrecklicher Schock! Nach Angaben von Mitarbeitern des Düsseldorfer Flughafens, werden die wartenden Angehörigen in einem von der Öffentlichkeit abgeschirmten Bereich geleitet und werden dort von Seelsorgern betreut. Angehörige und Freunde, die nicht vor Ort sind, können sich unter der Hotline des Düsseldorfer Flughafens 0800 / 77 66 350informieren oder bei Germanwings unter 0800 / 11 33 55 77. Germanwings verweist auch auf seine Internetseite doch diese ist natürlich derzeit komplett überlastet und down.

Auch das Auswärtige Amt richtete eine Krisenhotline ein: 030 / 50 00 30 00. "Unsere Gedanken sind bei denjenigen, die darum fürchten müssen, dass ihre Angehörigen unter den Opfern sind", äußerte sich Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Auch Bundespräsident Gauck äußerte sein Mitgefühl: "Mit größter Bestürzung habe ich von dem schweren Flugzeugunglück erfahren", sagte Gauck bei seinem Staatsbesuch in Peru. Gauck bricht seine Südamerika-Reise nun ab.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr teilte sein tiefes Mitgefühl an alle Angehörige und Freunde aus:„Dies ist ein schwarzer Tag für die Lufthansa“, sagte Spohr.

Die Absturzursache ist noch unklar. Hinweise auf einen Terroranschlag gibt es keine. Deutsche Fachleute für Flugsicherheit reisen nach Frankreich, um bei der Herleitung des Unfalls zu helfen. Laut der französischen Gendarmerie wurde das Luftgebiet im Umkreis von mehreren Hektarn über der Absturzstelle gesperrt. Auch die Durchfahrt zu Boden wurde verwehrt.

Verkehrsminister Alexander Dobrindt wird nach Frankreich reisen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wird morgen mit NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zur Absturzstelle reisen."Jetzt ist die Stunde in der wir alle große Trauer empfinden, an die Opfer denken, an ihre Angehörigen und ihre Freunde", sagte Angela Merkel in einer Pressekonferenz. Sie sei schockiert, wolle aber nicht über mögliche Ursachen spekulieren. Merkel sicherte den Angehörigen Hilfe zu.

Das Flugzeugmodell gehörte mit etwa 24 Jahren zu den älteren der Flotte. Laut der Internetseite Airfleets.de wurde die Maschine im Februar 1991 an die Lufthansa ausgeliefert worden. Seinen Jungfernflug hatte das Flugzeug bereits im November 1990.

Es ist der erste Flugzeugabsturz in Frankreich nach der Katastrophe der Air-France-Concorde in Paris im Juli 2000. Damals starben 113 Menschen, davon 97 Deutsche.

Wir fühlen mit allen mit, die sich in diesem Moment Sorgen um Ihre Angehörigen und Freunde machen und denen, deren schlimmste Befürchtungen sich bewahrheiten.

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