"Für meine Marion habe ich mein ganzes Leben aufgeräumt"

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Seit 10 Jahren sind Marion und Jan Fedder verheiratet. Er sagt: „Ich hab’ die beste Frau der Welt!“
Foto: GettyImages

Interview mit Jan Fedder

Wenn man an Jan Fedder denkt (55; in „Ein Song für den Mörder“ am 11. März, 20.15 Uhr, ARD), dann kommt einem als Erstes das Wort Macho in den Sinn. Doch dass der Schauspieler auch eine weiche Seite hat, vergisst man oft. In DAS NEUE BLATT macht er seiner Frau Marion (45) eine romantische Liebeserklärung!

Das neue Blatt: In Ihrem neuen Film „Ein Song für den Mörder“ spielen Sie einen Polizisten Namens Piet, der seinen Dienst quittiert. Das ist mutig. Waren Sie auch schon mal mutig?

Jan Fedder: Ja. Man sollte schon mutig sein. Sonst hat das Leben auch gar keinen Sinn. Mut ist auch, ehrlich zu sein. Und das bin ich. Ich bin ein Wahrheitsfanatiker. Ich finde das, was ich sage, auch immer sehr mutig. Die Wahrheit tut manchmal mehr weh als alles andere. Mit ihr kann man oft sehr verletzten.

Das neue Blatt: Wen haben Sie so schon einmal verletzt?

Jan Fedder: Ach, Hunderte! Ich bin immer sehr direkt und geradeaus. Die meisten wissen das auch. Und wenn die damit nicht klar kommen, ist das deren Problem und nicht meins. Ich ändere mein Leben nicht. Ich bleibe so, wie ich bin – immer geradeaus mit einem starken Charakter. Ich versuche, so fair wie möglich und ohne jemanden zu belasten durchs Leben zu gehen.

Das neue Blatt: Gerade in einer Partnerschaft ist das schwierig. Funktioniert das bei Ihnen?

Jan Fedder: Scheinbar ja (lacht). Ich habe mit Marion jemanden gefunden, der damit umgehen kann.

Das neue Blatt: Sie sind von unseren Lesern zum „Mein Star des Jahres“ gewählt worden. Was bedeuten Ihnen Auszeichnungen?

Jan Fedder: Es gab eine Zeit, in der ich keine Preise mehr annehmen wollte. Da habe ich gedacht: Ich mache jetzt 15 Jahre lang das „Großstadtrevier“ und ich kriege überhaupt nichts. Aber dann kam der Durchbruch und wir bekamen die „Goldene Kamera“ für die Serie. Jetzt nehme ich wieder welche an. Und besonders gerne den Publikumspreis „Mein Star des Jahres“.

Das neue Blatt: Auch in der besten Ehe gibt es mal Streit...

Jan Fedder: Wir haben keine Krisen. Wir sind glücklich und zufrieden, und das schon seit fast 13 Jahren.

Das neue Blatt: Wie schaffen Sie das?

Jan Fedder: Getrennte Wohnungen – das ist das eine Geheimnis. Wenn man die Richtige gefunden hat, geht alles wie von selbst. Da muss man aber großes Glück haben. Das ist nicht selbstverständlich, das wissen wir beide. Es ist großes Glück, dass wir uns getroffen haben.

Das neue Blatt: Sie haben Marion erst spät kennengelernt…

Jan Fedder: Ja. Ich musste 43 Jahre alt werden, um die Frau meines Lebens zu treffen. In dem Alter geht es dann nicht mehr darum, was man will. Wenn man so alt ist, dann weiß man, was man nicht mehr will.

Das neue Blatt: Haben Sie damals einen Neuanfang gewagt?

Jan Fedder: Ja, mit Marion vielleicht. Ich habe erst einmal acht Monate meine Wohnung renoviert. Vorher sah sie nicht so schön aus. Ja, da musste ich wohl ein bisschen was machen, und da habe ich auch gleich einige Dinge in meinem Leben geordnet.

Das neue Blatt: Und welche waren das?

Jan Fedder: Nicht mehr so exzessiv leben zum Beispiel. Also ein bisschen ruhiger treten. Marion und ich wollen ja zusammen alt werden. Da muss man dann ein paar Kompromisse machen.

Das neue Blatt: Für Ihre Frau haben Sie Ihr ganzes Leben aufgeräumt?

Jan Fedder: Ja, das kann man so sagen. Dann kommt noch das Alter dazu. Da wird man ein bisschen ruhiger.