GesundheitsgefahrGefährliche asiatische Tigermücke kommt nach Deutschland

Asiatische Tigermücke in Deutschland 2017
Die asiatische Tigermücke breitet sich immer mehr in Nordeuropa aus - auch in Deutschland
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Die Stechmücke "Tigermoskito" ist eigentlich in asiatischen Tropen und Subtropen daheim. Nun verbreitet sich der Krankheitsüberträger auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern.

Die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus, zu deutsch widrige weiß gezeichnete) ist sehr anpassungsfähig. Zwar mag sie es am liebsten wohlig warm, wie etwa in den süd- und südostasiatischen Tropen und Subtropen, wo ihre ursprüngliche Heimat liegt. Allerdings kann sie sogar bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und bei Schnee überleben. Finden sie auch noch einen gewärmten Unterschlupf, wo sie überwintern können, sind sie quasi unsterblich. Die Asiatische Tigermücke gehört zu den 100 schlimmsten invasiven Arten.

Der Tigermoskito, wie die Mücke aufgrund ihres weiß-schwarz-getigerten Aussehens auch genannt wird, ist zwischen 2 und 10 Millimeter groß - wobei die Männchen bis zu 20 Prozent kleiner sind als die Weibchen, die - wie bei anderen Stechmückenarten auch - die Blutsauger sind.

Seit den 1990er Jahren verbreitet sie sich langsam aber sicher in Europa - eingeschleppt durch Warentransporte oder Reisende. Die Tigermücken kommen in ländlichen, aber auch in städtischen und vorstädtischen Gebieten vor- Hauptsache, Menschen sind in der Nähe! Denn die Tigermoskitos werden von Kohlendioxid und einer Substanzen-Kombination angezogen, die auf menschlicher Haut vorkommt (eine Mischung aus Fett- und Milchsäuren und Ammoniak).

Ihre 40 - 90 schwarzen Eier legen die Asiatischen Tigermücken beispielsweise in Blumenvasen, Pflanzenuntersetzern, Eimern, Dosen, Regenrinnen, Gullis, Flaschen, Gläsern - und sogar gelagerten Autoreifen ab. Die Eier können Trockenheits- und Kälteperioden überdauern.

Zu den natürlichen Feinden der Asiatischen Tigermücke zählen u.a. Ameisen, Plattwürmer, Schwimmkäfer und Larven anderer Insekten - so lange die Tigermoskitos noch im Larvenstadium sind. Sind sie erst mal geschlüpft, haben sie nur noch wenige Feinde. Neben Ruderfußkrebsen ernähren sich auch Webspinnenarten aus Malaysia von den getigerten Moskitos. Allerdings nehmen sie dadurch kaum Einfluss auf die Mückenpopulation.

 

Wo in Europa tummelt sich der Tigermoskito?

1990 / 1991 wurde die Tigermücke mit einer Gebrauchtreifen-Lieferung aus den USA nach Italien verschleppt. 1999 erreichte sie das französische Festland, im Jahr 2000 Belgien, 2003 die Schweiz und Griechenland, 2004 Spanien und Kroatien, 2005 die Niederlande und 2006 Slowenien.

Im September 2007 wurden die Eier der asiatischen Tigermücke zum ersten Mal in Deutschland gesichtet - in Baden-Württemberg. Im Juli 2011 sichtete man das erste Tigermoskito-Weibchen (ebenfalls in Baden-Württemberg), 2012 dann in Bayern. Durch die immer milderen Winter in Europa, überleben immer mehr Larven der Asiatischen Tigermücke in Deutschland - und können sich immer weiter Richtung Norden ausbreiten. Inzwischen wurden die Tigermoskitos auch in Thüringen entdeckt.

Laut einer aktuellen Untersuchung der Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstituts und der Goethe-Universität Frankfurt am Main, verhindern nur die (noch) niedrigeren Temperaturen in Nord- und Osteuropa (Skandinavien, Polen etc.), dass sich die tropische Mückenart auch dort ausbreitet. Doch, so berichten die Forscher ebenfalls, verschiebt sich die "Kältegrenze" immer höher in den Norden.

 

Wie gefährlich ist die asiatische Tigermücke?

Der Tigermoskito überträgt Krankheiten wie das Dengue-, Chikungunya- und Gelbfieber und den Zika-Virus. Das liegt daran, dass sie sich ihre tägliche Portion Blutmahlzeit auch von anderen Säugetieren und Vögeln aufnimmt - und gleichzeitig sehr vorsichtig ist. Manchmal hat sie noch nicht genug Blut gesaugt, die sie für die Eierproduktion benötigt, bevorzugt aber lieber den Rückzug, um nicht von ihrem "Opfer" getötet zu werden. Somit ist sie gezwungen, mehrere Wirte hintereinander zu stechen, um genügend Blut aufzusaugen - was sie zu einem effektiven Krankheitsüberträger macht.

Die Asiatische Tigermücke überträgt also Viren, die Infektionskrankheiten auslösen. Und die wiederrum zählen weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Dabei sticht die Tigermücke vor allen Dingen tagsüber zu.

Die in diesem Jahr für Mücken guten Witterungsbedingungen in Deutschland lässt allerlei Insekten schon früher aktiv werden. Die Asiatische Tigermücke könnte auch unter ihnen sein. So wurden 2016 rund 25 Exemplare der Mückenart in Deutschland eingefangen. Ob sich die tropische Tigermücke in diesem Jahr von Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen auch nach Rheinland-Pfalz hochgekämpft hat, bleibt abzuwarten. Glaubt man den Experten, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Asiatische Tigermücke ganz Deutschland für sich entdeckt hat.

 

(ww7)

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