Framily: Zuhause ist, wo die gefühlte Familie ist

framily familienmodelle

Foto: konradbak

Vater, Mutter, Kind war gestern. Jetzt gibt es die Framily

Jeder hat eine Framily. Wussten Sie nicht? Doch, auch Sie! Das Wort beschreibt ein neues Familienmodell, das keine Blutsverwandtschaft erfordert.

Blut ist dicker als Wasser? Aber was ist mit Seelenverwandtschaft?

Nicht jeder kann sich über eine große, glückliche Familie freuen. Manche haben ihre Familie verloren oder haben sich mit ihr zerstritten. Es gibt unfreiwillig kinderlose Paare. Manche wohnen so weit von ihren Verwandten weg, dass sie sich aus den Augen verloren haben.

Das ist traurig, muss aber nicht heißen, dass man dazu verdammt ist, allein zu sein .

Die Framily (friends and family) ist die gefühlte Familie. Jeder hat eine Framily, auch wenn es nicht jedem bewusst ist.

Das Coca Cola Happiness-Institut hat eine Studie in Auftrag gegeben, die sich mit der Lebensfreude in unserer heutigen Gesellschaft befasst. Macht uns noch das gleiche glücklich wie früher? Elf namhafte Experten, darunter Sozialpsychologe und Glücksforscher Prof. Ruut Veenhoven, Soziologin Prof. Hilke Brockmann und Arzt und Autor Dr. Eckart von Hirschhausen haben im Rahmen dieser Studie die markanten Wandlungen unserer Gesellschaft analysiert.

Dabei entdeckten die Experten den Trend zur "Framily", zur gefühlten Familie.

Wir leben in einer Zeit, in der wir den Luxus genießen können, uns unsere Freunde noch freier auszusuchen. Durch soziale Netzwerke , bessere Reisemöglichkeiten , ausgefeiltere Kommunikationstechnik usw. können wir mehr Freunde an mehr Orten finden, haben und halten.

Natürlich kann man behaupten, dass unsere Freundschaften dadurch auch oberflächlicher werden. Wer kann schon so viele Freundschaften pflegen , wie er auch Freunschaftseinladungen auf Facebook annimmt?

Man kann es aber auch so sehen, dass wir in der größeren Menge an Menschen, die wir kennenlernen, auch größere Chancen haben, wirklich Seelenverwandte zu finden.

Und genau das scheint laut den Experten der Fall zu sein. Wir wählen bewusster aus, mit wem wir durchs Leben gehen und werden belohnt mit dem wohligen Wir-Gefühl der Framily.

Das ist besonders schön für Singles , Kinderlose oder Menschen mit wenig Familie. Es geht nicht um einen Ehering oder gemeinsamen Stammbaum , es geht um das "Gefühl wie Familie", eine Vorstellung. Geborgenheit und Vertrautheit, Sicherheit und Fürsorge haben nicht notwendigerweise mit Genen oder einer Urkunde vom Standesamt zu tun.

Bei einer Erkältung mit hohem Fieber rufe ich doch nicht meine hunderte Kilometer entfernte Mutter an. Was soll sie denn tun, außer sich Sorgen zu machen? Nein, bei meiner letzten Erkältung kam eine Freundin mit einem riesigen Topf extra für mich selbstgemachter Hühnersuppe vorbei. Und wenn ich meiner Mutter dann erzähle, dass ich gut umsorgt bin, umsorgt von meiner Framily, dann ist auch sie beruhigt.

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