Franziskas sechster Post

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Gastbloggerin Franziska testet das Workout von Tracy Anderson
Foto: Franziska Maier

Franziskas Ernährungstagebuch

Tracy Anderson oder Jillian Michaels?

Heute widme ich mich einer der wohl schwierigsten Fragen in der Welt der amerikanischen Fitness-Ikonen. Eifrige SHAPE-Leserinnen und -Leser kennen die beiden Damen, um die sich mein heutiger Blog dreht, wohl sehr genau. Dank der oftmals beigefügten tollen Gratis-DVDs sind Tracy und Jillian auch in Deutschland bestens bekannt. Beide sind ihres Zeichens erfolgreiche Trainer und Fitness-Experten in den Vereinigten Staaten, dennoch könnten sie nicht unterschiedlicher sein – rein optisch ist schnell zu merken, dass Tracy Anderson sich von Jillian Michaels abhebt. Die winzige Blondine hat beinahe einen Kinderkörper und misst nur 1,52 Meter. Jillian Michaels hingegen gibt das Bild der toughen Brünetten ab, die stolz ihre Muskeln zeigt und auch in der amerikanischen Ausgabe von „The Biggest Loser“ als „Drill Instructor“ alles gibt.

Da wäre also einmal die ehemalige Tänzerin, die Verfechterin der Hilfsmuskulatur, des Cardio Tanztrainings sowie der ruhigeren Bewegungsabläufe: Tracy Anderson. Auf der anderen Seite wäre da die Fitness-Trainerin, wie sie im Buche steht. Sie liebt Kickboxen, Zirkeltraining, das Workout mit Gewichten und herausfordernde Bewegungsabläufe – der Schweiß fließt garantiert bei Jillian Michaels. Nun, welche der beiden Damen verspricht nun die bessere Abnehmstrategie? Welche Workouts helfen mehr, um seine Ziele zu erreichen?

Ich testete alle DVDs von Jillian und viele von Tracy, um mir ein gutes Bild machen zu können. Mein Ergebnis seht ihr hier:

Tracy Andersons Fitness-DVDs

Beginnen wir mit Tracy Anderson, 39 Jahre alt, Tochter einer Tänzerin und selbst Mutter zweier Kinder. Mit 18 Jahren zog es die junge Tänzerin nach New York, allerdings erreichte sie dort nicht ihren Lebenstraum, eine Profi-Tänzerin zu werden. Schuld waren angeblich ihre überflüssigen Pfunde, die sie dazu brachten, sich mit der Anatomie des Körpers und ganz besondere mit der Hilfsmuskulatur auseinander zu setzen.

Zehn Jahre lang experimentierte Tracy und kreierte eine Methode, die sie erfolgreich machte und die auch bei einigen Prominenten großen Anklang fand: So gehören unter anderem Gwyneth Paltrow, Jennifer Lopez oder Courtney Cox zu ihren großen Fans. Die Tracy-Anderson-Methode unterscheidet den weiblichen Körper in vier verschiedene Typen. Jeder Typus hat einen anderen Schwachpunkt, der gezielt trainiert werden soll. Hier gäbe es den bauchzentrischen, pozentrischen, hüftzentrischen oder omnizentrischen Körper. Letzterer setzt überall gleichmäßig Fett an.

Auf Tracys Homepage kann man mit Hilfe eines Körperrechners sein eigenes Programm zusammenstellen. Die DVD-Sets bauen auf einem täglichen, 60-minütigen Trainingskonzept auf. 30 Minuten Tanz Cardio und 30 Minuten Muskeltraining. Hierbei lässt sich sagen, dass Tracy eine ganz eigene Art hat, die Muskeln zu kräftigen. Viele Übungen sind dem Tanz oder Ballett entlehnt. Das Armtraining ohne Gewichte wirkt auf den ersten Blick wie ein unkoordiniertes Gezappel, ebenso das Bauchtraining im Stehen. Doch wenn man sich mit ihrer Art vertraut gemacht hat, bringen die Übungen gute Resultate. Bei Tracy baut man keine kräftigen Muskelberge auf, sondern lange, schlanke Muskeln, wie die einer Tänzerin.

Weiter sind von ihr erschienen: Die Bodystyling-DVD-Trilogie, das Complete-Body-Workout (mein absoluter Favorit – mit dieser DVD fing auch mein Training mit Tracy an), das Bodyshaping-Workout, ein Mini-Trampolin-Workout, ihre Dance-Cardio-DVDs sowie eine DVD-Box, die Schwangeren hilft, ihren Körper in dieser Zeit fit zu halten.

Das Dance-Cardio-Workout dürfte für die meisten, die Tracys Methode ausprobieren, ein Grund sein, um diese bald wieder sein zu lassen. Ich selbst bin wirklich erfahren, was Workouts betrifft, doch hier beiße ich mir einfach die Zähne aus. Tracy scheint manchmal einfach so im Raum herum zu hüpfen, die Bewegungen sehen äußerst planlos aus und dennoch ergeben sie irgendwie eine Choreographie. Das Hüpfen geht auch schnell auf die Knie und trotz guter Schuhe hält man die 30 Minuten nur schwer durch. Tracy scheint Spaß an ihrem Tanztraining zu haben, doch wer so im Wohnzimmer auf und nieder hoppelt, der sieht nicht nur eigenartig für seine Umwelt aus, sondern verliert auch recht schnell die Lust.

Daher entwickelte Tracy auch Einsteiger-DVDs, um vielen die Scheu vor dem Cardio-Tanztraining zu nehmen. Eine gute Idee, wie ich finde, und in der Tat: Man kann Tracy, die hier die Schritte langsam erklärt, folgen! In Amerika gibt es auch zwischenzeitlich ihre Muskel-Toning-Workouts als Beginner-Variante.

Tracy Anderson wurde oft eine gewisse Arroganz vorgeworfen. Sie blickt beispielsweise sehr konzentriert und spricht nie bei ihren Übungen. Höchstens ertönt noch ihre Stimme aus dem Off, die mitzählt. Doch hier verliert man auch schnell die Lust. Besonders, wenn es nicht nur acht bis 16 Wiederholungen, sondern mindestens 30 pro Übung gibt! Das heißt, man befindet sich in einer knienden Position und muss nun 15 Minuten so ausharren, bis ein Bein, inklusive Po, trainiert wurde. Dann folgt die andere Seite und wieder 15 Minuten auf den Knien. Viele Tracy-Verfechter erfinden schon eigene Optionen oder geben sich Tipps, wie sie ihre Knie und Handgelenke schonen können. Von einer Matte als Untersatz, bis hin zu Kissen – jeder muss für sich experimentieren und sehen, was ihm gut tut!

Pros und Cons

• Absolutes Pro bei Tracy Andersons Kräftigungsworkouts ist eindeutig, dass sie völlig andere Muskelgruppen anspricht, als man sie in klassischen Bauch-Beine-Po-Kursen antrifft.

• Die Übungen sind anstrengend und aufgrund der hohen Wiederholungsanzahl auch fordernd.

• Man merkt nach kurzer Zeit Resultate. Die Arme werden straffer und es entstehen schlanke Muskeln, ebenso an den Beinen.

• Der Bauch erscheint flacher, doch ein Sixpack wird man mit Tracy nicht erreichen, da sie die Bauchmuskulatur anders trainiert. Sie möchte auch Sixpacks vermeiden!

• Als Equipment wird nicht viel benötigt – eine Matte und leichtere Hanteln.

• Negativ finde ich persönlich das komplizierte Tanztraining. Ich bin keine passionierte Tänzerin und brauche einfache Bewegungsabläufe und eine Musik, die mich mitreißt. Beides ist hier nicht gegeben. Die Musik bleibt eintönig und ist eher im Hintergrund. Die Bewegungen sind mir zu kompliziert – dann boxe ich lieber und ersetze ihr Cardio Training durch Combat oder Turbo Fire – wer meine Blogs regelmäßig liest, merkt schon, dass ich beim Thema Cardio sehr kritisch bin. Auch bei Brazil Butt Lift konnte mich das Tanztraining nicht überzeugen!

• Ob Tracy nun in die Kamera lächelt oder nicht, stört mich ehrlich gesagt nicht. Hauptsache, ihre Übungen bringen Erfolge!

• Die wenigen Ansagen sind etwas verwirrend, aber man kann durchaus mitkommen oder man besorgt sich die im Januar in Deutschland erscheinenden Einsteigervarianten und geht dann erst zur Tracy-Anderson-Methode über.

Zu guter Letzt nehme ich noch Tracys Ernährungstipps unter der Lupe: Die gute Dame erweckt in ihrem Buch oder den der DVD beigefügten Ernährungsguides nicht den Anschein, dass sie viel isst ... und genau das verlangt sie auch von ihren „Kundinnen“. Wer also die „Anderson Method“ macht, der sollte darben ... Das liegt mir nicht. Ich brauche hin und wieder Genuss. Natürlich ist eine gesunde Ernährung wichtig, aber bei so kleinen Portionen, wie sie hier vorgeschlagen werden, da würde mir die Kraft fürs Workout fehlen! Für stark Übergewichtige bringt diese extreme Reduktion sicher schnelle Erfolge, aber ist das auch sinnvoll oder gesund? Meiner Meinung nach nicht! Wer viel Sport treibt, sich eiweißreich ernährt und auf die Portionsgröße achtet, der kann auch ohne Tracys Plan gute Erfolge erzielen!

Alles in allem lässt sich sagen: Tracy Anderson hat eine Marktlücke entdeckt. Sie wird gut vermarktet, ihre Fotos sind sexy (sie ist oftmals in knappen Höschen und Oberteilen abgelichtet, dabei wuchs auch ihre Oberweite im Laufe der Zeit erstaunlich) und sie versteht es, sich ins rechte Licht zu rücken.

Dass Tracy aber nur ein „Fitnesspüppchen“ ist, kann man nicht sagen. Ich lege sehr gerne hin und wieder ihre DVDs ein. Vor allem dann, wenn ich meinem Körper wieder neue Impulse geben möchte. Nach Pump oder Combat bringen diese Übungen mehr Effekt, besonders wenn man sie gezielt abwechselt. Das Trampolin-Workout ist mir allerdings auch ein wenig zu heavy – so wie Tracy in ihrem Tanz-Workouts herumhüpft, tut sie dies nun auf dem Trampolin. Achtung, einerseits Fun, aber auch Verletzungsgefahr!

Für Tracys Muscle-Workout gibt es zehn Punkte! Ihre Cardio-Workouts müsst ihr selbst probieren – von mir bekommen sie leider nur drei Punkte!

In Kürze nehme ich dann Jillian Michaels DVDs genauer unter die Lupe! Ihr dürft auf mein Fazit gespannt sein!

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