G-Punkt-Orgasmus: So wird jeder Mann zum Sexgott

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Inhalt
  1. Und wo liegt nun dieser sagenumwobene G-Punkt?
  2. Findest du, dass jede Frau mal eine Tantra-Massage ausprobiert haben sollte?
  3. Bei welchen Sex-Stellungen kann der G-Punkt am besten stimuliert werden?

Noch nie einen Orgasmus gehabt? So könnte sich das ändern ...

Yella Cremer hat ein Buch über den G-Punkt geschrieben. Wir haben sie für Wunderweib.de zu den besten Sex-Techniken interviewt.

Wie finde ich den G-Punkt? Was ist am G-Punkt-Orgasmus so toll? Können Frauen wirklich ejakulieren? Ist eine Vagina eigentlich schön? Und wie bringe ich meinen Mann dazu, das G-Punkt Handbuch für Sexgötter zu lesen?

Yella hat ein Buch über den G-Punkt geschrieben Das G-Punkt Handbuch für Sexgötter. Darin erklärt sie speziell für Männer ganz genau, wie sie eine Frau berühren müssen, um für sie zum Sexgott zu werden. Wir haben die Autorin zum intimen Interview getroffen.

Wunderweib: Yella, lass uns mit ein paar schnellen Fragen starten.

Yella Cremer: Gerne!

Wann hast du deinen G-Punkt entdeckt?

Das war 1999, bei einem 7-Tage-Tantra-Training.

Welche ist deine Lieblings-Stellung?

Die Schere, da hat man ein Maximum an körperlicher Freiheit und kann sich in die Augen schauen.

Was ist für dich die spannendste Stelle an einem männlichen Körper?

Die Augen! Die erzählen am meisten.

Was willst du sehen, wenn du einem Mann die Hose ausziehst?

Einen rasierten und wohlgeformten Penis mit glatter Haut – nicht wundgerubbelt und nicht beschnitten, das ist für mich eine Verstümmelung.

Findest du weibliche Genitalien schön?

Grundsätzlich ja! Ob sie Schönheitswettbewerbe gewinnen würden, das weiß ich nicht, aber sie haben eine sehr kraftvolle Ausstrahlung. Jede Frau sollte sich da unten auch mal genau angucken, denn wie soll man etwas lieben, das man gar nicht kennt? Und wer sich unsicher ist, ob seine Genitalien schön oder eher normal aussehen, findet im Internet auch viele Bilder, wo man sich vergleichen kann. „Pussy Portraits“ ist das Stichwort. Ich habe übrigens noch nie erlebt, dass ein Mann da was nicht schön fand. Klar, die haben Vorlieben, aber selbst dann sagen sie nie, ich finde das andere hässlich. Das ist wie bei der Augenfarbe. Wenn ich blaue Augen lieber mag, heißt das nicht, dass ich grüne hässlich finde.

Von weiblicher Ejakulation hatte ich noch nie was gehört, bis ich dein Buch gelesen habe. Wie bist du denn auf dieses Thema gestoßen?

Ich halte seit vier Jahren Vorträge rund um das Thema Sexualität und da kam ich mit dem Publikum immer wieder auf den G-Punkt zu sprechen. Außerdem habe ich durch die Tantra-Massage immer wieder Kontakt mit dem G-Punkt gehabt. Bei einem Tantra-Workshop ging es um die weibliche Ejakulation, da stand ich genauso wie du davor „Ejakula-WAS??“ Aber es gibt sie tatsächlich. Bei manchen Frauen sind es nur ein paar Tropfen, bei anderen schießt die Flüssigkeit richtig heraus. Die Wahrscheinlichkeit für eine weibliche Ejakulation ist bei einem G-Punkt-Orgsamus höher als bei einem klitoralen.

Und wo liegt nun dieser sagenumwobene G-Punkt?

Die Wände der Vagina können sich im Inneren sehr unterschiedlich anfühlen. Sie sind in der Regel leicht feucht, glatt und weich. Wenn du mit deinem Finger in der Vagina forschst und dabei die obere Seite entlang gleitest, fühlst du auch den harten Knochen des Venusbeins an der Seite zum Bauch hin. Kurz dahinter, nach etwa einer halben Fingerlänge, kommst du an eine Fläche, die sich anders anfühlt als der Rest. Häufig wird sie als rau oder riffelig beschrieben, vergleichbar mit der Oberfläche einer Walnuss, nur eben weich. Diese Fläche ist meist ein wenig erhaben und hat eine rechte und linke Seite. Nach hinten hin verläuft sie etwas schmaler zu und integriert sich wieder in die obere Wand der Vagina. Voilà, das ist der G-Punkt!

Was macht dein Buch für Männer interessant?

Viele Männer wissen nicht, wie sie mit Frauen umgehen sollen. Die stehen wie der Ochs vorm Berg, die wissen nicht, wie sei Frauen kennenlernen sollen und wenn sie doch eine treffen, dann landen sie eher in der Bester-Freund-Zone als in ihrem Bett – und wenn sie da landen, wissen sie nicht, wo sie was machen sollen. Ich erzähle nicht von Drama und großen Gefühlen, sondern erkläre ganz sachlich wo man wie anfassen muss, damit eine Frau richtig Spaß beim Sex hat.

Och ja, die Ärmsten …

Echt wahr, manche Männer wollen genau lernen, wie sie mit einer Frau umgehen müssen. Also erzähle ich ihnen, was bei mir funktioniert. Ich bin natürlich nicht alle Frauen, aber so einige Patzer kann ich damit bestimmt schon ausräumen. Viele freuen sich da total „EEENDLICH mal eine Frau, die sagt, wie sie Sex mag!“ Zwischen Männern und Frauen geht auch viel psychologisch schief. Viele Frauen trauen sich nicht, zu sagen, was sie wollen, weil Männer schnell in „Heilige“ und „Schlampe“ unterteilen … Dabei sind die Männer meist dankbar für jeden konkreten Hinweis. Darum ist die Sprache in meinem Buch auch sehr deutlich. Ich erkläre den Männern genau, wie sie ihre Finger am G-Punkt bewegen müssen. Da gibt es zum Beispiel die Komm-her-Bewegung oder den Scheibenwischer. Da darf man nicht zu lyrisch sein, es nützt den Männern ja nix, wenn ich immer nur von Rosenblume spreche!

Wie wäre es mit einem Beispiel?

Klar! Zuerst muss der Mann seine Partnerin aufwärmen. Dazu kann er seine Hand mit der Handfläche nach unten über die Vulva legen. Dann leichten Druck ausüben, sodass sie die Hand gut spüren kann. Dann geht es mit den Venuslippen weiter. Langsam mit beiden flachen Händen entlang der Venuslippen von oben nach unten fahren, weiter mit einzelnen Fingern, immer schön im Zeitlupentempo rauf und runter. Dabei am besten Gleitmittel verwenden. Auf keinen Fall sollte er schnell und plötzlich mit seinen Fingern in die Vagina eindringen! Nach dem Aufwärmen, wenn sie richtig schön feucht ist, kann er sich ganz langsam mit einem Finger vortasten und sich quasi von der Vagina einsaugen lassen. Später kann er mehr Finger dazu nehmen. Dann vorsichtig kreisen, den Finger rein und raus ziehen, Druck und Geschwindigkeit variieren … speziell für die Stimulation des G-Punkts gibt es noch einige Techniken mehr, die ich ganz genau in meinem Buch beschreibe: Kreise ziehen, Achterbahn fahren, festes Streichen oder das Sprinkle-Kramer-Manöver, bei dem der Daumen eine ganz wichtige Rolle spielt.

Findest du, dass jede Frau mal eine Tantra-Massage ausprobiert haben sollte?

Also Tantra-Massage braucht echt eine gewisse Offenheit, da muss man wissen ob das einem liegt. Ich glaube, dass es allen Menschen total gut tut, einfach nur zu empfangen. Aber für viele Menschen ist es ein zu großer Schritt, solche intimen Berührungen von einer fremden Person anzunehmen. Aber das Lernen der Tantra-Techniken empfehle ich wirklich auch allen Paaren, denn diese Techniken zur Berührung der Genitalien bringen viel mehr Auswahl. Sonst haben die meisten ja nur so drei 08/15-Tricks drauf.

Ich habe schon oft gedacht, eigentlich würde es doch nicht schaden, wenn es Sex als Lehrfach an Schulen geben würde. Das ist so ein elementarer Teil des Lebens, aber keiner bringt einem bei, wie es funktioniert.

Ja, heute ist es so, dass die Jugendlichen sich das meiste von Pornos abschauen. Das ist oft dramatischer als wenn sie gar nichts wissen, denn da gibt es oft Sachen, die krasse Fehlinformationen vermitteln, die die Kids aber direkt aufs reale Leben übertragen. Die machen dann was nach und sind enttäuscht, wenn es sich nicht gut anfühlt.

Erklärst du darum in deinem Buch als erstes, wie der Intimbereich von Frauen ausschaut und funktioniert?

Ich habe das in Tantra-Kursen gehabt, dass Männer nicht mal die Klitoris finden. Und das waren ja schon Leute, die sehr offen für diese Thematik waren. Aber jede Frau sieht ein bisschen anders aus und dann erwischen sie eben doch eher eine Venuslippe.

Jetzt gibt es ja genug Frauen, die haben schon große Schwierigkeiten, überhaupt einen Orgasmus zu haben. Nun schreibst du ein großes Buch zum G-Punkt-Orgasmus. Warum muss es gleich der G-Punkt-Orgasmus sein?

Die Tatsache, dass der G-Punkt noch so unentdeckt ist, ist ein wesentlicher Grund dafür, dass so viele Frauen keine Orgasmen haben. Ein gut bespielter G-Punkt, der auf verschiedene Weisen stimuliert wird, erhöht die Wahrscheinlichkeit für einen Orgasmus sehr! Darum habe ich in dem Buch einige genaue Darstellungen vom weiblichen Intimbereich eingeklinkt. Es nützt nichts, wenn du stundenlang nur die Klitoris stimulierst. Wenn sie in der ersten Stunde da keinen Orgasmus hat, wird sie den auch nach der zweiten Stunde nicht haben. Frauen brauchen vielfältige Berührungen an verschiedenen Stellen.

Na, wenn der Mann da eine Stunde rumgewerkelt hat, ist aber auch alles vorbei …

Oh ja, dabei kann es so einfach sein! Man muss eben ganz viele Körperregionen in die Stimulation mit einbeziehen. Viele Frauen sind im Brustbereich sehr sensibel und finden es super, wenn der Mann einfach nur seine Hände auf ihre Brüste legt und eine ganze Weile ruhig liegen lässt. Das bringt die sexuelle Energie zum Fließen und stärkt die emotionale Verbindung, was ganz wichtig für tollen Sex ist! Egal welche Technik, nichts wird funktionieren, wenn die Frau sich dem Mann nicht verbunden fühlt. Frauen muss man erst aufwärmen. Mit einem kalten Auto rast du auch nicht gleich auf die Autobahn. Wenn die Männer das mal kapiert haben, klappt es aber auch wunderbar.

Würdest du denn als Frau das Buch kaufen und ihm auf den Tisch legen?

Ouh, das braucht schon Fingerspitzengefühl. Man darf ihm auf keinen Fall sagen „Ey, du bist ein schlechter Liebhaber, lies mal dieses Buch“. Lieber „Guck mal, ich hab hier ein interessantes Buch gesehen, was hältst du davon?“ Dann kann er es kaufen, wenn er will. Lieber locken, als vermitteln, dass der Sex schlecht ist. Das geht gar nicht, da reagieren die meisten Männer völlig allergisch drauf.

Bei welchen Sex-Stellungen kann der G-Punkt am besten stimuliert werden?

Super ist die Doggy-Stellung. Wenn er von hinten eindringt, hat der Penis einen anderen Winkel und trifft den G-Punkt möglicherweise besser. Wer von hinten nicht mag, könnte mit der Reiter-Stellung Glück haben. Dabei liegt der Mann mit ausgestreckten Beinen auf dem Rücken, sie lässt sich mit gespreizten Beinen auf ihn nieder und nimmt den Penis in sich auf, So hat sie die Kontrolle über Winkel, Tiefe und den Rhythmus der Stöße. Während sie auf ihm reitet, sollte er den Penis gegen ihren Venushügel drücken, um den Druck auf den G-Punkt zu erhöhen. Richtig gut ist auch das Schaukelpferd. Dabei sitzt er bequem auf einem Sessel, die Partnerin sitzt auf seinem Schoß und umschlingt ihn mit ihren Beinen. Im Sitzen hat er weniger Bewegungsfreiheit und kann daher nur kurze Stöße ausführen. Die treffen dafür jedes Mal genau den G-Punkt.

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