Für ein besseres Selbstbewusstsein: Ein Jahr ohne Spiegel

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Ein Jahr ohne Spiegel: Könnten Sie das?
Foto: Istock

Wir gucken täglich bis zu 71 Mal in den Spiegel. Purer Wahnsinn: Das dachte sich auch Kjerstin Gruys und guckte ein Jahr lang nicht mehr in den Spiegel. Damit gewann Sie nicht nur Zeit, sondern auch jede Menge Selbstbewusstsein.

In der Zeit, in der Frauen vermutlich am häufigsten in den Spiegel gucken, hat sich die junge Amerikanerin überlegt, ohne ihr Spiegelbild leben zu wollen: kurz vor ihrer Hochzeit. Der Druck gut auszusehen und das perfekte Kleid zu finden, hat Kjerstin einfach überfordert.

Kurzerhand nahm Sie die Spiegel in ihrem Haus ab, vermied es in Schaufenster oder Autoscheiben zu schauen. Sie beschränkte ihr Make-up auf das Nötigste. Wimperntusche nahm sie gar nicht mehr in die Hand. Falls sie wissen wollte, wie sie aussieht, musste Sie ihren Verlobten oder Freunde fragen.

Aber anstatt verunsichert zu sein, wurde die junge Braut immer selbstbewusster. Und sie sparte Zeit. Frauen schauen täglich durchschnittlich zwischen 43 und 71 Mal in den Spiegel. So verbringen manche Frauen ganze fünf Tage im Jahr, damit in den Spiegel zu gucken. Kjerstin Gruyt hat diese Zeit für andere Dinge genutzt. "Was ich bald lernte: Ich fokussierte mich mehr und mehr auf die Arbeit und meine Freundschaften. Ich sparte 15 Minuten am Morgen beim Zurechtmachen, das waren fast 90 Stunden im ganzen Jahr."

Kjerstin Gruys verzichtete darauf 365 Tage in den Spiegel zu schauen

Und noch viel mehr als die gewonnene Zeit hat Kjerstin an Selbstbewusstsein gewonnen. Geholfen haben ihr dabei Familie und Freunde. Selbst am Tag ihrer Hochzeit hat die Amerikanerin auf einen Spiegel verzichtet. Stattdessen vertraute sie auf das Urteil von Familie und Freunden.

Manchmal war es als hätte man einen guten Freund verloren, erklärt Kjerstin Gruys. Das Spiegelbild zu vermissen ist allerdings normal. Das weiß die junge Doktorandin der Soziologie nur zu gut. Trotzdem war es für sie kein Grund ihr Vorhaben abzubrechen.

Und es hat sich gelohnt, denn sie hat durch ihre einzigartige Erfahrung eine tolle Botschaft für uns: "Wir ignorieren das Schöne an uns, sehen nur das Schlechte. Aber du musst nicht die schönsten Lippen der Welt haben oder die schmalsten Hüften. Denk an die Dinge, die dein Leben lebenswert machen. Plötzlich ist alles Oberflächliche egal." Ihre Erlebnisse hat Kjerstin in einem Buch und ihrem Blog veröffentlicht.