Freundschaft nach der Trennung?Freunde bleiben: Warum du nicht mit deinem Ex befreundet sein solltest

Freundschaft mit dem Ex? Klappt nicht!
Warum du auf eine Freundschaft zu deinem Ex verzichten solltest
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Inhalt
  1. Vor der Freundschaft das Paar-Band durchtrennen
  2. Gefühlschaos aufräumen
  3. Bringt es etwas, Freunde zu bleiben?
  4. Zwischenwelt vermeiden
  5. Fair (be)handeln
  6. Abschliessen lernen
  7. Selbst-Quälerei stoppen
  8. "Nein" sagen

Für die meisten Menschen ist es besser, nach der Trennung keine Freunde zu bleiben. Alles andere raubt dir emotionale Energie. Wir sagen dir warum.

Wenn überhaupt, kann man erst lange nach der Trennung mit dem Ex-Partner befreundet sein. Weil:

Vor der Freundschaft das Paar-Band durchtrennen

Ganz gleich wie friedlich oder gar einvernehmlich eure Trennung vonstatten ging: Jeder Mensch braucht Zeit, um diese Veränderung zu realisieren. Sich mit Abstand zum Ex-Partner über eigene Gefühle klar zu werden, ist essentiell nach einer Trennung. Man muss diesen Einschnitt im Leben verarbeiten, ihn verstehen lernen, akzeptieren. Das alles braucht seine Zeit.

Zumal dieser Mensch, von dem man nun getrennt ist, eine große Rolle im eigenen Leben gespielt hat. Von der gemeinsam verbrachten Zeit im Alltag, über gemeinsame Erlebnisse bis hin zu dem Wissen, dass diese Person schlicht und einfach immer "da" gewesen ist. Paare verbindet ein individuelles Band, das man mit niemandem sonst teilt.

In einer Beziehung ist man immer auch ein Teil des anderen. Durch eine saubere Trennung und den nötigen Abstand, findet man wieder zu sich selbst, und lernt, wieder alleine den Lebensweg zu gehen.

Erst auf Abstand zum Ex beginnt die "Heilungsphase." Erst dann nimmt man sich selbst wieder als vollständiges Individuum wahr - nicht als bloß eine "Hälfte." Versucht man dagegen, mit dem Ex in Kontakt zu bleiben, läuft man Gefahr, dass das Band zueinander nicht getrennt wird. Man ist ständig versucht, den "einfacheren" Weg zu gehen: zurück zum Ex.

Doch gerade das gilt es zu vermeiden - schließlich gibt es einen triftigen Grund, warum die Beziehung gescheitert ist. Warum es sich also schwerer machen als es eh schon ist? Lieber den Kontakt zunächst völlig abbrechen, bis man den eigenen Weg, die eigene Stabilität wieder gefunden hat und sich auch alleine wieder "vollkommen" fühlt.

Wenn dieses Gefühl bei beiden wieder erreicht ist, kann man sich immer noch in aller Freundschaft begegnen - vorausgesetzt, man ist dann noch daran interessiert...

Gefühlschaos aufräumen

Was empfindet man nach einer Trennung? Wut? Liebe? Schmerz? Hass? Trauer? Frust? Reue? Ganz gleich was es ist: Die Gefühle zum Ex laufen auf Hochtouren. Und wer Gefühle in uns weckt, uns tief berührt, dem widmen wir auch einen Großteil unserer Gedanken.

Viel zu viel Wert legen wir dann auf das, was dieser Mensch von uns denkt - ob wir es uns nun eingestehen wollen oder nicht. Viel zu sehr gewichten wir dann die "freundschaftlichen" Ratschläge dieses "Freundes", statt sie - wie bei echten Freundschaften - sie möglichst rational zu betrachten. Viel zu emotional reagieren wir auf eine unbeantwortete Nachricht - die wir bei unserer besten Freundin gar nicht erst bemerkt hätten. An Stellen, an denen wir unseren Freunden gegenber mit Verständnis begegnen, reagieren wir beim Ex mit Wut, Ungeduld oder gar Hass.

Fühlt sich schlimm an, ist aber ganz natürlich. Es ist okay, ihm gegenüber emotional zu reagieren, empfindlicher zu sein. Es ist bloß keine gute Basis für eine Freundschaft. Erst, wenn wir den Verlust verarbeitet haben, kühlen auch unsere Emotionen gegenüber dieser Person ab. Erst wenn unsere Gefühle zum Ex Normalnull erreicht haben, ist die Voraussetzung für eine Freundschaft gegeben. Doch das passiert in der Regel erst Monate, wenn nicht sogar Jahre nach der Trennung.

Bringt es etwas, Freunde zu bleiben?

Es gibt immer einen Grund dafür, warum der Ex nun mal der Ex ist. Warum die Beziehung gescheitert ist. Warum man kein Paar mehr ist.

Meistens ist es ganz einfach: Weil einer den anderen verletzt hat. Deswegen sind die meisten Ex-Paare eben nicht miteinander befreundet. Deswegen wollen die meisten Ex-Paare nicht miteinander befreundet sein. Weil allein die Erinnerung an den Schmerz schon weh tut.

Wenn dich jemand so sehr verletzt hat, dass du dich in den Schlaf geweint hast. Wenn dich jemand so sehr enttäuscht hat, dass du das Gefühl hast, ihm nie wieder vertrauen zu können. Wenn jeder Gedanke an ihn, Erinnerungen in dir weckt und mit ihnen ein chaotisches Durcheinander der Gefühle, die dich verzweifeln lassen. Willst du dann wirklich mit diesem Menschen befreundet sein? Mit jemandem, dem du nicht vertrauen kannst? Der dir weh tut? Auf den du dich nicht verlassen hast?

Freundschaft geht eben anders.

Zwischenwelt vermeiden

Wenn eine Beziehung unmittelbar nach der Trennung zur Freundschaft mutiert, schwebt man zunächst in einer Zwischenwelt. Doch gerade die gilt es zu vermeiden - denn sie ist einfach nur kompliziert.

Überspitzt gesagt: Gestern hatte man noch Sex, heute gibt man sich die Hand? Gestern hat man noch eine gemeinsame Zukunft geplant, heute hilft man dem neu gewonnenen Kumpel, die Hochzeit mit seiner Neuen zu planen?

Ganz zu schweigen von den (meist unterbewussten) Hoffnungen, die in dieser Zwischenwelt heimisch sind: Die Hoffnung auf ein Happy End, auf einen Neubeginn, auf ein Zurückdrehen der Zeit. Romantisch? Aber ja! Realistisch? Natürlich nicht!

Es dauert seine Zeit, bis diese Wünsche, Hoffnungen, Fantasien auf nimmer wiedersehen verschwinden. Vorspulen geht nicht. Ignorieren auch nicht.

Diese verworrenen Gefühle und Gedanken, diese undurchdringbare Grauzone, die ungeklärte Situation machen eine Freundschaft unmöglich - zumindest in den ersten Monaten nach der Trennung.

Fair (be)handeln

Meistens kommt gerade derjenige Partner nicht mit der Trennung zurecht, der die Freundschaft anstrebt - bloß will oder kann er dies nicht wahr haben. Er ist nicht bereit dazu, diesen Menschen loszulassen, der eine so große Rolle in seinem Leben gespielt hat. Die Distanz zum Ex schmerzt so sehr, dass er nach dem "Strohhalm" greift - der Freundschaft - um in seiner Nähe zu sein.

Ein ziemlich unfairer Grund - nicht nur dem Ex gegenüber, sondern auch sich selbst. Man behindert sich und den anderen dabei, einen Schlussstrich zu ziehen, das Band zu durchtrennen (s. Punkt 1). Wer das Interesse an einer Freundschaft auch noch damit begründet, dass der Ex nun mal "ein so toller / wunderbarer / netter / herzlicher / ... Mensch ist", sollte seine Motivation hinterfragen: Geht es wirklich um den anderen Menschen, oder doch eher um sich selbst und den Verlust unter dem man leidet?

Wer wirklich an dem Wohlergehen dieser Person interessiert ist, lässt sie ziehen - und behindert sie nicht am Heilungsprozess (s. Punkte 1 und 2).

Abschliessen lernen

Einige Menschen tun sich schwer damit, abzuschließen: Dinge zu beenden, Menschen gehen und Vergangenes ruhen zu lassen. Mit dem Ex hat das wenig zu tun - schließlich möchte er nur Abstand gewinnen und sich seinem eigenen Weg widmen.

Das Abschluss-Problem liegt nur bei einem selbst - die Gründe dafür ebenfalls. Andere Personen (Ex hin oder her) haben damit in den wenigsten Fällen etwas zu tun. Trennungsängste haben häufig einen Ursprung in der eigenen Vergangenheit, in nicht verarbeiteten Trennungen - und nur selten in der aktuellen Lebenslage.

Hier bietet es sich erst recht an, auf eine Freundschaft zum Ex (und allen anderen Exen!) zu verzichten. Die dadurch gewonnene Zeit kann man heilender damit nutzen, seine eigenen Gefühlen zu beleuchten.

Selbst-Quälerei stoppen

Wenn die Trennung nicht von dir ausging und du für die Beziehung am liebsten kämpfen würdest: lass es. Es gilt: Entweder man kämpft zu zweit vor der Trennung, als alleine nach der Trennung.

Wenn du den Drang verspürst, ihm zu schreiben, ihn anzurufen, ihn zu sehen und es kommt keine (positive) Rückmeldung: lass es. Ja, es ist hart, verdammt hart, aber es ist besser - vor allem für dich. Du nährst damit nur quälende Gedanken, warum er nicht antwortet, verstrickst dich in zerstörerischem Kopfkino, in grauenhaften Vorstellungen - und veretzt vor allem dich selbst damit.

Hör auf dich selbst zu quälen und bricht den Kontakt ab. Wenn er sich gegen dich entschieden hat, ist er ohnehin nicht der Richtige - und es absolut nicht wert, dass du auch nur eine Nachricht, geschweige den Gedanken oder Tränen, an ihn verschwendest.

"Nein" sagen

Wenn die Trennung von dir ausging und dein Ex den Kontakt halten will: sag nein. Ganz einfach: nein.

Und nein, du musst dich nicht rechtfertigen und brauchst auch keine Begründung dafür. Es reicht zu sagen, dass du es nicht möchtest.

Denk immer daran: Zu einer Beziehung gehören immer zwei Menschen.

Zu einer Freundschaft auch.

(ww7)

 

 

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