Krebs-VorsorgeGebärmutterhalskrebs-Vorsorge: Impfung, Pap-Abstrich oder HPV-Test - was jede Frau dazu wissen muss

Inhalt
  1. Früher Erkennung vermeidet Erkrankungen
  2. Die Tücken des HPV-Tests
  3. Eines neues Programm zur Krebsfrüherkennung
  4. Was ist der Unterschied zwischen Pap-Abstrich und HPV-Test?
  5. Nachteile des Pap-Abstrichs
  6. Nachteile des HPV-Tests
  7. Pap-Abstrich und HPV-Test: Kombination bietet die größte Sicherheit!
  8. Unbedingt jährlich zur Vorsorge gehen!
  9. Pap-Abstrich oder HPV-Test – welche Methode ist sicherer?
  10. Wie gut schützt eine Impfung vor Gebärmutterhalskrebs?

Wer regelmäßig zur Krebsvorsorge geht, erkrankt um 90 % seltener an Gebärmutterhalskrebs. Alles, was du über die Vorsorge (Impfung, Abstrich oder Test) wissen musst.

Jedes Jahr erkranken etwa 4300 Frauen in Deutschland an Gebärmutterhalskrebs. 1500 bis 1600 Frauen sterben daran. Voraussetzung für die Entstehung eines Gebärmutterhalskrebses ist eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV), die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Fast jede Frau steckt sich irgendwann in ihrem Leben mit solchen Viren an, meist können sie vom Immunsystem erfolgreich bekämpft werden. Aus dauerhaften Infektionen können sich jedoch Krebsvorstufen entwickeln, aus den Vorstufen frühe Krebsstadien und schließlich aggressive Krebsstadien, die lebensbedrohlich sind. Dabei ist Gebärmutterhalskrebs eine der wenigen Krebsarten, die sich durch konsequente Vorsorge vermeiden lässt.

 

Früher Erkennung vermeidet Erkrankungen

Frauen, die jedes Jahr zur frauenärztlichen Krebsfrüherkennung gehen, erkranken um 90% seltener an Gebärmutterhalskrebs als Frauen, die diese Untersuchung niemals wahrnehmen. Damit ist diese Krebsfrüherkennung in Deutschland die erfolgreichste Krebsfrüherkennung überhaupt. Sie beruht auf einem Zellabstrich vom Muttermund und einer Untersuchung dieser Zellen unter dem Mikroskop. Seit allerdings bekannt ist, dass einige Typen des Human-Papilloma-Virus (HPV) den Gebärmutterhals befallen und Krebs auslösen können, wird weltweit diskutiert, ob und wie man einen Test auf diese Virus-Infektionen in die Krebsfrüherkennung integrieren kann.

 

Die Tücken des HPV-Tests

Allerdings birgt ein solcher HPV-Test einige Probleme. Zum einen ist bei jungen Frauen die HPV-Infektionsrate sehr hoch, wie Prof. Dr. med. Klaus J. Neis, Saarbrücken, auf der Pressekonferenz des FOKO, des größten jährlichen Frauenärztekongresses Deutschlands, am 9. März 2017 erläuterte; die Infektion heilt aber in den meisten Fällen nach einem bis anderthalb Jahren aus, ohne dass eine Veränderung am Gebärmutterhals zurückbleibt. Ein HPV-Test würde hier in der Mehrzahl der Fälle nur blinden Alarm auslösen. In dieser Gruppe bleibt die Untersuchung des Zellabstrichs unter dem Mikroskop (Zytologie) die Methode der Wahl.

Anders sieht es aus bei Frauen über 35 Jahre. Hier sind Neuinfektionen seltener, so dass der Virusnachweis darauf hindeutet, dass es sich um eine Infektion handeln könnte, die nicht von allein ausheilt. Allerdings entdeckt keiner der derzeit verfügbaren HPV-Tests zuverlässig alle Infektionen, und es gibt zudem Varianten des Gebärmutterhalskrebs, die nicht durch HPV hervorgerufen werden. Würde die Früherkennungsuntersuchung allein mit dem HPV-Test durchgeführt, so könnten Krebserkrankungen und ihre Vorstufen übersehen werden. Durch eine Kombination der Zytologie und der HPV-Diagnostik, Co-Test genannt, könnte jedoch ein Synergie-Effekt entstehen, der die Treffsicherheit erhöht und somit zu einer Verbesserung der bereits heute sehr guten Ergebnisse beitragen könnte.

 

Eines neues Programm zur Krebsfrüherkennung

Aus diesem Grund wurde von der Ärzteschaft und den Krankenkassen im sogennanten Gemeinsamen Bundesausschuss, der die Richtlinien für die Gesundheitsversorgung in Deutschland festlegt, ein neues Programm zur Krebsfrüherkennung auf den Weg gebracht.

Frauen zwischen dem 20. und 35. Lebensjahr wird weiterhin im Rahmen der jährlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchung auch der Abstrich zur Früherkennung des Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) wie bisher jedes Jahr angeboten. Frauen ab 35 Jahren haben weiterhin den Anspruch auf die jährliche umfassende Krebsfrüherkennungsuntersuchung bei ihrem Frauenarzt, bei der die Brust, die Eierstöcke, die Gebärmutter und der gesamte Intimbereich untersucht werden. Für den Krebsabstrich vom Gebärmutterhals wird das Intervall verlängert: Der Abstrich wird nur noch alle drei Jahre angeboten werden. Allerdings tritt jetzt zu der Zelluntersuchung unter dem Mikroskop ein HPV-Test hinzu.

Allerdings ist noch nicht klar, wann das neue Krebsfrüherkennungsprogramm starten wird, die medizinischen Experten rechnen im Laufe des Jahres 2018 damit.

 

Was ist der Unterschied zwischen Pap-Abstrich und HPV-Test?

Für den Pap-Abstrich entnimmt der Gynäkologe mit einem Spatel oder einem Bürstchen Zellen vom Gebärmutterhals. Auf keinen Fall darf dafür ein Wattestäbchen verwendet werden, das ist inzwischen verboten – was allerdings nicht heißt, dass es nicht immer noch Frauenärzte gibt, die Wattestäbchen für Abstriche benutzen! Im Labor beurteilt dann ein Experte die Zellen unter dem Mikroskop. Empfohlen wird er für Frauen ab 20 Jahre.

Für den HPV-Test wird wie beim Pap-Test auch ein Abstrich am Gebärmutterhals durchgeführt. Im Labor wird dann analysiert, ob Erbgut von HPV-Viren vorhanden ist. Diese sind meistens die Auslöser von Gebärmutterhalskrebs.

Ab 35 Jahren steigt für Frauen das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.
Ab 35 Jahren steigt für Frauen das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.
Foto: gebaermutterhalskrebs-verhindern.de
 

Nachteile des Pap-Abstrichs

Leider bedeutet ein negatives Ergebnis beim Pap-Abstrich keine absolute Sicherheit für die Patientin, denn der Abstrich ist fehleranfällig: 2/3 der Fehler passieren bei der Entnahme, 1/3 währened der Analyse. Etwa die Hälfte der hochgradigen Krebsvorstufen wird bei einmaliger Untersuchung übersehen. Die Sicherheit wird durch jährliche Abstriche deutlich erhöht. Eine Analyse der Zellen durch computergestützte Verfahren ist möglich, wird aber noch nicht von allen Frauenärzten angewandt. Es kann sich also lohnen, seinen Frauenarzt danach zu fragen, in welchem Labor seine Abstriche mit welchem Verfahren analysiert werden!

Neuester Stand der Technik ist die  Dünnschichtzytologie, bei der die Abstrich-Flüssigkeit vor dem maschinellen Aufbringen auf Mikroskop-Träger zunächst in einer Flüssigkeit aufgeschwemmt wird, damit störende Bestandteile abgesondert werden können. Bei der herkömmlichen Pap-Methode können die Proben zum Beispiel durch Menstruationsblut schwer zu beurteilen sein. Mit der Dünnschichtzytologie sollen mehr Krebsvorstufen als mit dem einfacheren Pap-Test entdeckt werden, der eine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen ist. Die Dünnschichtzytologie ist hingegen eine IGeL, muss also von der Patientin selbst bezahlt werden. Dennoch gehört sie zum Standardprogramm der meisten Frauenärzte und angeschlossenen Labors und kostet in der Regel zwischen 23 und 53 Euro.

 

Nachteile des HPV-Tests

Das Ergebnis des HPV-Tests zeigt mit relativ großer Sicherheit an, ob eine Patientin mit HPV-Viren infiziert ist oder nicht. Ein positives Ergebnis muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass die betreffende Frau auch an Gebärmutterhalskrebs erkrankt. Ein positives Ergebnis weist lediglich darauf hin, dass ein erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht und regelmäßige Nachkontrollen erforderlich sind.

Ein weiterer Schwachpunkt: Frauen mit einem negativen Testergebnis tendieren dazu, in den folgenden fünf Jahren keine weiteren Vorsorgeuntersuchungen wie etwa zusätzliche Pap-Abstriche machen zu lassen, da sie sich sicher fühlen.

 

Pap-Abstrich und HPV-Test: Kombination bietet die größte Sicherheit!

Die große Gefahr: Sowohl Pap-Abstrich als auch HPV-Test haben einzeln angewandt ihre Schwächen und ermöglichen nur in der Kombination eine nahezu optimale Vorsorge. Der einmalige Pap-Abstrich erkennt nur in circa 70 Prozent der Fälle vorhandene kritische Krebsvorstufen, sowie bereits ausgebildete Krebszellen. Ein positiver HPV-Test erkennt keine Krebsvorstufen oder Krebs. Es ist ein reiner Infektionsnachweis, der nur das Vorhandensein von HPV-Genmaterial nachweist. Eine HPV-Infektion kann, muss aber nicht zur Entstehung von Gebärmutterhalskrebs führen!

 

Jedes Jahr erkranken tausende Frauen in Deutschland an Gebärmutterhalskrebs.
Jedes Jahr erkranken tausende Frauen in Deutschland an Gebärmutterhalskrebs.
Foto: gebaermutterhalskrebs-verhindern.de

 

 

Unbedingt jährlich zur Vorsorge gehen!

In jedem Fall sollten Frauen jährlich eine Vorsorge-Untersuchung bei ihrem Frauenarzt durchführen lassen, da dieser neben den Gebärmutterhalskrebs-Untersuchungen auch überprüft, ob sich in der Gebärmutter, den Brüsten oder der umgebenden Haut auffällige Geschwüre gebildet haben.

 

Pap-Abstrich oder HPV-Test – welche Methode ist sicherer?

In bisherigen Studien schneidet der HPV-Test meist besser ab als der Pap-Test. Am sichersten ist jedenfalls die Kombination von Pap-Abstrich und HPV-Test..

 

Wie gut schützt eine Impfung vor Gebärmutterhalskrebs?

Die neuen Impfstoffe können vor 90 Prozent der krebsauslösenden Viren schützen. Eine Impfung sollte idealerweise vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchgeführt werden - denn gegen einen HPV-Typ, mit dem sich eine Frau bereits infiziert hat, kann sie nicht mehr wirken.

Viele weitere Informationen zum Thema Gebärmutterhalskrebs und Vorsorge sowie Leitfäden für Arztgespräche gibt es auf dieser Internetseite: www.gebaermutterhalskrebs-verhindern.de

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