Gefährlich: Antibiotika auf Fleisch- und Wurstwaren

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Gefährliches Putenfleisch

Salami, Mett oder Teewurst - welche Wurst mögen Sie am liebsten? Die Salami gehört zu den beliebtesten Wurstsorten der Deutschen, Mett- und Teewurst ebenfalls. Was allen drei Wurstsorten gleich ist: Sie sind von gefährlichen Keimen befallen.

Geflügel macht schlank. Die fettarme Proteinquelle ist bei figurbewussten Frauen und Männern beliebt. Was die wenigsten wissen: Der Verzehr von Hähnchen- und Putenfleisch macht nicht nur schlank, sondern ist vor allem gefährlich. Jedes zweite frische Stück Hähnchenfleisch ist von potenziell krankmachenden Keimen belastet - das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Die Qualität habe sich in den letzten Jahren nicht verbessert, so die Experten. Im Gegenteil: Fast 50 Prozent der Tiermastbetriebe verwenden Antibiotika.

Antibiotika in der Tierhaltung

Wo Tiere auf engstem Raum gehalten werden, wird Antibiotika eingesetzt - zum Schutz vor möglichen Krankheiten. "Manche Tiere entwickeln dadurch aber eigene Bakterien, die gegen Antibiotika immun sind. Unsere Magensäure kann diesen Bakterien nichts anhaben. Sie überleben die menschliche Verdauung und vermehren sich im Darm, können so dauerhaft Antibiotika behindern und medizinische Behandlungen erschweren", schreibt der Tagesspiegel.

Neben diversen Putenprodukten sind auch Salami, Mett- und Teewurst von den gefährlichen Bakterien betroffen. Eine Studie der Grünen zeigt: 16 Prozent der getesteten Roh-Wurstwaren sind von den antibiotikaresistenten Keimen belastet, unter den Putenprodukten waren es sogar 66 Prozent. Die Grünen wollen den Einsatz von Antibiotika stoppen. „Das Tiermastsystem ist eine tickende Zeitbombe“, sagte Anton Hofreiter, Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Bundestag, dem Tagesspiegel. „Mit den Produktionsmethoden beim Billigfleisch gefährden wir unsere eigene Gesundheit.“ Schätzungen zufolge tragen aktuell sechs Millionen Deutsche die gefährlichen Keime in sich. Jedes Jahr müssen rund 30 000 Menschen sterben, weil sie nicht mehr auf Antibiotika ansprechen.

Selbst große Wurstfabriken wissen um den Verfall vieler Wurstprodukte Bescheid. "Die Wurst ist die Zigarette der Zukunft", so Rügenwalder Firmenchef Christian Rauffus gegenüber dem Spiegel. Die logische Konsequenz: vegetarische Schinken-Spicker und Mühlen Frikadellen aus Hühnerei-Eiweiß und Soja.

Auch wenn der Veggie-Markt boomt - wer sich hin und wieder ein Stück Fleisch gönnen möchte, der sollte vor allem bei Pute darauf achten, es vor dem Verzehr nicht zu waschen. Es droht eine Lebensmittelvergiftung.

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