Fogging: Warum der schwarze Staub so oft in Wohnungen von Frauen vorkommt

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Foto: AndreaAstes / iStock

Woher kommt der rußige Staub?

Kennt ihr diesen schwarzen, rußigen Staub, der sich in vielen Wohnungen breit macht, bekannt als "Fogging-Effekt"? Woher kommt er? Und warum ist er besonders oft in Wohnungen von Frauen?

Gerade im Winter zur Heizsaison taucht er plötzlich in vielen Wohnungen auf: der Fogging-Effekt oder das Fogging-Phänomen.

Dunkler Staub, der sich in Wohnungen ausbreitet - und dessen Beseitigung ganz schön teuer werden kann. Vor allem über Heizkörpern bildet sich der Schwarzstaub. Oft ist der Staub eher schmierig und setzt sich nicht nur auf Wänden, sondern auch in Haaren fest.

Und das war nicht immer so. Den Fogging-Effekt gibt es erst seit Mitte der 1990er Jahre. Aber woher kommt er? Und warum sind manche Wohnungen und Häuser betroffen und andere nicht?

Das weiß man leider nicht so genau. Doch es gibt einige auffällige Gemeinsamkeiten bei Wohnungen, in denen das Fogging-Phänomen auftritt:

"Oft tritt das Phänomen nur nach größeren Renovierungen auf. Typisch ist z.B. eine Renovierung im Frühjahr; der Schwarzstaub-Effekt zeigt sich dann aber erst in der einsetzenden Heizperiode, weil dann weniger gelüftet wird", schreibt zum Beispiel das Umweltbundesamt.

Aber warum dann erst seit den 1990er Jahren? Wohnungen wurden doch auch schon vorher renoviert und im Winter geheizt.

Zuerst hieß es, dass die Einführung von bestimmten neuen, umweltfreundlicheren Produkten Schuld seien. Schwerflüchtige organische Verbindungen (SVOC) in Tapeten, Farben und Lacken. Aber auch in einigen Kerzen, Teelichtern und Haushaltschemikalien wie Putzmittel oder Möbelpolitur. Die Weichmacher dünsten in die Raumluft, verbinden sich mit dem Staub in der Luft (vor allem im Winter, wenn wir weniger Lüften) und setzen sich dann an Decken und Wänden etc. fest. Hinzu kommen die heute besser abgedichteten Fenster und die bessere Wärmedämmung.

Und warum sind gerade Wohnungen von Frauen betroffen? Es ist auffällig, dass besonders oft Wohnungen vom Schwarzstaub getroffen werden, deren Bewohnerinnen gern Kerzen anzünden, Duftöle, Parfüm und Kosmetika verwenden und besonders viele Haushaltsreiniger besitzen und auch nutzen.

Das Umweltbundesamt kann allerdings Entwarnung geben: "Durch Fogging ergibt sich zum Glück keine gesundheitliche Gefährdung. Bevor der schwarze Staub beseitigt wird, sollte ein Schimmelbefall ausgeschlossen werden und, wenn möglich, die Ursache gefunden werden. Ebenso sind Rußbeläge auszuschließen, die dann doch gesundheitsbedenklich wären. Die örtlichen Gesundheits- und Umweltämter geben Tipps zu dem weiteren Vorgehen."

Trotzdem ist der schwarze Staub extrem ärgerlich und kann ganz schön teuer werden: Einfach drüber streichen bringt nämlich nichts. Man wird ihn am besten los, indem man die Wände feucht abwischt, im Wasser sollte dabei Spülmittel oder Kunststoffreiniger sein. Das greift wiederum die Tapete an, weshalb es passieren kann, dass man neu tapezieren muss.

Vorbeugen kann man nur, indem man schon bei der Renovierung der Wohnung darauf achtet, dass man Lösemittel- und weichmacherfreie Farben nutzt, Teppiche und Möbel mit dem Blauen Engel kauft und danach intensiv lüftet, rät das Umweltbundesamt.

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