Fremdschämen: Weshalb wir uns für andere schämen

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Warum schämen wir uns fremd?
Foto: Thinkstock

Echt peinlich!

Ein verrutschtes Dekolleté, eine taktlose Bemerkung oder dümmliche Promis im TV – wenn sich andere blamieren, beginnt bei uns das Fremdschämen. Warum?

Im Dschungelcamp 2014 war die Hölle los: Ein Bewohner regte sich über seine Nachbarin auf, spuckt ihr dabei sein Essen ins Gesicht. Und die Zuschauer? Empfinden Abscheu und schämen sich fremd.

Denn der Mann im TV war Winfried Glatzeder, 68, der bis zu seiner Teilnahme an der Ekel-Doku als geachteter Schauspieler galt. Hat der das nötig?, fragt sich da so mancher.

Aber warum sind wir überhaupt peinlich berührt, wenn andere sich blamieren?

Als wären wir selbst in der unangenehmen Situation

Eine eindeutige Antwort darauf hat die Wissenschaft noch nicht gefunden. Eine Zunahme peinlicher TV-Sendungen hat aber dazu beigetragen, dass es für dieses Gefühl seit einigen Jahren ein Wort gibt: Fremdschämen.

Fest steht: Beobachten wir jemanden in einer peinlichen Situation, schämen wir uns, weil bestimmte Nervenzellen in unserem Gehirn die Handlung simulieren. Das heißt, wir versetzen uns in die andere Person, empfinden ähnlich wie sie.

Fremdschämen: Ego-Pflege und Mitgefühl

Deshalb schämen wir uns, wenn sich jemand danebenbenimmt. Das dient zum einen unserer Selbstbestätigung: Denn durch die Scham grenzen wir uns von der anderen Person ab, erheben die eigenen Moral- oder Benimm-Vorstellungen zum Maßstab. Zum anderen zeugt Fremdschämen von Einfühlungsvermögen. Und ist damit eigentlich sogar ein ganz netter Charakterzug besonders ausgeprägt übrigens bei Frauen !

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