Gehören die Bundesjugendspiele abgeschafft?

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Sind die Bundesjugendspiele überholt und gehören abgeschafft?

Eine Mutter fordert jetzt online, die Bundesjugendspiele abzuschaffen und hat dafür eine Petition gestartet. Übertrieben? Oder notwendig?

Die meisten von uns mussten früher zu Schulzeiten an den Bundesjugendspielen teilnehmen und ja, wir geben zu, die einen von uns haben sich vielleicht mehr darauf gefreut, die anderen eher weniger.

Für die einen waren die Bundesjugendspiele ein erfrischender Tag Pause vom drögen Unterricht, für die anderen ein Anlass für jede Menge Pein und Blamagen. Nicht jeder von uns ist mit gleich viel sportlichem Talent gesegnet und die Bundesjugendspiele führten einem das regelmäßig vor Augen. Und zwar nicht nur einem selbst, oft gleich der gesamten Jahrgangsstufe.

Nun fragt eine besorgte Mutter: "Muss das sein?"

Auf ihrem Blog "Mama arbeitet" schreibt Autorin Christine Finke, dass die Bundesjugendspiele von Wertung leben, "Aufwertung und Abwertung einzelner auf Kosten anderer." Kinder mit guter sportlicher Leistung werden gelobt und gefeiert, während diejenigen, die nicht so gut abschneiden, nicht nur leer ausgehen, sondern oft auch noch bloßgestellt werden. "Bei einem Wettkampf gehöre es dazu, heißt es dann. Aber welchen Sinn hat ein Wettkampf, dem man sich nicht freiwillig stellt und bei dem Einzelne schon vorher wissen, dass sie am unteren Ende der Leistungsskala sein werden?" fragt Finke auf ihrem Blog.

Deshalb startete sie nun eine Petition zur Abschaffung der Bundesjugendspiele. Und wenn schon nicht die Abschaffung der Bundesjugendspiele, dann sollte die Teilnahme zumindest freiwillig werden.

Auf ihrem Facebook-Kanal bewirkt Finkes Forderung eine rege Diskussion. Die alleinerziehende Mutter erhält viel Zuspruch für ihre Idee, aber auch Gegenwind. "Wir können die Kinder doch nicht in Watte packen" und "Die Kinder müssen auch lernen, mit Misserfolgen umzugehen" ist ein häufiger Tenor in den Kommentaren. Einige User berichten, dass sie selbst damals oder ihre Kinder heute durch schlechte Ergebnisse bei den Bundesjugendspiele eher zu besseren Leistungen motiviert wurden und werden.

Es ist in den Kommentaren auch viel Kritik an Lehrern und Schulen zu lesen. Lehrer üben wohl besonders viel Druck auf ihre Schüler aus und die Bloßstellung der weniger guten Schüler ginge von ihnen aus. Da könnten die Bundesjugendspiele an sich nichts für und man müsste mit den Schulen reden.

Wie sehen Sie das Ganze? Sollten die Bundesjugendspiele abgeschafft werden? Stimmen Sie ab:

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