Gefahr Herzinfarkt: Hören Sie auf Ihr Herz

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So tückisch: Herzinfarkt unspezifische Beschwerden bei Frauen.
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Frauen mit akutem Herzinfarkt kommen bis zu 70 Minuten später ins Krankenhaus als Männer. Das ergab jetzt eine Studie. Diese Zeitverzögerung ist deshalb so alarmierend, weil bei jedem Infarkt Herzmuskelzellen absterben.

Aber warum werden Frauen erst so spät behandelt? Weil ihre Beschwerden oft nicht so eindeutig auf einen Herzinfarkt hinweisen wie bei Männern.

Das bestätigt auch Prof. Dr. Georg Sabin, leitender Kardiologe am Internationalen Herz- und Gefäßzentrum Rhein-Ruhr in Essen: "Zwei Drittel aller Infarktpatientinnen hatten im Vorfeld Symptome, die fehlgedeutet wurden."

Schon Wochen und Monate vor dem Herzinfarkt können unspezifische Beschwerden auftreten. Charakteristisch dabei: Das Herz selbst schmerzt nicht. "Das, was viele Menschen als Herzschmerz wahrnehmen, hat meist eine andere Ursache, z. B. erhöhten Blutdruck", sagt Prof. Dr. Sabin.

Und erklärt, bei welchen Anzeichen Frauen zur Sicherheit einen Kardiologen aufsuchen sollten:

"Schmerzen und Unwohlsein, die aus der Ruhe heraus entstehen, sind bedenklich". Die Beschwerden halten einige Minuten an und verschwinden wieder. Häufig wachen betroffene Frauen frühmorgens schweißgebadet auf, leiden trotz fehlender körperlicher Belastung an Atemnot. Zudem treten bei Frauen oft ziehende Schmerzen in den Schulterblättern auf.

"Man spricht auch vom orthopädischen Herzinfarkt ", sagt Prof. Dr. Sabin. Der Schmerz im oberen Rücken entsteht, weil Gefäße schlecht durchblutet sind - und das kann einen drohenden Infarkt ankündigen."

Auch Kieferschmerzen entstehen durch schlecht durchblutete Gefäße. Wie die Schulterschmerzen treten sie kurzzeitig auf und verschwinden schnell - um bald darauf wiederzukommen.

Viele Frauen klagen vor dem Herzinfarkt über Schmerzen im Oberbauch. Oft treten dazu Übelkeit und Erbrechen auf, auch Durchfall ist eine häufige Begleiterscheinung.

Übrigens: Die meisten Infarkte geschehen am frühen Vormittag. Denn zu dieser Tageszeit produziert der Körper die meisten Stresshormone, die den Infarkt letztlich akut auslösen können.

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