GeburtswerkzeugGeburtshilfe: Mechaniker entwickelt Hilfsmittel für Geburten

Durch einen Korken in einer Flasche kam dem Mechaniker die Idee
Durch einen Korken in einer Flasche kam dem Mechaniker die Idee
Foto: Istock

KFZ-Mechaniker Jorge Odón entwickelte ein Hilfsmittel, mit dem Geburten erleichtert und Leben gerettet werden können. Im Moment prüft die WHO seine Erfindung.

Ihm kam die Idee, als Kollegen ihm ein Youtube-Video zeigten, in dem ein Korken aus einer Falsche befreit werden sollte, ohne die Flasche zu zerstören. In diesem Video schob ein Mann eine Plastiktüte in die Flasche und blies sie leicht auf. Als er die Tüte rauszog, kam der Korken mit heraus.

Die glorreiche Idee kam dem Argentinier aber nicht sofort. Eines Nachts fiel ihm ein, dass man diese Technik auch nutzen könnte, um Kinder zu holen, die im Geburtskanal feststecken. In Entwicklungsländern ist die Rate der Geburten mit Komplikationen bei über 30 Prozent.

Mit Sachen aus der Küche und Teilen aus der Werkstatt versuchte er seine Idee umzusetzen und zu schauen, ob seine Idee auch wirklich funktionieren könnte. Mithilfe eines befreundeten Arztes und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelte Odón weiter.

Entstanden ist etwas, das tatsächlich aussieht, wie eine kleine Plastiktüte. Mit einem Schieber wird diese in den Geburtskanal geführt. Dann wird er über den Kopfansatz des Kindes geführt und aufgeblasen. Das Baby atmet zu diesem Zeitpunkt nicht. Es ist daher nicht gefährdet. Mit dem Schlauch wird das Baby dann langsam aus dem Geburtskanal gezogen.

Jorge Odón erklärt seine Erfindung
Jorge Odón erklärt seine Erfindung
Foto: youtube

Sobald das Baby im Geburtskanal angekommen ist, ist ein Kaiserschnitt nicht mehr möglich. Die Saugglocke oder Geburtszange kommen zum Einsatz. Aber gerade diese Instrumente verletzen das Baby oft. Auch die Mütter werden dabei oft verletzt. Harn - und Stuhlinkontinenz sind die Folge.

In Deutschland ist dank guter Vorsorge die Zahl der Kinder, die mit Hilfsmitteln geholt werden müssen, sehr gering. In Entwicklungsländern sieht das allerdings ganz anders aus. Und da kommt Odóns Erfindung ganz recht.

Im Moment wird das Gerät von der WHO geprüft. Sollte es den Test bestehen, wird das Instrument zum Selbstkostenpreis an Entwicklungsländer verkauft. So soll die Geburtensterblichkeit deutlich eingedämmt werden.

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