Gegen Berührungsängste: Wie reagieren Sie auf Behinderte?

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Foto: Screenshot: Aktion Mensch-Video "Das erste Mal"

Warum Berührungsängste gegenüber Behinderten?

Die meisten von uns begegnen im Alltag viel zu selten behinderten Menschen - und entsprechend verkrampft reagieren viele. Dieses Video ist gegen Berührungsängste!

Folgende Situation: Ein paar junge Menschen werden eingeladen, an einem Casting zu einem Werbespot teilzunehmen. Sie wissen nicht, worum es geht. Plötzlich wird ihnen gesagt, dass sie mit einer anderen Person zusammenspielen sollen. Und erst als diese andere Person herein kommt, sehen sie, dass sie behindert ist.

Wie würden Sie reagieren?

"Naja, wie soll man schon reagieren? Ist doch auch nur ein Mensch." - sollte man meinen. Doch beim Ansehen des Videos merkt man deutlich die Berührungsängste, die viele haben.

Die Haltungen werden verkrampfter, beschämtes Lachen... So geht es vielen Menschen beim Umgang mit Behinderten. Beim vielen darüber Nachdenken, dass wir "bloß nichts falsch machen" möchten, verlieren wir jede Natürlichkeit.

Dabei sind Fehler ja vollkommen in Ordnung, ja, lockern sogar die Situation. Ein gutes Beispiel ist in diesem Video (ab Minute 4:20) zu finden: Eine Frau, die mit einem Rollstuhlfahrer zusammenspielen soll, sagt irgendwann im Spiel: "Ja, dann gehen wir jetzt!" Darauf erwidert der Rollstuhlfahrer: "Ich kann nicht gehen." Und sie antwortet locker: "Ja, dann rollen wir jetzt eben, komm." Und alle lachen - auch der Rollstuhlfahrer.

Wer selbst keinen behinderten Menschen in seinem Umkreis, also Familie, Freundes- oder Kollegenkreis, hat, ist im Umgang oft verunsichert. Wie viel Rücksicht muss ich nehmen? Ist das jetzt zu viel? Starre ich? Sag ich was Falsches?

Doch überlegen Sie mal: Wie würden Sie behandelt werden wollen? Würden Sie sich dauerndes Mitleid wünschen? Oder immer verkrampfte Menschen um sich rum? Wahrscheinlich nicht. Reagieren Sie so, wie Sie es sich für sich selbst wünschen würden.

Das Video, das den Titel "Das erste Mal" trägt, stammt von der Aktion Mensch . Auf ihrer Website schreiben sie dazu: "Begegnungen können inspirieren, überraschen, irritieren. Und sie können ein Anfang sein. Im Alltag begegnen sich Menschen mit und ohne Behinderung viel zu selten. Das wollen wir ändern. Weil nur dann eine inklusive Gesellschaft entstehen kann."

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