Frau borgt sich Make-up- jetzt sitzt sie im Rollstuhl

frau im rollstuhl nach make up
Sie hat sich nur das Make-Up geborgt. Jetzt sitzt sie im Rollstuhl.
Foto: Facebook / Jo Gilchrist

MRSA: Ein Pickel brachte die Frau in den Rollstuhl

Sie borgte sich von einer Freundin das Make-Up, um einen Pickel abzudecken. Jetzt sitzt die 27-jährige Frau im Rollstuhl.

Wer kennt das nicht? Im unpassendsten Moment tut sich ein Pickel am Kinn auf. Dabei ist man gerade auf Shoppingtour unterwegs und hat sein Schminktäschchen natürlich ausgerechnet heute zuhause gelassen. Zum Glück hat die Freundin Make-up dabei, das sich schnell ausgeborgt werden kann! Für eine 27-jährige Frau entpuppt sich das Abdecken eines Pickels jedoch als fataler Fehler. Sie hatte sich unterwegs einen Make-up-Pinsel von einer Freundin geliehen. Die hat zwar gerade eine Infektion, aber weil Staphylokokken so häufig vorkommen, denken die beiden nicht darüber nach, dass das negative Auswirkungen haben könne.

Kurze Zeit später sitzt die vor wenigen Monaten noch kerngesunde Jo Gilchrist im Rollstuhl. Wie konnte das passieren? Im Februar wird die junge Frau mit dem Krankenwagen in die Notaufnahme in Brisbane eingeliefert. Sie klagt über extrem starke Schmerzen in Rücken und Beinen, die sich zudem taub anfühlen.

Zunächst geht Gilchrist von normalen Rückenschmerzen aus. Doch so schlimme Schmerzen hat die junge Frau noch nie erlebt, nicht einmal die Geburt ihres ersten Kindes ist vergleichbar, wie sie später der Daily Mail berichtet. Im Krankenhaus sind die Ärzte zunächst ratlos. Dass ausgerechnet das geborgte Make-up Schuld an ihrem kritischen Zustand sein könnte, ahnt keiner.

Schließlich wird eine MRSA-Infektion festgestellt. Das gegen die meisten Antibiotika resistente Bakterium siedelt sich häufig auf der Haut von gesunden Menschen an, ohne sie krank zu machen. Es sei denn die Bakterien gelangen über Wunden oder Schleimhäute in den Körper. Genau das scheint bei der 27-Jährigen der Fall gewesen zu sein.

Der MRSA-Träger war im geborgte Make-up-Pinsel ihrer Freundin. Die Ärzte verabreichen der 27-Jährigen sofort Antibiotika, doch das Bakterium hat bereits unheilbaren Schaden angerichtet. Das Gefühl in ihren Beinen wird sie nie wieder erlangen. Den Rest ihres Lebens wird sie an einen Rollstuhl gebunden sein. Doch Gilchrist nimmt die Aussage der Ärzte nicht einfach so hin. Sie kämpft und lernt tatsächlich wieder laufen. Die Kräfte reichen mittlerweile aus, um ein bis zwei Stunden pro Tag auf den Beinen zu stehen.

Doch mittlerweile ist die 27-Jährige sogar froh darüber, dass sich die Infektion in die Wirbelsäule gezogen hat. Andernfalls hätte sich das Bakterium auch im Gehirn ansiedeln können - was sie nicht überlebt hätte.

Gilchrist wollte nur einen Pickel abdecken. Jetzt sitzt die junge Frau im Rollstuhl. Aufgeben tut sie trotzdem nicht. Doch in Zukunft wird sie sicherlich nur noch ihr eigenes Make-Up benutzen.

Staphylokokken finden sich übrigend auch bei jedem dritten gesunden Menschen. Normalerweise sind sie völlig harmlos. Solche extremen Folgen wie in diesem Fall sind sehr selten. Denn krasse Konsequenzen haben nur antibiotika-resistenste Stränge, die glücklicherweise bei Weitem seltener sind.

Schwere Schicksalsschläge können unser Leben verändern. Doch Menschen wie diese zeigen uns, dass es sich lohnt zu kämpfen.

Kategorien: